Mit ‘Hitze’ getaggte Beiträge

Calima über Teneriffa

Calima über Teneriffa

Open End Hiking hört sich irgendwie merkwürdig an. Doch am Samstag, den 3. Oktober, der hier auf Teneriffa  kein Feiertag war, hatte ich ein spezielles Wandererlebnis. Open End Hiking oder zielloses Wandern? Wandern ohne Ziel? Der Weg ist das Ziel? Oder auch: Calima, Berge, Schluchten und eine Bootsfahrt

Auf der Insel herrscht seit einigen Tagen Calima. Calima ist eine Wetterlage mit trockenem Ostwind. Der warme Sandwind kommt aus der Sahara in Afrika. Er sieht wie trockener Nebel aus und trägt feinen Sandstaub mit sich. Da der Calima bis zu einer Höhe von 500 Metern über dem Land liegt, ist die Sicht auf die Berge und das Meer zumeist getrübt. Das Atmen fällt schwer. Es ist heiß und auf der Zunge macht sich ständig – insbesondere bei Bewegung im Freien – ein sandiges Gefühl breit. Calima-Einbrüche gibt es auf Teneriffa und den anderen kanarischen Inseln im Sommer und im Winter, wobei sie im Sommer im Allgemeinen sehr heiß ausfallen. Und so sehen wir seit einigen Tagen kaum die Sonne, haben aber trotzdem um die 30 Grad.

Und genau wegen dem Calima wollte ich gestern der Küstenregion und der Hitze entkommen. Sehr früh am Morgen machte ich mich noch bei Dunkelheit mit Lasko zu einer Bergwanderung auf den Weg. Morgens in den frühen Stunden um 5 bis 7 Uhr weht ab und zu ein leichter Wind und die Temperaturen sind noch erträglich. Da die Wege, die von Los Gigantes aus in das Gebirge führen, nicht beleuchtet sind, musste ich bereits kurz hinter dem Ort die Taschenlampe benutzen. Ohne Licht ist die Gefahr über Steine und Geröll zu fallen, das überall auf dem Weg liegt, recht groß. Ich hatte kein festes Ziel. Ich wollte nur aus der Küstenregion „entfliehen“ und dorthin gehen, wohin es Temperatur mäßig ein wenig angenehmer sein würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, wohin mich diese Wanderschaft führen würde. Vielleicht ist das auch gut so, denn ansonsten wäre ich vielleicht gar nicht dazu aufgebrochen.

bergauf im Morgengrauen

bergauf im Morgengrauen

Der Gebirgsort Tamaimo liegt zwischen 400-600 Höhenmetern mitten im Barranco Santiago. Auf der halben Strecke dorthin wurde es langsam Tag und der Nachthimmel verwandelte sich von schwarz über dunkelblau nach hellgrau. Sehr schön, den neuen Tag auf Wanderschaft begrüßen zu können. Ich sah entfernt vor mir oben am Berg die Lichter von Tamaimo, die allerdings ausgingen als Lasko und ich uns dem Ort näherten. Es war noch früh am Tag. Durch den Calima neblig und bewölkt, so dass die Sonne nicht zu heiß auf uns herunter schien. Ich wanderte im Barranco Santiago entlang an Tamaimo vorbei und hielt mich immer weiter bergaufwärts. Der Anstieg zu dem kleinen Ort El Molledo wurde im letzten Stück richtig steil. Fast senkrecht ging es auf kleinen Serpentinen in die Höhe. Doch ich hatte ein neues Ziel vor meinen Augen. Ich schwitzte und Lasko hechelte. Von El Molledo bis zu dem Ort Santiago del Teide ist es nicht mehr weit. So beschloss ich in den Bezirksort, der bereits 1000 Höhenmeter hoch liegt, zu wandern. In Santiago del Teide angekommen, wanderte ich mit Lasko die Hauptstraße entlang und überlegte, was ich nun machen sollte. Die Uhr am Kirchturm zeigte erst 10 Uhr morgens. Zu früh, um einfach den gleichen Weg zurückzugehen, befand ich. Einfach zu früh, um nicht noch irgendwohin weiter zu wandern.

Wasser für Lasko

Wasser für Lasko

So machten Lasko und ich eine kleine Pause auf einem angelegten Picknickplatz in Santiago del Teide. Wir aßen Frühstück und tranken vor allen Dingen literweise Wasser. Für Lasko konnte ich hier sogar neues Wasser aus einem Wasserhahn zapfen. Frisch gestärkt, beschloss ich noch ein wenig höher ins Gebirge zu gehen. Von Santiago del Teide lassen sich die höchsten Berge des Tenogebirges, der Kleine und der Große Gala (ca. 1400 Höhenmeter) erreichen. Da es im Tenogebirge nicht höher hinaufgeht, machte ich mich Richtung der „Galaberge“ auf den Weg. Mir war bislang kein einziger Mensch auf der gesamten Wanderstrecke begegnet. Ich fragte mich, woran es wohl lag, dass ich heute anscheinend fast allein unterwegs war. Zu heiß? Nebensaison? Zufall? Gedanken kamen und gingen, während ich auf dem steilen Anstieg zum Galasattel mich Meter für Meter höher schraubte. Kein Mensch vor, hinter, über oder neben mir – Menschenleere und gute Gelegenheit zum Nachdenken. Wirklich kein Mensch schien  unterwegs zu sein. Über mir hörte ich Vögel und rechts und links vom Weg huschten Eidechsen davon. So kämpfte ich mich mit meinen Gedanken und Lasko allein weiter hoch.

Oben in einer Höhe von ca. 1300 Metern angekommen, war ich in Schweiß aufgelöst. Auch Lasko war fertig. Er kroch unter einen Busch und hechelte dort weiter. Ich flösste ihm viel Wasser ein. Schließlich hatte ich ja 5 Liter mit mir den Berg hochgeschleppt. Das merkte ich nun auch in den Schultern. Mit schwarzem Staub und Dreck auf der Zunge hechelte Lasko weiter vor sich hin, während ich mich ein wenig umschaute.

Lasko schwitzt

Lasko schwitzt

Leider gab es dort oben am Samstag nicht einmal eine schöne Sicht. Normalerweise sind von dieser Stelle der Teide und alle vor ihm liegenden Berge zu sehen. Zur anderen Seite eröffnet sich ohne Calima ein gewaltiger Blick auf den von diesem Standpunkt unten liegenden kleinen Ort Masca und einen großen Teil des Tenogebirges. Doch ich sah nur Dunst, Nebel und einige schwache Umrisse der Berge. Nun hatte ich fast 12 Kilometer und 1300 Höhenmeter bewältigt. Es war gegen 11 Uhr und ich hatte immer noch keine Lust den ganzen Weg zurückzugehen. Also konnte ich nur weiter gehen. Doch „weiter“ konnte jetzt nur bergab bedeuten.

Calima "vernebelt" die Sicht von der Degollada

Calima „vernebelt“ die Sicht von der Degollada

In die nordwestliche Richtung zeigte ein Schild zum Cumbre Bolíco. So ging ich denn auf der anderen Bergseite weiter. Es war nicht mehr ganz so anstrengend, da es immer leicht bergab ging. Ich persönlich gehe allerdings fast lieber bergauf. Da bergab für mich auf die Dauer auch auf „die Knie geht“ und zudem sehr viel Konzentration erfordert, um nicht ins Rutschen kommen. In einer warmen Nebelwelt stapften Lasko und ich durch Hänge voller Nebelwälder. Kilometer um Kilometer ging es über Berggrate und dann wieder durch Wälder bergab. Zwischendurch hatte ich durch die Wolkenlöcher eine fantastische Aussicht auf die Nordküste um Los Silos und Buenavista del Norte. Mir wurde klar, dass ich in diese Richtung nach Masca herunter wandern musste. Doch der Weg dorthin führt erst einmal kilometerweit fast parallel zur Nordküste bis zum Cumbre del Carrizal auf 920 Höhenmetern. Dort geht es in alle Richtungen steil hinunter. Zur einen Seite Richtung Norden und zur anderen Seite Richtung Masca. Ich folgte dem Weg nach Masca, der mich in weiten Serpentinen zunächst Richtung Cruz de Hilda und dann in den Ort Masca (600 Höhenmeter) hinunterführte. Auf diesem Streckenabschnitt begegnete mir ein britisches Ehepaar, die ersten Wanderer, denen ich an diesem Tag begegnete. Merkwürdig wie sehr ich mich über diese menschliche Begegnung in der Einsamkeit freute. Ich hatte mir so allein in der Höhe bereits ausgemalt, was wohl passieren würde, wenn ich einen Fehltritt hätte und mit gebrochenem Fuss da oben in den Nebelwäldern liegen würde. Zum Glück nur ein schwarzer Gedanke.

Und dann kamen Lasko und ich in Masca an. In dem kleinen Ort Masca war wie immer touristischer Hochbetrieb. Überall parkten Autos am Straßenrand und viele Leute schlenderten durch den Ort, um zumindest aus der Höhe einen Blick in den berühmten Barranco von Masca zu werfen. Lasko und ich benötigten dringend eine Rast. Ich ließ mich im Schatten eines großen Baumes auf einer kühlen Mauer nieder und Lasko streckte sich quer auf dem Kirchplatz aus. Ich gab Lasko meine mitgebrachten Thunfischkonserven, auf die ich gar nicht richtig Hunger hatte. Lasko schon. Doch Beide tranken wir Wasser und noch mehr Wasser. Auf dem Kirchplatz konnte ich auch von einem Imbissstand neues Wasser kaufen. Damit ausgerüstet ging es auf den letzten Wanderabschnitt. Die bekannte Mascaschlucht hinunter. Häufig ist allein dieser ca. 4 Kilometer lange Weg, der 600 Höhenmeter an den Strand von Masca hinunterführt, für viele Wanderer ein Tagesausflug. Für mich war es nun nur noch nach zurückgelegten 19 Kilometern der letzte Streckenabschnitt. Doch da Hunde auf Teneriffa nicht in Bussen mitfahren dürfen und auch von Taxifahrern nicht gerne und nur in Ausnahmefällen mitgenommen werden, hatte ich gar keine andere Wahl.

Barranco von Masca

Barranco von Masca

So ging ich die Mascaschlucht hinunter. Im Moment ist viel weniger Wasser als üblich im Barrancobett. Daher ließ sich die Schlucht an einigen Stellen, an denen es häufig wegen dem Wasser mit der Überquerung der Felsen ein wenig schwer wird, sehr gut durchwandern. Und an einigen Stellen reichte es sogar noch für ein kleines Laskobad. Die großen Wandergruppen waren wohl schon durch die Schlucht. So begegnete ich nur einzelnen Paaren und einigen spanischen Familien. Den Strand erreichte ich nach 2 Stunden und 15 Minuten um 15.15 Uhr. Das war früher als vermutet. Und ich hatte auch noch Glück mit der Bootsverbindung. Das nächste Boot nach Los Gigantes fuhr 15 Minuten später. Lasko und ich schmissen uns regelrecht auf die Liegefläche des Bootes. Und ich hatte das Gefühl, dass ich nie wieder dort aufstehen wollte. Ich war geschafft. Doch viel zu schnell war der Hafen von Los Gigantes erreicht und wir mussten noch einmal hoch und 50 Höhenmeter zur Wohnung bewältigen. Diese letzten 50 Höhenmeter waren wahrscheinlich die Schwersten der ganzen Wanderung. Um 16.30 Uhr ging für mich meine bislang größte Wander Rundtour auf Teneriffa zu Ende. Die Tour werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich genau diese Tour noch einmal wiederholen werde. Dann lieber noch einmal: Open End Hiking 🙂

PS: Wegen Calima heute auch nur wenige und leider auch keine besonders guten Bilder. Genießt den Sonntagabend!

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Lasko darf leider nicht mitlaufen

Lasko darf leider nicht mitlaufen

Firmenlauf

 

 

 

 

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CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

Erfrischung am Rindermarkt

Wohin zieht es die Münchener bei Hitze? Wahrscheinlich gibt es in dieser großen Stadt unendlich viele schöne Plätze, die zum Verweilen und zur Erfrischung einladen. Bei  Hitze denke ich zuerst an Wasser. Ich selber trinke viel Wasser. Und zur „äußerlichen“ Erfrischung  zieht es mich in München an die Ufer der Isar, an den Eisbach im englischen Garten, an den Feringa See oder auch nur an den nächsten Springbrunnen. Zu einem Picknick oder einem Mittagsschläfchen laden die vielen Parks in München mit schattigen Wiesenflächen ein. Und ich gebe es zu – auch in den großen Biergärten lässt es sich aushalten. Es muss ja nicht den ganzen Tag lang Wasser sein :-).

Am letzten Samstag besuchten wir den Mallertshofer See. Dort dürfen zu meiner Freude nicht nur Zweibeiner, sondern auch Vierbeiner schwimmen und sich bei der Hitze abkühlen. Ich nahm ein ausgiebiges Bad mit Lasko.

Im Kühlen Nass - Schikore Fotografie

Im kühlen Nass – Schikore Fotografie

Lasko am See

Lasko am Mallertshofer See

nicht nur Lasko liebt eine Abkühlung am See

nicht nur Lasko liebt eine Abkühlung am See

 

auch große Vierbeiner haben Durst und benötigen eine kleine Abkühlung...

auch große Vierbeiner haben Durst und benötigen eine kleine Abkühlung…

...bevor es wieder an die Arbeit geht

…bevor es wieder an die Arbeit geht

Danach ging es an die Isar und dann gab es eine „kleine“ Stärkung im Biergarten.

an der Isar und am Eisbach im englischen Garten

an der Isar und am Eisbach im englischen Garten

im schattigen Biergarten

im schattigen Biergarten

Und am Sonntag ging es auf den farbenprächtigen Christopher Street Day in München. Leider haben wir den Umzug am Samstag verpasst. Doch auch die Stimmung am Sonntag auf dem Marienplatz und am Rindermarkt war ausgelassen.

CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

Erfrischung am Brunnen

CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

der Rindermarkt lud am Sonntag zum Tanzen mit erfrischender Abkühlung ein

CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

CSD in München am Rindermarkt –  bunte Farben und  Spaß

CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

Rindermart mit „Rindern“

Brunnen am Rindermarkt - CSD in München - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

Brunnen am Rindermarkt – viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

CSD in München am Rindermarkt - viel Haut, bunte Farben und viel Spaß

CSD in München am Rindermarkt – viel Haut und viel Spaß

Und wo ist Euer Lieblingsplatz bei Hitze? Ich bin tatsächlich ein wenig neugierig :-).

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Lasko schläft in Bonn :-)

Lasko schläft in Bonn 🙂

Gestern – Leonie sagt, dass ihr die Zeit einfach zu schnell wegrennt. Mir rennt die Zeit nicht weg. Es ist heiß in Bonn und ich habe ein paar Gänge zurück geschaltet. Wir stehen früh auf und laufen noch vor sieben Uhr morgens unsere kleine Joggingrunde. Da ist es draußen angenehm kühl und angenehm. Danach ist der Tag für mich so gut wie gelaufen. Ich schleppe mich von einem Platz auf kühlen Fliesen zur nächsten schattigen Schlafstelle. Bei der Hitze fällt das Denken schwer. Leonie läuft nicht nur die Zeit, sondern auch der Schweiß über die Stirn davon. Bei mir läuft nichts und schon gar nichts davon. Zeit zum Chillen, wie Junior meint.

Leonie sagt, dass ihr auch das Denken und das Schreiben im Moment schwer fallen. Aber anstatt sich wie ich in den Schatten zu hauen, wuselt sie den ganzen Tag herum. Sie hat den Garten sauber gemacht und von Unkraut befreit. Dann hat sie fünf Tage lang Sachen auf den immer größer werdenden Sperrmüllberg vor dem Haus geschleppt. Leute kamen vorbei, schauten und nahmen Dinge mit. Das freute Leonie, die ungern Sachen wegwirft. Als letzten Freitag endlich der Sperrgutsammler durch die Straßen fuhr, hatten viele Dinge bereits einen neuen Besitzer gefunden. Für andere Dinge, die sich vielleicht noch verkaufen lassen, hat Leonie fast 100 Online Anzeigen geschaltet. Daher klingelt ständig das Telefon und Leonie ist ziemlich beschäftigt. Das Haus wird langsam leerer und ich finde mehr freie Plätze zum Ausruhen.

Heute – Leonie will Farbe kaufen und alte Möbel anstreichen, die wir in eine neue kleine Wohnung mitnehmen wollen. Geld für neue Möbel scheint im Moment nicht da zu sein, aber Leonie meint, dass das nichts ausmachen würde. „Ich streiche gern Lasko – wenn Du mir nur noch wieder helfen willst“. Nee, das will ich garantiert nicht. Dafür ist es mir viel zu heiß. Außerdem mag ich den Geruch der Farbe nicht. Wenn die Möbel fertig gestrichen sind, sollte ich vielleicht mal das Bein heben und dem Ganzen eine andere Duftnote geben. Ob Leonie das auch gefallen wird?

Morgen – es soll heiß bleiben.  Und Leonie hat hunderte von alten Büchern aussortiert, die sie in den öffentlichen Bücherschrank bringen will. So ein öffentlicher Bücherschrank, in dem alte Bücher neue Besitzer finden, ist eine gute Sache. Vielleicht sollte es auch mal einen Schrank zum Austausch von alten Hundeknochen geben. Habt Ihr Zweibeiner schon mal daran gedacht? Ich wäre dort bestimmt Stammkunde.

PS: für alle, die es interessiert: Das Handy von Leonies Sohn ist nicht wieder aufgetaucht.

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – nun weiß ich auch, was dieser Nebel hier bei uns auf Teneriffa die letzten beiden Tage zu bedeuten hatte. Es herrschte Calima. Jedenfalls sagte Leonie, dass das Calima sei. Ich wußte nicht, was Calima ist. Ich merkte nur, das es nebelig blieb und immer heißer und heißer wurde. „Du weißt nicht was Calima ist, Lasko?“ fragte Leonie. „Dann schaue ich mal bei Wikipedia im Internet nach. Dann wissen wir es genau“.  Das tat Leonie auch sofort und las mir vor:

Calima, gelegentlich auch als Bruma seca (span. Trockener Nebel) oder Kalima bezeichnet, ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln und auf den Kapverdischen Inseln (Sandwind aus Afrika).Von der Sahara kommt mit östlicher Strömung trockene, warme Luft und bringt oft feinen Sandstaub mit. Hochdruck über der Sahara erhöht die Temperatur und verri  Luftfeuchtigkeit. Die Sicht ist dann leicht getrübt, die Niederschlagsneigung bei der geringen Feuchte aber sehr gering. Es kann im Flugverkehr zu Problemen kommen. Bei dem Staubgehalt der Luft ist das warme, trockene Wetter aber nicht angenehm und führt leicht zu Reizungen der Atemorgane. Calima-Einbrüche können mitunter sehr heftig sein, so kann z. B. auf Teneriffa plötzlich ein starker Sturm einsetzen und die Luftmassen austauschen. Es kann auch in der Nacht zu starkem Temperaturanstieg kommen, während gleichzeitig die Luftfeuchte rapide absinkt. Es ist nicht außergewöhnlich, dass bei Calima alle im Freien abgestellten Autos, andere Gegenstände und die Straßen mit feinem ockerfarbenen Sandstaub bedeckt werden. Calima-Wetterlagen können mehrere Wochen andauern.

Ja, Bruma seca. So fühlte sich die Hitze vermischt mit heißem Staub in der Luft auch an. Was macht da ein Labrador? Richtig – gar nichts, überhaupt nichts. Ich schaltete in meinen Leergang, schleppte mich in ein kühles schattiges Zimmer und kroch unters Bett. Es war hier so Calima, dass ich nicht mehr denken konnte……

Heute – es ist immer noch Calima, aber Leonie sagt, dass dieser Calima meist nur bis 300 Höhenmeter zu spüren ist. In höheren Lagen soll es nicht so heiß sein. Und was machen wir da? Richtig, wir gehen heute wandern, aber so richtig richtig hoch. „Wir gehen so weit hoch Lasko, dass wir uns den Calima von oben ansehen können“, sagt Leonie und greift zu Hundeleine. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen. Da bin ich dabei.

Morgen – Vielleicht kann ich Euch morgen mal beschreiben, wie so ein Calima von oben aussieht :-).

Gleich werdet Ihr ziemlich farbintensive Bilder von unserem Teideaufstieg sehen. Es ist kaum zu glauben, aber es war wirklich so ein blauer Himmel. Wir fotografierten viel und staunten bereits beim Fotografieren, was für einen blauen Himmel wir auf dem Display zu sehen bekamen.

Von Icod ging es am Morgen mit dem Mietwagen an Puerto de la Cruz vorbei Richtung Teide. Wir fuhren endlose Serpentinenstraßen hoch und hatten immer wieder fantastische Ausblicke auf den Teide vor uns und die Küste hinter uns. Nachdem die Baumgrenze bei ungefähr 2000 Meter überwunden war, ging es noch eine kleine Weile durch eher karge Kraterlandschaft bis wir an der Bodenstation der Seilbahn ankamen. Leider durfte Hundi nicht mit in die Seilbahn und auf den Gipfel und musste daher im Auto sitzen bleiben. Da es wenig Schatten gab, ließ ich alle Wagenfenster auf und deckte die Scheiben des Wagens noch zusätzlich mit einem Badehandtuch ab. Da ein ziemlich kalter Wind unmittelbar durch die offenen Scheiben in das Fahrzeug hinein blies, konnte ich den Hund im Wagen beruhigt  zurück lassen.

Mit der Seilbahn, bei der wir gar nicht lange anstehen mussten, nachdem wir 25 € an der Kasse bezahlt hatten, ging es in wenigen Minuten hoch zum Gipfel. Wir hatten eine fantastische Aussicht und wirklich den richtigen Tag für den Gipfel gewählt. Gerne wären wir diese Tour auch zu Fuß gegangen. Da jedoch eine Genehmigung für die letzten 150 Meter des Gipfels erforderlich ist, die uns auf den Zeitraum zwischen 13.00 und 15.00 Uhr festlegte, hätten wir bereits sehr früh von unserem Quartier los müssen, um die ganze Tour zu Fuß zu wandern. Wir waren uns zudem auch nicht sicher, ob wir um 15.00 Uhr noch den Abstieg rechtzeitig vor der einsetzenden Dunkelheit schaffen würden. So zogen wir für diese Tour die Seilbahn vor.

Dann kamen wir oben an der Seilbahnstation an und durften an einer Kontrollstelle unsere Genehmigungen vorlegen. Zwei Kontrolleure inspizierten sehr genau unsere Genehmigung. Die Erlaubnis hatte ich vor zwei Wochen hier auf Teneriffa im Internet beantragt und nach einem Tag erhalten. Meine Freundin hatte sie in München ausgedruckt und mitgebracht. Mit solchen Genehmigungen soll der Gipfelansturm kanalisiert werden. Diese Genehmigungen sind jeweils auf zwei Stunden beschränkt und kosten nichts extra. Allerdings war das letzte Stück auf den Gipfel, das für uns noch einmal eine halbe Stunde dauerte, richtig gut anstrengend. Es ging steil nach oben. Es war um die Null Grad und oben pfiff ein ordentlicher Wind. Auch die Sonneneinstrahlung war recht intensiv. Keuchend kamen wir Schritt für Schritt dem Gipfel näher. Am Rand des schmalen Aufstiegweges stiegen uns schwefelige Dämpfe in die Nase und ab und zu fasste ich beim Aufstieg an richtig heißes Gestein. So ein Aufstieg auf einen Vulkan, der zudem noch der höchste Berg Europas sein soll, ist doch etwas anderes als meine bisherigen Alpenwanderungen.

Dann hatten wir es geschafft und teilten uns mit zwei spanischen Frauen, die kurz vor uns aufgestiegen waren, den Gipfel. Da eine Wolkenschicht unter uns lag, konnten wir nicht die anderen kanarischen Inseln und auch nicht die Küste sehen. Wir sahen Wolken und riesige Wälder und auch den Krater und sehr viel Geröll. Was für ein Ausblick. Die Mühe hatte sich gelohnt. Wir machten viele Fotos, die jedoch allesamt nicht den herrlichen Gesamteindruck und die Größe und Schönheit der Natur wieder geben können.

Dann ging es Schritt für Schritt wieder bergab. Nun kamen uns bereits vier weitere Gipfelstürmer entgegen, die jedoch ein wenig langsamer unterwegs waren und sich keuchend bei uns erkundigten, wie weit es denn wohl noch zum Gipfel sei. Zurück an der Seilbahnstation gingen wir noch eine Extrarunde um die Station, um die Berg- und Vulkanwelt auch noch einmal aus dieser Höhe aus jedem Blickwinkel begutachten zu können. So viel Geröll in groß und klein und dermaßen intensive Farben hatte ich lange nicht mehr gesehen.

 

Dann fuhren wir mit der Seilbahn wieder bergab und befreiten Hundi aus dem Wagen. Damit auch er noch etwas von dieser Teidetour hatte, fuhren wir zwei Kilometer von der Seilbahnstation auf einen kleinen Parkplatz und machten eine zweistündige Wanderung am Fuß des Berggipfels. Hier fangen die sogenannten weißen Berge an und teilweise sah die Landschaft richtig wüstenmäßig aus.

Auch von dort hatten wir einige schöne Ausblicke auf den Gipfel.  Nach zwei Stunden hatten wir genug gewandert und konnten noch vor der beginnenden Dunkelheit weitere schöne Ausblicke bei der Heimfahrt Richtung Icod genießen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen guten Weg.

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      Letzten Sonntag kam die große Hitze. Ich ging am Nachmittag mit Hund spazieren und die Hitze lag über dem Land. Über Wiesen, Felder und Wälder wehte kein Lüftchen. Die Farben wirkten nicht mehr frisch und kräftig, sondern richtig verbrannt. Die meisten Leuten, die mir begegneten, schienen es eilig zu haben, nach Hause zu kommen, da am Horizont wieder (wie so häufig bei uns in letzter Zeit) ein Gewitter aufzog.

Ich schaute mir eine Distel am Wegesrand an und stand dann eine Weile bei den Pferdeoffenställen, aber selbst die Pferde schienen keine große Lust auf Bewegung zu haben. Zwei grasten still vor sich hin, während die anderen zusammen standen und mit dem Schweif Mücken abwehrten.

Mein Hund schlich nur noch vor sich hin und schien keine Lust zum laufen zu haben. Er hechelte und versuchte möglichst im Schatten zu laufen. Wir waren ganz allein auf dem Weg. Auf einmal stand da ein einsamer Stuhl, den jemand dort hingestellt oder vergessen hatte. Ich setzte mich ein wenig drauf. Das war irgendwie ein merkwürdiges Gefühl an dieser Stelle, an der ich oft vorbei komme, nun auf einem Stuhl zu sitzen und in die Landschaft zu schauen. Gerne wäre ich noch ein wenig geblieben, aber Hundi tat mir leid, dem die Zunge aus dem Hals hing. Wir schlichen nach Hause, um zu trinken. Wasser, Wasser und noch einen Schluck Wasser.

Heute probiere ich dank des netten Hinweises von Gabi zum ersten Mal die Diashow. Wird es klappen?

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Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und … Wasser, Wasser, Wasser