Mit ‘Höhle’ getaggte Beiträge

bizarre Felsen

bizarre Felsen

Die Tage in Hanoi vergingen schnell und ich gewöhnte mich sogar daran, über die mit Motorrollern überfüllten Straßen zu wandern ohne nach rechts und links zu sehen. Ich ging wie die Vietnamesen einfach langsam weiter gerade aus. Dabei flüsterte ich vor mich hin: „ Nicht stoppen, immer weiter gehen“. Nein, auch der große Lastwagen, der direkt auf mich zurollte und die ca. 30 Motorroller, die Kurs auf mich zu nehmen schienen, hielten mich nicht vom weitergehen ab. Und ich erreichte tatsächlich ohne Kollisionen die andere Straßenseite. Das System der Straßenquerung ist für mich – und vielleicht auch für andere Europäer – recht gewöhnungsbedürftig, aber es scheint recht gut zu funktionieren. 

In den unzähligen Garküchen am Straßenrand probierten wir die ersten vietnamesischen Köstlichkeiten. Es gibt Reis mit viel frischen Gemüse und Kräutern versehen. Dazu verschiedene Fleischsorten oder auch Meeresfrüchte. Zum Nachtisch zumeist einige Scheiben frische Ananas oder Melone.

Nach meiner Erfahrung in anderen asiatischen Ländern ist das Essen in den vielen kleinen einheimischen Garküchen weitaus frischer und leckerer als in vielen der  großen Hotels. Und das scheint auch hier in Vietnam nicht anders zu sein.

 IMG_0648_4752x3168_470x300

Nach drei Tagen in Hanoi ging es in die Halong Bucht. Der große Bus, der uns abholte, schien schon einige Jahre auf dem Buckel zu haben und machte zudem recht undefinierbare Geräusche. Allerdings fuhr er noch und brachte uns zusammen mit fünf anderen Touristen, die aus Israel, Polen und der Schweiz kamen, Richtung Ostküste. Es ging vier Stunden über äußerst ruckelige Straßen, vorbei an vietnamesischen Dörfern und großen Reisfeldern. Nach vier Stunden erreichten wir einen Hafen, in dem einige Ausflugsdampfer auf die Touristen warteten. Auch die Schiffe schienen ihre beste Zeit vor mehr als einem halben Jahrhundert gehabt zu haben. Die rostigen und zumeist ein wenig herunter gekommen aussehenden Schiffe wirkten auf mich, als wenn sie mehr oder minder von der Farbe zusammengehalten würden.

 

schwimmendes Hotel

schwimmendes Hotel

Mit unserem vietnamesischen Reisebegleiter, der ein wenig Englisch sprach und Tickets für uns kaufte, betraten wir unser Schiff. Wir bekamen jeder unsere Kabine und  kurz nach dem Ablegen bereits ein sehr reichhaltiges und leckeres vietnamesisches Essen. Im Verlauf des weiteren Tages fuhren wir langsam durch eine sehr bizarre Landschaft, die geprägt ist von vielen Inseln, die aus dem Meer herausragen. Es sollen ungefähr 3000 Inseln, bestehend aus grün bewachsenen Kalkfelsen, sein, die hier vor der Ostküste Vietnams im Meer liegen. Obwohl es teilweise bewölkt und auch ein wenig dunstig war, konnte ich mich gar nicht satt sehen an den unterschiedlich geformten Inseln. Eine dieser Inseln ist auf einem vietnamesischen Geldschein wieder zu finden.

 

in der Höhle

in der Höhle

Auch das Geld hier musste ich zunächst handhaben lernen. Ich bin zwischenzeitlich zu einer Millionärin avanciert. Ich habe einige Millionen Dong bei mir. 1€ ist ungefähr 27.000 vietnamesische Dong. So schmeiße ich mit den 10.000 Scheinen bei jedem Essen um mich. Dass die Vietnamesen häufig die letzten drei Nullen weglassen, soll den Handel vereinfachen, führt aber auch ab und zu zu Irritationen.

 

Geld

Geld

Auch das Handeln um jede Wasserflasche muss ein wenig eingeübt werden. Langsam bekomme ich ein Gefühl für die örtlichen Preise. Jedenfalls für die örtlichen Touristenpreise, die ohnehin immer über den ortsüblichen Preisen liegen. Aber das ist in diesem Land, in dem die meisten Menschen weitaus ärmer als jeder Vietnamreisende sind, meines Erachtens auch bis zu einem gewissen Grad in Ordnung. Solange nicht gestohlen und betrogen wird, darf der Touristenpreis ruhig ein wenig nach oben vom ortsüblichen Handelspreis abweichen.

 

Halong Bucht

Halong Bucht

Auch Trinkgeld für kleine Dienstleistungen wird überall gerne und dankbar entgegen genommen. Am ersten Tag war ich so müde, dass ich meinte mit 1000 Dong jemanden belohnen zu müssen. Als ich erkannte, dass ich ihm gerade 3 Pfennig in die Hand gedrückt hatte, schob ich beschämt schnell noch eine 2 Dollarnote hinterher. Ja, alles ist hier neu um mich herum und so lerne ich täglich dazu.

 

Dorfleben

Dorfleben

Zurück auf unser mit weißer Farbe zusammengehaltenes Boot. Der warme Fahrtwind auf dem Oberdeck verführte dazu, auf  den bequemen Sonnenliegen zu einem kleinen Nickerchen nieder zu sinken. Doch dafür blieb wenig Zeit, denn bereits nach  kurzer Zeit ankerten wir und wurden mit einem kleinen Beiboot an Land gebracht. Dort führte uns unser Guide einen Berg auf steilen Stiegen hinauf und wir besichtigten eine große beleuchtete Höhle. Dieser Teil der Halong Bucht gehört  zum Weltkulturerbe. Die Höhle war innen hübsch angelegt und offensichtlich für die Touristen hergerichtet. Die Wasserfälle waren nicht alle natürlich, obwohl es wirklich schön aussah, wie das Wasser über die beleuchteten Steine floss.

Schule ist aus

Schule ist aus

Zurück auf dem Boot ging die Fahrt weiter. Wir hielten in einem der vielen schwimmenden Dörfer in der Halong Bucht. Alle Häuser schwimmen und sind von den anderen separiert und nur per Boot zu erreichen. Da die Kinder praktisch schwimmend aufwachsen, wundert es nicht, dass man hier schon dreijährige allein große Boote bewegen sehen kann. Es gibt ein Schulhaus und einen Tempel, einen Kaufmannsladen und schwimmende Händler. Einfach all das, was auch zu einem normalen Dorf gehört.

Wir durften uns nun bereit machen, in ein Kajak umzusteigen. Zu zweit in einem  Kajak erkundeten wir für eine Stunde die nähere Umgebung des schwimmenden Dorfes. Im klaren Wasser ging es vorbei an den Felsen und unter kleinen Felstunneln hindurch in einsame Buchten. Danach fuhren wir durch die Wasserdorfstraßen und konnten interessante Einblicke in das dörfliche Leben gewinnen. Ich sah auf den einzelnen Hausinseln auch viele Hunde und musste unwillkürlich an meinen Lasko im fernen Dänemark denken.

Nach diesem interessanten Paddeltrip fuhren wir in den Sonnenuntergang und ankerten in einer großen Bucht. Dort hatten wir dann Gelegenheit zum Schwimmen. Das Wasser war angenehm warm und nach dem heißen Tag tat die Erfrischung wunderbar gut.

Sonnenuntergang über der Bucht

Sonnenuntergang über der Bucht

Später gab es ein reichhaltiges Abendessen und danach noch eine Feier an Bord, da der Kapitän Geburtstag hatte. Doch ich war sehr müde und schlief recht früh in meiner Kajüte ein. Ich wachte von einem Donnerschlag auf. Ein Gewitter mit riesigen Blitzen, Donnerschlag und heftigen Regen zog über die Bucht. Der Sturm war so stark, dass alle Pflanzen auf dem Oberdeck durcheinander wirbelten. Es knallte und donnerte. Der Kapitän erzählte uns, dass zurzeit in Mittelvietnam ein Taifun durchziehe und es sich bei diesem Sturm um die Ausläufer handele. Doch nach dem langen Tag war ich so müde, dass ich irgendwann auch mit Sturm, Gewitter und Taifun einschlief.

 

Fortsetzung folgt

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Basis Big Buddha

Rede und handele mit klarem Geist und das Glück folgt Dir wie dein eigener Schatten.

Speak and act with pure mind and happiness will follow you as your own shadow.

Dharmapada

Heute werde ich endlich die bekannte Cueva del Viento sehen. Ich habe gewartet bis mein Besuch kommt, damit wir zusammen in diese große Höhle hier in Icod gehen können. Bin sehr gespannt und weiß nicht genau, was mich da unter der Erde erwartet. Wer mehr über diese angeblich größte Höhle der europäischen Union wissen möchte, darf gerne dem Link folgen. Sollte es mir gelingen, in der Höhle Bilder zu machen, werde ich die hier demnächst zeigen (wenn ich wieder aus der Dunkelheit aufgetaucht sein werde).

Ich wünsche Euch einen glücklichen Tag.