Mit ‘Gassigang’ getaggte Beiträge

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern: Am Tag vor Ostersonntag ist Leonie rund um die ganze Insel gefahren, um Besuch am Nordflughafen abzuliefern und im Norden noch kleine Dinge für die Wohnung zu kaufen. Sie war von vier Uhr morgens bis spät nachts unterwegs und ich musste mich mit dem Besuch rumschlagen. Erst vergass mich der liebe (Besucher) Junge morgens zum Gassigang herauszuführen und lag stattdessen bis 12 Uhr in den Federn. Mich drückte die Blase und ihn nicht einmal das schlechte Gewissen. Was für ein Gefühl, als ich mich gegen Mittag endlich erleichtern durfte.

Dann bekam ich nichts zu fressen, weil mich der liebe Junge einfach vergessen hat. Er spielte am Computer, lag in der Sonne und machte etwas zu essen für sich. Jawohl, nur für sich!!! Und ich? Zum Glück rief Leonie am Nachmittag an und fragte, ob alles in Ordnung sei. „Ja klar, hier ist alles ok,“ war die Antwort. Doch das war gelogen. Mir hing der Magen auf Halbmast. „Nichts ist ok“,  hätte ich am liebsten durchs Telefon gebellt. „Hast Du Lasko auch gefüttert?“ fragte Leonie den Besuch. Ach, ich liebe Leonie. Sie hatte mich nicht vergessen. Da fiel es dem Jungen endlich ein, mir Futter zu geben. Danke, danke, danke. Wie schön, endlich wieder etwas im Magen zu haben. So macht der Verdauungsschlaf doch gleich ein wenig mehr Freude.

Da Leonie sehr spät zurückkam, blieben wir lange auf und warteten. Was für eine Wiedersehensfreude. Meine mich immer versorgende Futterquelle kam gesund zurück. Und sie hatte mir aus dem Norden sogar noch einen großen Knochen mitgebracht.

Leonie war sehr müde und schlief Ostersonntag sehr lange. Sie hatte die Zeitumstellung vergessen und so wurde das Sonntagmorgen Frühstück etwas mit Verspätung am frühen Mittag serviert. Es gab einige Leckereien für den Besuch und Leonie. Hier gibt es auf der Insel nicht den Brauch mit Osterhasen und Ostereiern. So war es gut, dass unser Besuch zwei Schokoladenhasen mitgebracht hatte. Leonie freute sich sehr darüber. Den restlichen Sonntag saßen wir in der Sonne, aßen weitere Leckereien, die Zweibeiner lutschten am Eis und unterhielten sich gut. Ich hatte auch Osterleckereien und nickte ab und zu ein wenig weg. Daher kann ich Euch über das Gespräch der Zweibeiner nur wenig berichten. Ich hörte nur, wie Leonie zu dem Besuch sagte, dass sie über Nacht die Schokohasen lieber in den Kühlschrank legen wolle, da die schon drohten wegzuschmelzen.

Heute: Die Schokoosterhasen stehen heute immer noch auf dem Schrank. Als ich klein war, habe ich einmal einen großen Schokohasen vom Tisch geklaut und mit einem Haps runtergeschlungen. Leonie riss noch gerade die kleine Glocke mit dem roten Band, die den Hasen verzierte, aus meinem Maul. Die hängt jetzt um den Hals unseres hauseigenen Buddhas. Ich liege auf dem Teppich und danach auf dem Sofa. Ich liege auf dem Liegestuhl und unter dem Tisch. Aus jeder Position behalte ich die Hasen im Auge. Schokolade soll für Hunde sehr schädlich sein. Dennoch hat der Hase damals sehr gut geschmeckt. Diese Hasen haben auch keine Glocke um und sind in lila Papier eingewickelt. Soll ich es riskieren?

Morgen: Ich wünsche Euch einen schönen Ostermontag. Hier gibt es keinen Ostermontag. Dafür war hier die Semana Santa, die vom letzten Montag bis Sonntag gedauert hat. Jetzt haben die hier auf Teneriffa wirklich genug Ostern gefeiert. Und irgendwie ist das Feiern ohne Hasen und Eier ja auch ein bisschen langweilig. Hasen – das ist mein Stichwort. Wir haben ja immer noch zwei Hasen. Mhmmmm. Ich glaube heute Nacht werde ich von vielen Schokohasen träumen. Mal sehen, ob die beiden lila Monster die Nacht überleben :-).

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EINEN GUTEN OSTERMONTAG wünschen LEONIE UND LASKO

Warum darf ich nicht ins Wasser?

Nun leben Hund und ich seit einiger Zeit auf Teneriffa. Dadurch hat sich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Hund so einiges geändert. Dass hier überall Hundekotbeutel und Abfallbehälter für den Hundekot zu finden sind, hatte ich bereits geschrieben. Ich  muss allerdings ehrlich zugeben, dass das den Hund wenig interessiert. Er muss einfach nur und macht sein Geschäft. Fertig. Ob er die Hundeschule am Samstag und die lieb gewonnenen Hundekumpel vermisst, vermag ich nicht so wirklich zu sagen. Sicher ist jedoch, dass er das Spielzeug der Hundetrainerin vermisst, das er sich bei jeder Gelegenheit schnappte und das ihm nicht mehr zu entreißen war. Nun muss er sich hier mit vier alten Tennisbällen vergnügen, von denen er zwei bereits zersägt hat. Die Reste schwimmen auf dem Atlantik in Richtung Nordsee und kommen so ungefähr in einem Jahr in Cuxhaven an.

Wenn man Hundi zum Gassi gehen auf Teneriffa befragen würde, käme ungefähr die folgende Prioritätenliste zustande:

  1. An erster Stelle der „Gassi geh Hitliste“ stehen Wanderungen oder Reitausflüge. Da kann der Hund zumeist noch mit anderen Hunden im Rudel Stunden lang ohne Leine durch die Landschaft laufen, hundert Fährten erschnüffeln und sich wieder richtig als Rudeltier und Wolf fühlen. Das tut er dann durch wölfisches Imponierscharren verbunden mit seinem einzigartigen Löwengebrüll auch kund. Dieses Brüllen hat selbst die Hundetrainerin noch bislang bei keinem anderen Labrador festgestellt und wie sie mir schrieb, wird das Gebrüll in der Bonner Waldgegend in letzter Zeit tatsächlich vermisst.
  2. Gleich danach und vielleicht auch ab und zu an erster Stelle stehen bei einem Wasserlabbi natürlich Ausflüge an den Strand. Da Hunde hier jedoch zumeist am Strand verboten sind, geht es dabei im Allgemeinen über Geröll, Felsen und spitze Klippen. Während Frauchen jede Sekunde in Gefahr läuft, abzurutschen, sich die Füße oder Beine aufzuschlitzen oder gar zu stolpern und für nimmer Wiedersehen von den Klippen zu stürzen, amüsiert sich Hundi mit Schwimm- und Tauchübungen im Wasser. Wenn Frauchen es allerdings schafft bei Morgengrauen an den Strand zu laufen, kann sie sich das Klettern ersparen und in Ruhe mit vom Schlaf noch halb verschlossenen Augen mit Labbi am Menschenstrand Ball spielen. Sie ist allerdings bereits gewarnt worden, dass die Polizei, wenn sie das denn mitbekommen sollte, in solchen Dingen hier keinen Spaß versteht. Doch was riskiert man nicht alles als Labbibesitzer für seinen treuen vierbeinigen Freund. Das Foto mit den spielenden Kindern entstand bei Sonnenuntergang, der hier in Bezug auf Labbis Strandvergnügen mit dem Sonnenaufgang gleichzusetzen ist.
  3. Auf Platz drei rangieren immerhin noch die langen Spaziergänge in der neuen Gegend an der Leine. Schließlich geht es immer in der Nähe des Meeres entlang und vielleicht ist ja doch mal die Chance……Außerdem kann so ein Hund bei diesen Spaziergängen eindeutig sein Netzwerk erweitern. Während uns im Norden nur spanische Hof- und Fincahunde hinter geschlossenen Mauern ankläfften, begegnen uns hier im Süden die Briten mit ihren Kampfhunden, die Russen mit ihren hergerichteten Pudeln, die Spanier mit ihren kleinen „ja was eigentlich?“. Da Hunde keine Sprachbarrieren zu überwinden haben und mehr als eindeutig kommunizieren, kann man auf diesen Spaziergängen sich neue Freunde und Feinde machen und einen angemessenen Rang verschaffen. Solange der Kampfhund an der Leine ist, teilt ihm Labbi deshalb unverhohlen mit, was er von ihm hält.
  4. Alles andere kann man nach Hundemeinung hier vergessen. Hundi liebt es nicht in der Mittagshitze hinter mir herzuschleichen. Auch, dass er in kein Gebäude mit herein darf und überall draußen angeleint werden muss, passt ihm überhaupt nicht. Und ganz schlimm sind seiner Meinung nach die vielen alten britischen Damen, die immer wenn sie ihn sehen, mit schrillen Stimmen: „How nice, how cute, how lovely“ schreien. Er findet Zweibeiner ohnehin manchmal recht merkwürdig. Die hohen Töne kann er gar nicht einordnen. Zunächst zeigte er noch geringes Interesse, denn möglicherweise könnte das „how nice“ ja eine leckere Fleischwurst sein, die die Briten für ihn im Handtäschchen spazieren tragen. Immerhin bleibt seine Leinenhalterin dauernd stehen und redet auch noch mit den merkwürdig schreienden Zweibeinern. Wie langweilig. Da Labbi recht praktisch  veranlagt ist, nutzte er gestern eine solche Zwangspause, um ein bisschen „brownware down zu loaden“. Als er sich hinhockte ahnte ich schon was jetzt folgen würde. Doch die Damen riefen immer noch: „How cute“. Als sie dann die „brownware“ entdeckten, verstummten sie schlagartig und wir konnten nach Säuberung der Stelle unseren Gassigang in Ruhe fortsetzen. Ich hoffe nicht, dass Labbi nun mit dem englischen Geschrei sein Geschäft verbindet, denn das wäre in der Folge keine ganz so glückliche Idee.

Ich wünsche Euch allen Lesern einen schönen Tag.

manchmal ist es hier ganz schön heiß

spielen am Strand ist immer gut