Mit ‘Geburtstag’ getaggte Beiträge

Wohlfühlen im kühlen Nass

Wohlfühlen auch mit grauer Schnauze

Lasko wird heute acht Menschenjahre alt. Die Hundejahre können wir schon gar nicht mehr zählen. Fast 60 müssten es sein. Da streiten die Gelehrten. Egal. Ich bin glücklich für jede Stunde und jedes Menschen- und Hundejahr, das Lasko und ich zusammen verbracht haben. Ohne meinen vierbeinigen Begleiter wäre mein Leben wahrscheinlich nur halb so spannend verlaufen und mit Sicherheit auch nur halb so schön gewesen.  Dafür heute großen Dank an meine liebe Fellschnauze. Und zum Geburtstag gibt es für den großartigen Vierbeiner einen dicken Knochen und für alle Anderen zur Erinnerung  einige Lasko Bilder:

Lasko - 3 W - 15

So fing alles an. Eine Handvoll Lasko. Leider habe ich aus dieser Zeit kein wirklich scharfes Bild. So unscharf wie die alten Bilder – so unscharf werden langsam auch die alten Erinnerungen. Doch an den kleinen Lasko und seine ersten Wochen bei uns im Haus in Bonn erinnere ich mich noch genau. So liebte Lasko es, sein Geschäft nicht draußen, sondern drinnen auf den Fliesen und dem Wollteppich zu verrichten. Er verstand nicht, warum ich das gar nicht zufrieden stellend fand und nachts mit ihm stundenlang draußen um unser Haus herum irrte. Wenn ich dann müde gegen 2.30 Uhr das Warten auf sein Geschäft aufgab und mit ihm ins Haus ging, pullerte er seelenruhig in den Flur. Sein Hundeblick entschädigte mich für die Müdigkeit.

Lasko 4 Monate alt

Lasko 4 Monate alt

Lasko mit 11 Monaten

Lasko 3 Monate alt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwann hatte Lasko begriffen, dass das Geschäft draußen zu verrichten ist. Er scharrt seitdem bei jedem noch so kleinsten Pullerstrahl und knurrt dabei wie ein Wolf. Einmalig?  Lasko war dem Welpenalter entwachsen. Ich zählte nun  nicht mehr seine Lebenstage und Lebenswochen, sondern bereits die Monate. Lasko machte die ersten längeren Spaziergänge mit mir und gemeinsam lernten wir mehr und mehr von der Bonner Umgebung  kennen. Tägliche Ausflüge bei Wind und Wetter in die Wälder und auf den Kreuzberg um Lengsdorf gehörten zu unserem Pflichtprogramm. Ich kannte alle Hunde im Umkreis von 10 Kilometer beim Namen und lernte auch mehr und mehr Hundebesitzer kennen. Die Namen konnte ich mir merkwürdigerweise schwerer merken :-)- Im Haus erprobte Lasko seine kleinen Zähne an Möbeln, Büchern und Schuhen. Auch ein Handy und das hintere Bein des Klavierhockers gehörten zu dem Kolateralschaden, den er im ersten Jahr in seiner Beißfreude anrichtete. Doch ein Blick in seinen treuen Hundeaugen und ich verzieh ihm alles.Ein Handy kann ersetzt werden. Ein Lasko nicht.

Lasko hinter der Tür

Junghund Lasko – Blick durch die Scheibe

Lasko im Herbstlaub

Lasko im Herbstlaub

Lasko auf der Wiese

Lasko auf der Wiese

 

 

 

 

Lasko ein Jahr alt

Lasko ein Jahr alt

Schnell verging das erste Jahr und Lasko wuchs zu einem feinen Junghund heran. Aus dem Welpenspiel wurde Junghunde Training.  Hundetrainer und Hundeschule wechselten. Lasko blieb unverbesserlich. Das  brachte neue Erkenntnisse in mein Leben, machte Freude und kostete mich doch auch so einige Nerven. Hat das Training etwas genützt? Mhmmm.. vielleicht mir? Lasko ist bis heute ziemlich „Training resistent“ geblieben. Er ist nicht dumm und lernt das, was er lernen möchte. Als Balljunkie lernte er zum Beispiel sehr schnell Bälle zu apportieren.  Doch heraus gibt er sie bis heute nur, wenn er das möchte. Ja, ich weiß. Es ist nicht der Hund. Es ist das Herrchen. Also ich. Vielleicht wollte ich ja einen eigenköpfigen Labrador ?

Neben den vielen kleinen Kämpfen im Training hatten wir zusammen auch viel Spaß. Und die Hundetrainerin hat mir hoffentlicht nach acht Jahren auch verziehen, oder Doro ? Lasko interessierte sich (Ausnahme bleiben bis heute Bälle und fremdes Hundespielzeug) ab dem zweiten Lebensjahr weniger für Gegenstände und Handys. Dafür war allerdings kein Futter mehr vor ihm sicher. Zwischen mein und dein kann er bis heute nicht unterscheiden. Ein Labrador frisst, was ihm vor die Schnauze kommt. Und wenn es zufällig auf dem Tisch des Hauses liegt, auch recht. Bereits in der Gebrauchsanleitung für Lasko stand: Ein Labrador ist eine Fressmaschine. Das konnte ich sehr schnell bestätigen. Lasko machte weder vor Schokoladenhasen noch vor fremden Grillfleisch halt. Ich weiß, alles eine Frage der Erziehung.

Lasko Wachhund

Lasko Wachhund ?

Lasko verspielt im Schnee

Lasko im Schnee beim Ballspiel

Junghund Lasko

Junghund Lasko

 

Lasko mit Kater Luc

Lasko mit Kater Luc

Lasko wuchs mit Kater Luc auf, den er bis heute freiwillig als einziges Katzentier in seinem Leben akzeptiert hat. Andere Katzen schlägt er lieber in die Flucht. Oder sie geben ihm eins auf die Nase. Ein Wachhund wurde Lasko nie so wirklich. Aber er lernte bereits im ersten Lebensjahr Türklinken zu öffnen und eigenständige Ausflüge und Unternehmungen zu planen. So durfte ich ihn denn nach seinen Ausflügen aus der örtlichen Tierarztpraxis oder auch aus dem Tierheim abholen, in das ihn die Polizei oder die Feuerwehr verfrachtet hatten. Weitere monetäre Kolateralschäden, denn auch so ein kleiner Feuerwehreinsatz ist nicht gerade billig. Die Türklinken wurden durch Türknäufe ersetzt. Doch alle Türklinken der Welt kann ich gar nicht austauschen. So öffnet Lasko heute noch gerne die Tür für alle Besucher  auf Teneriffa. Also, wenn jemand einmal vorbei kommen mag, nur klingeln….Zur Perfektion hat Lasko diese Fähigkeit im achten Lebensjahr ausgebaut. Er ist ja lernfähig. Nun kann er nach langem Training jede Küchenschublade und sogar die Kühlschranktür öffnen.  Gnädigerweise belässt er es beim Öffnen. Wahrscheinlich schmeckt ihm die kühle Kost nicht.

 

Lasko denkt in Bonn und findet keinen Schlaf

Lasko ist ein Outdoorhund

 

Lasko an Bord

Lasko an Bord

Adressen müssen ausgetauscht werden, damit die Kumpels auch wissen, wer da war

Lasko schreibt und ist recht kommunikativ

JULI - Lasko ist es in Freiburg zu heiß und er genießt das freie Kinderbett

Lasko – kein Bett ist vor ihm sicher

In den nächsten Jahren wurde Lasko vom Rheinländer zum Reisehund. Er bereiste Frankreich, Italien, die Schweiz und Dänemark und jede einzelne kanarische Insel. Er reiste mit mir quer durch die Republik von Hamburg nach München und von Köln nach Chemnitz. Lasko lebt im Winter als Outdoorhund auf Teneriffa und begleitet mich auf langen ausgedehnten Wanderungen. Er wandert über die Höhen von Teneriffa und schwimmt im Atlantik. Im Sommer  hat er auch keine Probleme damit, von Zeit zu Zeit in Dänemark als Schiffshund zu leben.  Er hat mit mir zusammen für den Blog gedacht (Lasko denkt) und sogar ein eigenes Buch verfasst. Und wenn er nicht gerade schreibt hinterlässt er überall auf der Welt gerne Nachrichten für seine Hundefreunde. Und am Ende von langen anstrengenden Reisetagen sucht er gerne eigene und fremde Betten auf.

Lasko - Übungen

Lasko  macht manchmal sogar freiwillig Übungen – hier für ein Fotoshooting

schnüffeln

Lasko – überall und immer auf der Suche nach Futter

Laskos Lieblingsbeschäftigungen sind bis heute: fressen, fressen, wandern, schlafen, fressen, fressen, schwimmen, schlafen und dann wieder von vorn. Zwischendurch ein wenig schnüffeln, markieren, um dann wieder zu fressen, fressen und  schlafen…

Lasko ein Wolf ?

Lasko ein Wolf ?

Lasko ein Wassertier

Lasko ein Wassertier

Lasko mit "Dosenöffner"

Lasko mit seinem persönlichen „Dosenöffner“

Happy Birthday Lasko

 

Lasko und seine Kumpel

Lasko und seine Kumpel

 

Lasko jagt Möwen

Lasko jagt Möwen

Lasko träumt und genießt

Lasko träumt und genießt

 

 

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Lasko 7 Jahre

Lasko 7 Jahre

Die Ereignisse um das über Frankreich abgestürzte Flugzeug machen mich traurig, sprach- und wortlos. Dennoch möchte ich nicht versäumen, meinem lieben Vierbeiner, der sieben Jahre mein Leben bereichert hat, heute zu gratulieren. Happy Birthday Lasko.

Lasko 7 Jahre

Lasko 7 Jahre

Lasko denkt heute nicht….

Veröffentlicht: 25. März 2014 in Hund, Lasko denkt 2014, Leonies Leben 2014, Tiere
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…….denn er feiert Geburtstag. Lasko wird 6 Jahre oder (von Mensch auf Hund umgerechnet) 54 Jahre alt. Lasko beeindruckt weder die 6 noch die 54…….solange die Knochen stimmen:-).

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Lasko beim zerlegen des Geburtstagsgeschenkes

Lasko beim Zerlegen des Geburtstagsgeschenkes

Gestern – wir haben richtig toll meinen Geburtstag gefeiert. Vielen Dank für all die guten Wünsche. Habe sogar privat einige Mails erhalten. Mein absoluter Lieblings Geburtstagsgruß war dieser:

„Lieber Lasko,
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!! Ich wünsche dir viele Lammkoteletts mit noch viel Fleisch dran, ein ausgiebiges Toben und Schnüffeln und Schwimmen und Spielen am Strand und   in der Wildnis, das Entdecken der Appartmentanlage ohne Leine mit Abstecher zu Number 18, das ausgiebige Baden im Appartmentpool und danach wieder ein Besuch bei Number 18 mit Herumtollen auf dem Bett von number 18 und wasserausschütteln und Vieles mehr!
Genieße den Tag und lasse dich an deinen samtweichen Hängeohren kraulen.
Dir gehört heute alles, was du willst, auch die Sonnenliege. :)“
Die Idee mit dem Pool und Number 18 hat mir so gut gefallen, dass ich sie gleich umsetzen wollte.  Aber Leonie hat die Tür verriegelt, als ich gerade auf die Klinke springen wollte. Schade, schade…….das wäre doch ein richtiger Geburtstagsspaß geworden. Stattdessen hat Leonie mit Freunden eine Flasche spanischen Sekt auf mich getrunken. Leider habe ich davon nichts abbekommen. Obwohl ich nun schon 5 Hundejahre alt bin, gab es für mich wieder nur Wasser. Aber wahrscheinlich schmeckt mir Wasser auch am besten.  Ich sage wahrscheinlich, weil es mir bisher trotz einiger Versuche nicht gelungen ist, an Alkohol ranzukommen. Leonie meint, dass Alkohol nichts für Hunde sei.

Wasser ist mein Element. Ich trinke es und ich schwimme gerne im Wasser. Und die Fische, die im Wasser schwimmen,  schmecken mir auch :-). Ich nehme es Dir auch nicht mehr übel Leonie, dass Du mir nichts von dem Sekt angeboten hast. Wichtig war doch, dass ihr Menschen auf mich angestoßen habt und mir gezeigt habt, dass Ihr an mich denkt. Und der Kochschinken, von dem ihr mir reichlich abgeben habt, war auch nicht zu verachten. Und dann habe ich gestern noch einmal ganz ausgiebig auf meinem roten Sofa ausgeruht, denn ich wusste ja, was heute auf mich zu kommt.

Heute – wir ziehen um. Die alte Wohnung wird geschrubbt und Leonie findet überall tausend Hundehaare. Warum lässt sie sich nicht einfach wo sie sind? Ich verstehe das nicht, mich stören die nicht. Kartons und Koffer werden hin und hergeschleppt. Ich weiß nicht, warum Zweibeiner so viel unnütze Dinge besitzen und wozu sie diese benötigen. Ich brauche zum Beispiel überhaupt keine Kleidung. Leonie hat eine Menge Kleidung. Bestimmt einen ganzen Koffer voll. In Deutschland hat Leonie immer gesagt, dass sie viele Anziehsachen braucht, da es ihr zu kalt sei. Hier ist es nun warm und sie zieht immer noch Kleidung an. Manchmal verstehe ich Zweibeiner einfach nicht. Verhalte mich besser ganz ruhig, döse vor mich hin und hoffe, dass der Umzug irgendwann vorbei geht.

Morgen – ich werde in einer neuen Wohnung aufwachen und dann? Werde ich morgen etwas Sinnvolles tun? Leonie scheint immer großen Wert darauf zu legen, dass sie etwas für sie Sinnvolles tut. Sie meint, dass es gut ist, wenn man in seinem Leben etwas Bleibendes schaffen könnte, wenn man etwas für andere Menschen werthaltiges oder wertvolles kreieren könnte. So kompliziert denkt Leonie – ich denke ein wenig praktischer.

Ich habe neulich gehört, wie Leonie etwas von Paulo Coelho las. Da hieß es sinngemäß, dass ein Fluss auch einfach nur fliest und eine Blume nur blüht. Beide müssen sich nicht fragen, ob sie sinnvoll seien. Sie seien allein durch ihre Existenz sinnvoll. Ich denke auch, dass ich allein durch meine Existenz als Lasko sinnvoll bin. Nicht mehr und nicht weniger. Was also soll die Sinnsuche Leonie? Hast Du nicht verstanden, was Paul Coelho geschrieben hat? Du bist Leonie, wie Du bist. Du machst täglich eine Menge Dinge, von denen ich am Wichtigsten finde, dass Du mich fütterst. Das ist genug Sinn. Und wenn Du noch mehr hören möchtest. Indem Du mich fütterst, erhältst Du mein Leben. Ist das nicht Wert genug? Lass lieber die Sinnsuche und geh möglichst schnell wieder mit mir wandern  :-).

Lasko Welpe

Lasko Welpe

Gestern – 5 Jahre ist es her. Da sah ich noch ein wenig runzeliger aus und passte nicht so ganz in mein Fell.

Lasko schwebt

Lasko schwebt

Heute – ich bin ein prächtiger Bursche, habe Geburtstag und lasse mich feiern. Heute wird nicht gedacht – nur gefeiert und gefressen :-). Wisst Ihr eigentlich, wie alt ich bin, wenn ich 5 Menschenjahre alt bin? Leonie weiß das leider nicht genau. (7×5?) Wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Morgen – morgen ziehen wir um und müssen ganz viele Koffer und Kisten schleppen. Keine Zeit zum Nachdenken. Aber dann wieder …..auf dem neuen Sofa….. ja dann……

Während mich heute die Wellen schaukelnd über den Limfjord tragen, fällt mir ein Gedicht von Joachim Ringelnatz ein, das mir immer schon sehr gefallen hat.

Segelschiffe

Joachim Ringelnatz

Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch
Und über sich Wolken und Sterne.
Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch
mit Herrenblick in die Ferne.

Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand
Wie trunkene Schmetterlinge.
Aber sie tragen von Land zu Land
Fürsorglich wertvolle Dinge.

Wie das im Wind liegt und sich wiegt,
Tauwebüberspannt durch die Wogen,
Da ist eine Kunst, die friedlich siegt,
Und ihr Fleiß ist nicht verlogen.

Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt. –
Natur gewordene Planken
Sind Segelschiffe. – Ihr Anblick erhellt
Und weitet unsre Gedanken.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und weite Gedanken.

Vor einigen Wochen wollte ich mir zu meinem Geburtstag selber ein kleines Geschenk machen und einen ganz tollen Tag nur für mich verbringen. Ich hatte am Abend vor meinen Geburtstag mit Familie und Freunden im kleinen Kreis ein wenig in den Geburtstag herein gefeiert. An dem Tag selber hatte ich mir frei genommen und lag morgens im Bett und überlegte, was ich denn jetzt wohl mit meiner großen Freiheit anfangen könnte.

Ich malte mir einen für mich tollen Tag im Kopf aus. Zunächst verschwanden die grauen Wolken, die ich durch mein Fenster sehen konnte. Ich lief mit dem Hund bei Sonnenschein und Wärme meine Joggingrunde und hatte an diesem Morgen nur nette Begegnungen. Dann würde ich ins Auto steigen und in ein großes Freizeitbad südlich von Bonn fahren. Ich würde dort schwimmen, saunieren, lesen – ein perfekter Tag.

Auf einmal fiel mir ein kleiner Zeittrick ein, den ich bereits als Kind benutzt hatte, um schöne Momente und Zeiten im Leben ein wenig zu verlängern. Ich hatte mir schöne Tage, wie zum Beispiel die Kindergeburtstage, immer im Vorfeld ganz intensiv vorgestellt und quasi im Kopf durchlebt. Dann habe ich mir gesagt. Schade, dass es bereits wieder vorbei ist. Wenn ich zaubern könnte, würde ich um Wiederholung bitten. Und siehe da, da das erste Ereignis nur im Kopf stattgefunden hatte, konnte ich alles in voller Länge noch einmal genießen. Sozusagen doppelte Freude mit Zeittrick.

Genau an diesem Geburtstag fiel mir dieser lang vergessene Zeittrick ein und ich probierte ihn neu. Als ich meinen Tag noch einmal im Kopf genossen hatte, erhob ich mich und konnte mit dem Zeittrick nun zum zweiten Mal einen schönen langen freien Tag genießen. Und der wurde dann sogar noch viel besser als die Vorstellung.

Ich lief mit meinem Hund meine Joggingrunde und die grauen Wolken waren verflogen. Die Sonne schien vom Himmel und für einen Tag war Sommer in Bonn. Ich stieg ins Auto und fuhr zu dem großen Freizeitbad. Gleich am Einlass erfuhr ich durch Zufall, dass Geburtstagskinder den ganzen Tag lang freien Eintritt für alle Bäder und Saunen haben. Was für eine Überraschung!  Die hatte ich in meiner ersten Version doch glatt ausgelassen!  Ich ließ den ganzen Tag die Seele baumeln und schwamm, saunierte, las in meinem Buch und döste vor mich hin. Und da alles umsonst war, gönnte ich mir sogar eine Massage, die meinem Körper und mir richtig richtig gut tat. Gegen Abend kam ich nach Hause und erhielt noch einen schönen Blumenstrauß, viele Anrufe und Glückwünsche per Internet – ein perfekter sehr laaaaanger und wunderschöner Tag. Der Zeittrick funktioniert also immer noch :-).

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Zeit.

Die etwas ungewöhnliche Überschrift soll dafür stehen, dass mein jüngerer Sohn heute vor 17 Jahren in Rostock zur Welt kam. Nachdem bereits 1,5 Jahre vorher in einem Krankenhaus in Rostock sein Bruder das Licht der Ostseeküste erblickt hatte, sollte es bei dem zweiten Kind unbedingt eine Hausgeburt sein. Grund war, dass meine Erfahrungen mit dem Krankenhaus damals kurz nach der Wende nicht gerade sehr erfreulich waren. Es fing bereits damit an, dass vor den Wartezimmer ein Schild „Abfertigung“ hing und so war dann auch die gesamte „Behandlung“. Es wurde kalt und ohne große Freundlichkeit nach Schema F gehandelt, dass sich bereits 40 Jahre bewährt hatte. Individualität oder etwa gar eigene Wünsche oder Vorstellungen waren nicht gefragt. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich hatte damals gar keine besonderen Wünsche, sondern wollte eine möglichst natürliche Geburt ohne viel Apparatemedizin. Wenn denn Schulmedizin wegen besonderer medizinischer Inkationen notwendig ist: OK – gut das es sie gibt. Ansonsten bitte einfach nur ein bisschen Ruhe und die Geburt seinen Gang gehen lassen.So wird es in anderen Ländern, wie z. B. in den Niederlanden seit Jahren praktiziert. Ich meine sogar, dass dort die Hausgeburt der Standard ist.

All das war aber nicht möglich. Es wurde all das gemacht auf das ich verzichten wollte. In der Geburtssituation war ich nicht mehr in der Lage, mich dagegen zu wehren. Auch wurde das Kind gleich nach der Geburt weggenommen und bekam gegen den ausdrücklichen Wunsch Tropfen in die Augen usw..

Dennoch war ich natürlich glücklich über mein erstes Baby, habe mir aber ganz fest vorgenommen, beim zweiten Kind es anders zu machen. Heute hat sich auch das Geburtsverfahren in den Rostocker Kliniken  verändert. Das weiß ich aus Zeitungsberichten, die ich danach recht intensiv verfolgt habe. Interessant war, dass ein Oberarzt, der 1991 einer Bekannten wortwörtlich sagte: „Jeder Wessi, der von einer Wassergeburt redet, gehört selber ersäuft“, einige Jahre später stolz auf der ersten Seite der Ostseezeitung die Einrichtung der neuen Geburtstraktes bekannt gab, zu dem oh Wunder auch die Möglichkeit einer Unterwassergeburt gehörte. Wie dem auch sei, 1991 hatte ich nicht wirklich eine Alternative. Auch das Hebammenwesen bildete sich gerade erst wieder neu.

Aber beim zweiten Kind hatte ich das große Glück eine liebe Hebamme zu finden, die mit mir in unserer ersten Plattenbauwohnung zusammen die Geburt meistern wollte. Es war wohl seit langer Zeit eine mit der ersten Hausgeburten in Rostock und für mich sehr angenehm und schön. Daheim im Bett wurde mein Sohn geboren und konnte einfach in den nächsten Stunden und Tagen immer ganz eng bei mir sein. Keinerlei Apparatemedizin oder andere überflüssige Maßnahmen. So hatte ich mir das vorgestellt und war heute vor 17 Jahren sehr glücklich den Kleinen im Arm zu halten.

Wie schnell sind die 17 Jahre vergangen. Er ging zur Krippe, in den Kindergarten, in die Schule. Wir haben ihm selbst erfundene Geschichten von dem kleinen Oel erzählt. Bereits bei der Geburt hatte er lange schmale Füsse. Heute hat er Schuhgröße 48. Bald brauchen wir Sonderanfertigungen. Suche Schuhe der Größe 50 – ein neues Thema! 

In Rostock hat er auf der Warnow segeln gelernt. Klavier spielt er mittlerweile viel besser als ich, da er unheimlich gut improvisieren kann. Mit seinem Schlagzeug und den Samstags eigenen Hauspartys braucht es schon ein wenig Toleranz. Und dann gibt es noch die vielen freudigen Ereignisse, die die Pubertät so mit sich bringt und die mich manchmal nahe an den Wahnsinn treiben. Auch meine Wege in die Schule, die dann mit den Aussagen der Lehrer: “ Ihr Kind ist ja so intelligent und weiß so viel, aaaabbbberrr die Faulheit, die fehlenden Hausarbeiten, die Schlamperei…“. Ach, wie ich es liebe. Hatte in diesem Zusammenhang ja auch schon mal an die Aufstellung eines Automaten für Geodreiecke gedacht :-). Gerade gestern rechtzeitig zum Geburtstag habe ich wieder so einen Brief erhalten. Vielleicht schreibe ich demnächst etwas über – hoffentlich erfreuliche. Eltern – Lehrergespräche.

Dennoch freue ich mich, dass es meine beiden kleinen Großen gibt, denn ohne die beiden wäre mein Leben ein großes Stück leerer und langweiliger. Also: Glückwunsch zum 17. Geburtstag

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und nicht zu viele blaue Briefe.