Mit ‘Hundeerziehung’ getaggte Beiträge

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – ich war immer noch Hunde- und Leonie menschenmüde. Dennoch rief die Arbeit. Leonie werkelte mit weißer Farbe, um die grauen Wände in der Wohnung ein wenig aufzuhellen. Sie strich und pinselte, sprang hoch und runter auf der großen Leiter. Ich wollte ihr helfen und stand ganz dicht neben ihr. Sie schubste mich immer wieder zur Seite. Verstand sie nicht, dass ich ihr helfen wollte? Um ihr zu zeigen, dass ich auch mitmischen will, steckte ich meine Schnauze ein wenig in den großen weißen Farbtopf als Leonie gerade an einer besonders dunklen Stelle an der Zimmerdecke werkelte.

Ihh gittigit – das Zeug schmeckt wirklich nicht. Farbe scheint tatsächlich nur zum Ansehen, nicht aber zum Essen geeignet zu sein. Verzweifelt hopste ich durch die Wohnung um die Farbe wieder von meiner Schnauze los zu werden. Ich striff mit der Schnauze am orangenen Vorhang entlang und wühlte mich über den Teppich. Langsam wurde die Farbe auf meiner Schnauze ein wenig weniger. Dafür waren nun auch Teppich und Vorhang mit netten Mustern versehen. Ich wusste doch, dass ich helfen kann.

Als Leonie von ihrer Leiter stieg, brach sie leider nicht in Begeisterungsrufe aus. Dabei hatte ich mir doch so viel Mühe gegeben. Sie schnappte mich und duschte meine Schnauze unter der Brause ab. Dann kann ich Dir auch nicht helfen, dachte ich beleidigt und verzog mich in meine Lieblingsecke auf dem Bett. Leonie hatte übersehen, dass ich mit dem rechten Vorderbein auch noch in den Farbeimer getreten war. So wälzte ich mich auf dem Bett und hinterließ ein hübsches Muster für den braunen Bettbezug. Wenn ich mich nicht um alles selber kümmere….

Heute – Leonie hat mit mir heute morgen ziemlich arg über die vielen Farbflecken und die angebliche Extraarbeit, die sie durch mich hat, geschimpft. Wie dumm ist das denn? Sie hat doch in der Hundeschule bereits vor vielen Jahren gelernt, dass ein Halter sofort innerhalb von Sekunden auf „nicht wohlgeformtes Verhalten eines Hundes“reagieren muss. Aber ehrlich gesagt. Das hat sie auch damals nie richtig geschafft. Irgendwie gehört sie zu den Zweibeinern, die nicht richtig mit Hunden schimpfen können. Ist ja auch ganz sympathisch – finde ich ..ha,ha. Aber mal im Ernst. „Einen Tag später schimpfen“ bringt bei Hunden gar nichts. Das könnt Ihr in jedem Hunderatgeber nachlesen (nehmt am Besten einen, der von einem Hund geschrieben ist). Einen Tag später haben wir Hunde uns nämlich schon neue Dinge ausgedacht und können uns an gestern überhaupt nicht mehr erinnern.

Na ja, irgendwie waren die weißen Flecken auf der Decke ja nicht zu übersehen. Aber nein – ich stellte mich auf den Hundestandpunkt. Ich bin ein Hund und einen Tag später weiß ich von nichts. Ich schaute Leonie unschuldig an, legte den Kopf ein wenig schräg, als wenn ich sagen wollte: „Leonie, ich habe es wirklich nur gut gemeint. Und die Wohnung sieht doch nun ein bisschen lustiger aus. Das musst auch Du zugeben“. Leonie kann nie lange böse sein, grinste, gab mir einen Knuff und verzieh mir.

Gut, dann können wir ja jetzt über etwas wirklich Wichtiges reden – habe ich heute eigentlich schon etwas Gutes zu Fressen bekommen?

Morgen – Leonie will noch einmal pinseln und hat bereits angekündigt, mich in die Transportbox zu stecken. Dann muss sie halt alleine arbeiten – selber schuld.

Warum darf ich nicht ins Wasser?

Nun leben Hund und ich seit einiger Zeit auf Teneriffa. Dadurch hat sich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Hund so einiges geändert. Dass hier überall Hundekotbeutel und Abfallbehälter für den Hundekot zu finden sind, hatte ich bereits geschrieben. Ich  muss allerdings ehrlich zugeben, dass das den Hund wenig interessiert. Er muss einfach nur und macht sein Geschäft. Fertig. Ob er die Hundeschule am Samstag und die lieb gewonnenen Hundekumpel vermisst, vermag ich nicht so wirklich zu sagen. Sicher ist jedoch, dass er das Spielzeug der Hundetrainerin vermisst, das er sich bei jeder Gelegenheit schnappte und das ihm nicht mehr zu entreißen war. Nun muss er sich hier mit vier alten Tennisbällen vergnügen, von denen er zwei bereits zersägt hat. Die Reste schwimmen auf dem Atlantik in Richtung Nordsee und kommen so ungefähr in einem Jahr in Cuxhaven an.

Wenn man Hundi zum Gassi gehen auf Teneriffa befragen würde, käme ungefähr die folgende Prioritätenliste zustande:

  1. An erster Stelle der „Gassi geh Hitliste“ stehen Wanderungen oder Reitausflüge. Da kann der Hund zumeist noch mit anderen Hunden im Rudel Stunden lang ohne Leine durch die Landschaft laufen, hundert Fährten erschnüffeln und sich wieder richtig als Rudeltier und Wolf fühlen. Das tut er dann durch wölfisches Imponierscharren verbunden mit seinem einzigartigen Löwengebrüll auch kund. Dieses Brüllen hat selbst die Hundetrainerin noch bislang bei keinem anderen Labrador festgestellt und wie sie mir schrieb, wird das Gebrüll in der Bonner Waldgegend in letzter Zeit tatsächlich vermisst.
  2. Gleich danach und vielleicht auch ab und zu an erster Stelle stehen bei einem Wasserlabbi natürlich Ausflüge an den Strand. Da Hunde hier jedoch zumeist am Strand verboten sind, geht es dabei im Allgemeinen über Geröll, Felsen und spitze Klippen. Während Frauchen jede Sekunde in Gefahr läuft, abzurutschen, sich die Füße oder Beine aufzuschlitzen oder gar zu stolpern und für nimmer Wiedersehen von den Klippen zu stürzen, amüsiert sich Hundi mit Schwimm- und Tauchübungen im Wasser. Wenn Frauchen es allerdings schafft bei Morgengrauen an den Strand zu laufen, kann sie sich das Klettern ersparen und in Ruhe mit vom Schlaf noch halb verschlossenen Augen mit Labbi am Menschenstrand Ball spielen. Sie ist allerdings bereits gewarnt worden, dass die Polizei, wenn sie das denn mitbekommen sollte, in solchen Dingen hier keinen Spaß versteht. Doch was riskiert man nicht alles als Labbibesitzer für seinen treuen vierbeinigen Freund. Das Foto mit den spielenden Kindern entstand bei Sonnenuntergang, der hier in Bezug auf Labbis Strandvergnügen mit dem Sonnenaufgang gleichzusetzen ist.
  3. Auf Platz drei rangieren immerhin noch die langen Spaziergänge in der neuen Gegend an der Leine. Schließlich geht es immer in der Nähe des Meeres entlang und vielleicht ist ja doch mal die Chance……Außerdem kann so ein Hund bei diesen Spaziergängen eindeutig sein Netzwerk erweitern. Während uns im Norden nur spanische Hof- und Fincahunde hinter geschlossenen Mauern ankläfften, begegnen uns hier im Süden die Briten mit ihren Kampfhunden, die Russen mit ihren hergerichteten Pudeln, die Spanier mit ihren kleinen „ja was eigentlich?“. Da Hunde keine Sprachbarrieren zu überwinden haben und mehr als eindeutig kommunizieren, kann man auf diesen Spaziergängen sich neue Freunde und Feinde machen und einen angemessenen Rang verschaffen. Solange der Kampfhund an der Leine ist, teilt ihm Labbi deshalb unverhohlen mit, was er von ihm hält.
  4. Alles andere kann man nach Hundemeinung hier vergessen. Hundi liebt es nicht in der Mittagshitze hinter mir herzuschleichen. Auch, dass er in kein Gebäude mit herein darf und überall draußen angeleint werden muss, passt ihm überhaupt nicht. Und ganz schlimm sind seiner Meinung nach die vielen alten britischen Damen, die immer wenn sie ihn sehen, mit schrillen Stimmen: „How nice, how cute, how lovely“ schreien. Er findet Zweibeiner ohnehin manchmal recht merkwürdig. Die hohen Töne kann er gar nicht einordnen. Zunächst zeigte er noch geringes Interesse, denn möglicherweise könnte das „how nice“ ja eine leckere Fleischwurst sein, die die Briten für ihn im Handtäschchen spazieren tragen. Immerhin bleibt seine Leinenhalterin dauernd stehen und redet auch noch mit den merkwürdig schreienden Zweibeinern. Wie langweilig. Da Labbi recht praktisch  veranlagt ist, nutzte er gestern eine solche Zwangspause, um ein bisschen „brownware down zu loaden“. Als er sich hinhockte ahnte ich schon was jetzt folgen würde. Doch die Damen riefen immer noch: „How cute“. Als sie dann die „brownware“ entdeckten, verstummten sie schlagartig und wir konnten nach Säuberung der Stelle unseren Gassigang in Ruhe fortsetzen. Ich hoffe nicht, dass Labbi nun mit dem englischen Geschrei sein Geschäft verbindet, denn das wäre in der Folge keine ganz so glückliche Idee.

Ich wünsche Euch allen Lesern einen schönen Tag.

manchmal ist es hier ganz schön heiß

spielen am Strand ist immer gut

Am Wochenende habe ich meine freie Zeit genutzt und war viel unterwegs, um die letzten Sonnentage auf langen Spaziergängen zu genießen. Ganz langsam setzt die Herbstlaubfärbung ein und mir graut ein wenig vor den dunkler werdenden Tagen und der kommenden Kälte. Am Sonntag nehme ich mir immer ein wenig Zeit, um über die kommende Woche und die anstehenden Dinge nachzudenken. Dabei kommen zumeist viele gute Vorsätze heraus, die ich mich bemühe oder zumindest bemühen möchte, umzusetzen.

Meine heutigen Sonntagsvorsätze:

1. Jeden Tag ein wenig Spanisch lernen. Das fällt mir zurzeit ziemlich schwer, da ich seit der letzten Woche keinen Spanischlehrer mehr habe. Ich arbeite mich nun allein durch mein dickes Spanischbuch und verschiedene Internetkurse. Von der BBC habe ich einen sehr unterhaltsamen interaktiven Sprachkurs (mi vida loca) gefunden, der allerdings für absolute Anfänger ist und den ich bereits durchgearbeitet habe. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tip für mich, wie und wo ich weiter Spanisch lernen kann.

2. Die Diät für meinen Hund noch konsequenter umsetzen, denn obwohl ich nun bereits seit einer Woche sehr genau auf die Futtermenge achte und auch mit ihm sehr viel laufe, ist noch kein Erfolg zu sehen. Die Hundetrainerin hat mich nochmals ermahnt, doch bitte wegen der Knochen (nicht der Futterknochen, sondern der Hundeknochen) auf strenge Umsetzung der Diät zu achten. Ich arbeite daran, habe jedoch ehrlich gesagt  bereits selber Mühe, endlich einmal zwei bis drei Kilo abzunehmen, wie ich mir das für dieses Jahr vorgenommen habe. Neuer Vorsatz: Hund und ich nehmen beide ab. Ob ihn das tröstet?. Mich jedenfalls nicht.

3. Die Zeit finden, einige Seiten an meinem geplanten und bereits angefangenem Buch zu schreiben. Freue mich sehr, endlich angefangen zu haben und im Moment sprudeln die Ideen beim Laufen. Ich hoffe sehr, dass das noch ein wenig anhält.

4. Endlich einmal Fenster putzen, denn langsam habe ich den Durchblick verloren :-).

5. Weiter daran arbeiten, dass mein Hund bei Hundebegegnungen an der Leine, nicht immer den wilden Max raushängen läßt.

6. Den Leuten, die immer unseren Kater durch Futter weglocken und über Nacht bei sich im Haus lassen, endlich einmal meine Meinung sagen. Mittlerweile habe ich heraus gefunden, dass unser Kater in einer Nachbarstraße von Leuten gefüttert und damit auch angelockt wird. Nun erklärt sich auch, wieso er über längere Zeiträume verschwunden war, worüber ich hier viel geschrieben habe.

7. Ansonsten lieb und brav mit Freude meine Arbeit verrichten, Geduld und Gelassenheit mit meinen drei Männern walten lassen und vor allen Dingen, jede Minute genießen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und eine gute Woche.

Ronja und Chicco

Auch am letzten Samstag ging es nachmittags wieder in den Wald zu meiner Hundegruppe. Spaß für die Hunde – Training für die Menschen!?! Das sollte auch heute wieder so werden. Bereits Mittags bereitete ich mich mental auf den Nachmittag vor und nahm mir ganz fest vor, heute präsent, schnell und überlegen zu sein und möglichst die geforderten Dinge auch bei meinem starrköpfigen Labrador gut durchzusetzen.

Zunächst stand ich jedoch erst einmal bei Hitze allein auf der Waldlichtung. Da keiner meiner Mitstreiter in Sicht war, spielte ich ein wenig Ball mit meinem Hund, um ihm bereits im Vorfeld der anstehenden Übungen ein wenig zu ermüden. Nach und nach trafen dann doch die anderen Teilnehmer ein und es gab nach der Sommerpause ein freudiges menschliches und tierisches Begrüßungsritual. Die Menschen fragten sich gegenseitig artig, wie denn der Urlaub gewesen sei, während die Hunde sich erst einmal durch wildes Spiel, Imponierscharren und Markierungen in die richtige Wiedersehenstimmung brachten.

Als wir uns zu Beginn der Stunde versammelten und jeder seinen Hund abrufen und neben sich legen sollte, stellte ich fest, dass mein Hund fehlte. Er lag ungefähr fünfzig Meter von uns entfernt und kaute an einem Gegenstand herum. Er sah so aus, als wenn er sagen wollte: Fangt schon mal ohne mich an, denn ich habe wichtigere Dinge zu tun. Es blieb mir nichts anderes übrig, als zu ihm hinzugehen. Ich stellte fest, dass er ein Quietschespielzeug, das ein anderer Hundebesitzer verloren hatte, vor sich hatte und nicht im Traum daran dachte, es wieder zurück zu geben. Das Worte BEUTE stand ihm im Gesicht geschrieben. Es war ihm selbstverständlich auch egal, dass sein Kumpel Berni, der sein Quietscheentchen vermisste und nun neben seinem Frauchen still liegen mußte, wahrscheinlich Hundetränen vergoss.

Da war sie wieder – die kritische Stelle, an der bislang  meine sämtlichen Erziehungsbemühungen versagt hatten. Wenn mein Hund in seinen Augen gute Beute gemacht hatte, war ich nicht fähig, ihm diese abzunehmen. WAS SOLL ICH TUN? Ich sollte kein Spiel daraus machen, ihm nicht nachlaufen, aber auch das Tauschangebot mit der mitgebrachten Fleischwurst lehnte er gnadenlos ab. Ich schlich ohne Hund zurück zur Gruppe. Die Trainerin fragte gerade, ob wir zurzeit irgendwelche Probleme mit unseren Hunden hätten. Ich nickte beschämt und deutete mit dem Kopf in Richtung der Stelle, wo der Hund lag und freudig erregt in unsere Richtung starrte. Kommt denn mal endlich jemand vorbei und spielt mit mir? schien er zu denken.

Die Trainerin seufzte und schickte mir einen bitterbösen Blick zu. Ich merkte, dass ihr alle anderen Probleme lieber waren, als meinem  Hund Beute abzujagen. So durften denn meine Nachbarn zuerst von ihren Problemen berichten. Sie erklärten, dass ihr diesjähriger Frankreichurlaub ein voller Erfolg war. Nur den Hund hätten sie lieber zu Hause lassen sollen, da er jeden, aber auch wirklich jeden französischen Hund angekläfft hätte und sie in den Städten ein Spießrutenlaufen veranstalten mußten, um potentiellen Hunden auszuweichen. Ich dachte bei mir, dass es also zum Glück auch noch Probleme gibt, mit denen ich nicht gesegnet bin.

Während ein weiterer Herr von seinem Hund, der immer noch Radfahrer und Jogger stellte, berichtete, schaute ich halb abgelenkt in die Ferne, wo mein Hund sich lautstark mit der Quietscheente vergnügte. Die Trainerin dozierte gerade wieder darüber, wie man Hund mit Leckerchen an sich binden und von anderen Hunden ablenken könne. Darauf meinte ich, dass ich das aus meiner Erfahrung nicht so vollkommen bestätigen könne, denn wenn mein Hund sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hätte, dann ließe er sich selbst mit zwei Fleischwürsten, die vor seiner Nase jongliert würden, nicht ablenken. Um meine Ansicht zu bestärken,  seufzte ich und warf einen entmutigten Blick auf die Waldlichtung, auf der mein Hund immer noch bequem ruhte. Das Quietschen wurde bereits leiser und ich sah mich genötigt, der Eigentümerin anzubieten, ihr ein neues Spielzeug für Berni zu kaufen.

Nun war die Trainerin unter Zugzwang und mußte beweisen, dass ich unrecht hatte und man mit Leckerli auch meinem Hund einfach seine Beute abjagen könne. Sie ließ sich von mir mitgebrachte Fleischwurst geben und ging zur Lichtung, wo sie um meinen Hund herum schlich. Der freute sich, dass er endlich wieder Aufmerksamkeit bekam und jemand mit ihm und seiner Beute spielen wollte. Die Fleischwurst schnappte er so geschickt, ohne dabei natürlich sein Beutespielzeug aus den Augen zu verlieren. Die Trainerin ging langsam in den Vierfüßlerstand und wir anderen verrengten uns fast die Hälse, um ja nichts zu verpassen.

Dabei hatten alle Hundebesitzer anscheinend ihre eigenen Hunden ein wenig aus den Augen verloren und der Hund,  der gerne Jogger jagte, hatte die Situation blitzschnell ausgenutzt und sprang kläffend hinter einem vorbei sprintenden Jogger her. Durch das Gekläffe kam Leben in die Truppe. Alle Hunde sprangen auf und versuchten Karli (so heißt der Joggerkiller) zu folgen. Auch mein Hund ließ das Quietscheente sein, schnappte sich schnell noch die restliche Fleischwurst und lief mit den anderen hinter Karli her.

Jeder von uns beeilte sich, schnell seinen Hund wieder heran zu holen. Auch meiner kam ohne Beute auf den ersten Ruf gelaufen. Na also geht doch, ermutigte ich mich innerlich selber. Nur Karli kam erst später, den fluchenden Jogger vor sich her treibend, zurück. Der Jogger schrie das Herrchen von karli an: „Gehen Sie mir ihrem Köter endlich einmal in eine Hundeschule“. Ich überreichte meiner Mitstreiterin das leicht lädierte Quietscheentchen. Die meinte nur, dass sie das in diesem Zustand auch nicht mehr gebrauchen könne und schmiß das arme Quietscheentchen ohne Quietsche und ohne Beine einfach in den Wald. Die Trainerin meinte zu mir: „Na, hast Du jetzt gesehen, wie schnell er die Beute hergegeben hat?“ Wieder hatte ich dazu gelernt.

Die restliche Stunde verlief ohne besonderen Vorfälle, denn es war heiß und mein kleiner Labrador hatte bereits genug gefressen und gespielt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und falls jemand ein Quietscheentchen ohne Beine finden sollte, …..

Hund oder Kaninchen?

Veröffentlicht: 5. September 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
Schlagwörter:, , , , , , ,

Potrait 5

Jeden Morgen, wenn ich mit meinem Hund laufe, komme ich an einem großen Haus vorbei, das mit einer Mauer und einem Tor umgeben ist. Die Mauer ist aus Stein und das Tor aus Metall, so dass ich bis heute nicht den Hof hinter dem großen Tor gesehen habe. Was ich jedoch ziemlich schnell mitbekommen habe, ist, dass ein recht großer  Hund dort lebt. Denn jedes Mal, wenn ich an dem Haus vorbei laufe, fängt der Hund an zu bellen und steht anscheinend auf der anderen Seite hinter dem Tor. Ab und zu schiebt er auch seine Schnauze ein wenig durch den ca 10 cm großen Spalt unter dem Tor in Richtung Straße durch. Eine lange schwarze Schnauze wird sichtbar. Wie der Hund dabei noch bellen kann, ist mir zwar ein Rätsel, aber er kann.

Für mich ist dieser Teil meiner Morgenstrecke von jeher ein nicht so angenehmer Teil. Am Anfang bin ich einfach an dem Haus vorbei gegangen und habe versucht, den bellenden und kläffenden Hund zu ignorieren. Mein Hund tat das selbstverständlich nicht und kläffte, bellte und knurrte so gut und so laut er konnte zurück. Es half kein schimpfen, ziehen  und keine Ablenkung. So ging es morgen für morgen. Ich stellte mich nach einiger Zeit bereits darauf ein, dass das Gekläffe, Geknurre und Gezerre gleich los gehen würde. Meine Laune an dieser Stelle war ständig auf dem Tiefpunkt. Nicht so die meines Hundes. Er schien immer freudig erregt, umso näher wir dem Haus seines Lieblingsfeindes kamen. Er riss an der Leine und hätte wahrscheinlich 10 Huskies im Zug ersetzen können, um nur möglichst schnell dort zu sein und ordentlich Morgenspaß zu haben.

Ich überlegte mir teilweise in Absprache mit der Hundetrainerin fast jeden zweiten Tag eine neue Taktik:

1. Bereits weit vor dem Haus den Hund mit Leckerli ablenken und auf mich fixieren: Das klappte zunächst wunderbar und mein Hundi stopfte alle Leckerlis schnell in sich hinein, um rechtzeitig die Schnauze wieder für wichtigere Dinge leer zu haben. 5 Meter vor dem Haus war ihm unsere Bindung, seine Leckerlis und alles in der Hundeschule Gelernte egal.

2. Die Leckerli durch Fleischwurst ersetzen: Unnötig zu erwähnen, dass er auch diese gerne verschlang, aber 5 Meter vor dem Haus ihm selbst die gute Fleischwurst wurstegal war.

3. Das Haus meiden und woanders lang gehen: Das Haus liegt an einer taktisch für mich so ungünstigen Stelle, dass es dort oben auf dem Berg kaum eine Umgehung gibt. Da ich nicht meine gesamte Joggingrunde zerstören wollte, ging das Gekläffe weiter. Und wer weiß, ob es nicht woanders auch Häuser mit Hunden gibt?

4. Die Laufzeit verändern: Das schien zunächst zu klappen, da der Hund drinnen im Haus nicht anschlug und anscheinend auch auf dem morgendlichen Gassigang war. Leider interessierte die Anwesenheit des Lieblingsfeindes meinen Hund nur peripher. Er knurrte auch gerne das Haus ohne  Hund an. Hinzu kam, dass die Besitzer des großen schwarzen Hundes anscheinend keine regelmäßige Gassigehzeit hatten, und so die Hundeanwesenheit nicht planbar war.

5. Die Straßenseite wechseln: Ja, ich wechselte vor dem Haus und hinter dem Haus die Straßenseite und muß auch noch über eine Ampel extra. Dadurch habe ich gelernt, fünfmal in kürzester Zeit bei morgendlichen Berufsverkehr die Straßenseite zu wechseln ohne überfahren zu werden. Knurren funktioniert aber übrigens auch über die Straße – und zwar beidseitig wie ich jetzt weiß.

Ich habe aufgegeben und mich damit abgefunden, dass es an einer Stelle meines Morgenlaufes eine Begrüßung von Lieblingsfeinden gibt. Heute morgen wechselte ich dennoch die Straßenseite und stellte mich auf Lärm und Vorbeiziehen ein. Der Hund hinter der Mauer fing an zu bellen. Mein Hund …… nicht. Er fing in einer enormen Geschwindigkeit an nach vorne zu ziehen ohne seinen Lieblingsfeind zu beachten. Was war los? Vor uns radelte eine Dame, die einen Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter ihres Rades transportierte. Kaninchen ist also noch interessanter als Lieblingsfeind. Das muß ich mir merken. Vielleicht kann ich ja in Zukunft meinen Morgenlauf so organisieren, dass immer an dieser Stelle eine Dame mit einem Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter an uns vorbei radelt :-).

Ich wünsche allen Lesern einen guten Tag mit guten Lösungen.

Heute morgen stand ich im Bad vor dem Spiegel und putzte die Zähne. Da sah ich im Spiegel, wie sich hinter mir die Tür öffnete und mein Labrador ins Bad trottete. Er warf sich auf den Duschvorleger und schaute mich unter dem Motto an: „Nun mach mal ein bisschen zu. Ich will raus.“ Da ich mich nicht gerne hetzen lasse – auch nicht von meinem lieben Hund – putzte ich unbeirrt weiter. Hundi grummelte und ich schloss die Tür, da es mir durch den Luftzug kalt wurde. Hundi grummelte noch einmal, erhob sich, streckte sich und trottete Richtung Tür. Er stellte sich kurz auf die Hinterpfoten, drückte mit den Vorderpfoten auf die Türklinke und sprang wieder runter als die Tür sich öffnete. Er trottete raus und ich mußte abermals die Tür – dieses Mal hinter ihm – schließen.

Da fiel es mir die Geschichte wieder ein, wie er zum ersten mal Türklinken öffnete, die Umgebung erkundete, den Mülltonnen in der Umgebung einen Besuch abstattete und schließlich nach einem Zwischenaufenthalt bei einer netten Familie (aber das ist eine andere Geschichte) im Tierheim landete.

Er war gerade acht Monate alt und allein zu Hause. Mein Mann war auf der Arbeit, die Kinder in der Schule und ich beruflich in Berlin unterwegs. Es war früher Nachmittag und ich war in Berlin  auf dem Weg zum Flughafen, um das Flugzeug nach Bonn zu bekommen. Da klingelte mein Handy und eine Stimme sagte: „Hier ist die Tierarztpraxis Bonn. Ihr Labrador ist bei uns abgegeben worden. Er ist durch den Ort gewandert und Herr Müller hat ihn geschnappt, als er seine Mülltonne durchwühlt hat. Sorgen Sie bitte dafür, dass der Hund besser beaufsichtigt wird und sofort abgeholt wird.“ Ich konnte mir nicht erklären, wie der Hund aus dem Haus kam, rief aber schnell meine Söhne an, die gerade auf dem Rückweg von der Schule waren. Ich wies sie an, bitte doch unverzüglich zur Tierarztpraxis zu gehen und den Hund zu holen.

Kurz bevor ich in Berlin in den Flieger stieg, rief ich noch einmal bei meinem älteren Sohn an, der mir erklärte, dass er den Hund heil und sicher nach Hause gebracht habe. Die Tierarztpraxis habe ihn böse ermahnt, doch besser auf den Hund aufzupassen. Er könne sich jedoch nicht erklären, wie der Hund wohl das Haus verlassen habe. Wir rätselten, waren uns aber schließlich sicher, dass er gelernt haben mußte, Türklinken zu öffnen. Ich war erstaunt, aber auch beruhigt, schaltete das Handy aus und flog nach Bonn.

Als ich das Handy auf dem Köln Bonner Flughafen wieder einschaltete, bekam ich gleich einen weiteren Anruf: „Hier ist das Tierheim Bonn. Ihr Hund ist von der Feuerwehr bei uns abgegeben worden. Bitte holen Sie ihn unverzüglich ab“. Ich war schockiert. Wie konnte es angehen, dass der Hund schon wieder aus dem Hause gekommen war und nun sogar im Tierheim gelandet war? Ich fuhr nicht über Los, sondern unmittelbar zum Bonner Tierheim, um meinen Labrador in Empfang zu nehmen. Dass ich für seinen Aufenthalt bezahlen musste und auch später noch eine Rechnung von der Feuerwehr erhielt, versteht sich von selbst.

Irgendwie schien dem Hund übel zu sein. Die Mitarbeiterin im Tierheim sagte, dass er so hungrig ausgesehen habe und man ihn gefüttert habe. Es scheinen wenig Labradorbesucher im Tierheim zu sein, denn sonst hätte die gute Dame gewusst, dass das Tier immer hungrig aussieht, wenn ihm nicht gerade schlecht ist. Vor unserer Haustür passierte es dann. Er übergab sich und übergab sich und noch einmal. Der gesammelte Inhalt der Mülltonnen aus unserem Stadtteil garniert mit Leckerli aus dem Tierheim bahnten sich den Weg ins Freie. Danach schüttelte er sich und es ging es ihm besser.

Als Sofortmaßnahme brachten wir am nächsten Tag anstelle der Türklinke einen Drehknauf an der Haustür an, so dass der Freigang unseres Hundes ein wenig beschränkt wurde. Er mußte so seine neuen Fertigkeiten zunächst innerhalb der Wohnung an den Wohnungstüren weiter  verfeinern. Heute ist er darin perfekt. Wenn Kater miaut, weil er gerne in das Schlafzimmer möchte, springt Hund hoch und macht für ihn den Türöffner.

Am nächsten Sonntag traf ich beim Bäcker einen Mann, der mir erzählte, dass er meinen Hund kennen würde. Als ich fragte woher, erzählte er mir den Teil der Geschichte, der mir noch fehlte. Was war passiert nachdem der Hund das zweite Mal aus dem Haus ausgebrochen war und wo hatte er die Zeit verbracht bis er im Tierheim landete? Diese wahre Geschichte werde ich morgen erzählen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und keine bösen Überraschungen.

Am Morgen regnete es Bindfäden und ich fuhr mitten im Hochsommer bei eisiger Kälte, grau am Himmel hängenden Regenwolken und eiskaltem Wind mit dem Fahrrad durch die Felder. Mein Labbi folgte mir mehr oder minder, wobei das „minder“ mit fortschreitender Zeit Überhand nahm. Da es ja schließlich überall so viel zu schnüffeln gab, blieb er immer häufiger zurück und folgte nur noch im großen Abstand. Geduldig blieb ich alle paar hundert Meter stehen und rief ihn wieder heran. Von weiten sah ich, dass ihn mein rufen wenig tangierte und er sich sehr gründlich überlegte, ob es sich wohl lohnen könnte, dem Rückruf folgen zu leisten. Langsam setzte er sich zumeist mit einiger Verzögerung in Bewegung und folgte. Ich stieg aufs Fahrrad und hing weiter meinen zu dem Wetter passenden trübsinnigen Gedanken nach, die sich auf die Ereignisse am Tag zuvor bezogen.

An jenem Tag davor war Hundeschule mit unserer Hundegruppe im Wald gewesen. Ich gehe dort immer sehr gerne hin, da ich auf den Waldspaziergängen mit netten Menschen zusammen bin und jedes Mal etwas Neues dazu lerne. Ob mein Hund das auch so sieht, wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall geht er auch gerne dort hin, wobei bei ihm eine etwas andere Motivationslage zugrunde liegt. Er freut sich bereits, wenn er merkt, dass es Richtung Wald geht und ich kann ihn zum Schluß kaum noch an der Leine halten. Wir treffen uns mit den anderen Hundebesitzern, der Trainerin und den anderen Vierbeinern zumeist auf einer großen Wiese, die mitten im Wald liegt. Die Hunde können kurz zusammen spielen und wir besprechen in der Zeit, was in der letzten Woche war, was anliegt, wo es Probleme gab und was wir an dem Tag machen werden.

An jenem Tag übten wir zunächst in Kolonne per Fuß mit Hund durch den Wald zu gehen, während ständig Ablenkungen in Form von Joggern und Fahrradfahrern auftauchten. Diese erste Übung des Tages meisterten mein Hund und ich mit Bravour und in mir keimte bereits ein Fünkchen Hoffnung auf, dass meine gesammelten Hundeerziehungsbemühungen doch noch Früchte tragen könnten. Ein Lob der Trainerin bestärkte mich. Das war es dann aber auch für den Tag. Mein kleiner Labrador hatte beschlossen, dass er mit dieser ersten Übung für heute mehr als genug für seine Erziehung getan hatte und dass er den weiteren Nachmittag einfach nur Spaß haben wollte.

Es folgten Dummy Übungen. Dafür geht mein Labbi, wenn man ihn denn fragen könnte, in diese Runde. Er ist ein Ball und Dummy Junky und würde für diese Geräte sogar morden. Es gab auch keine Probleme beim Suchen und Aufspüren des Dummys. Das kann er fast besser als alle anderen Hunde in der Gruppe zusammen. Der Haken an der Sache ist, dass er nicht im Traum daran denkt, den erbeuteten Dummy brav zu apportieren. Er scheint innerlich zu jubilieren: Beute, Beute und hüpft munter mit einem Labbigrinsen auf der Schnauze durch den Wald. Nicht genug damit, dass er seinen Dummy nicht apportiert, er vergrößert seine Freude noch dadurch, dass er auch die Dummys der anderen Hunde einsammelt. Soviel und noch ein bisschen mehr, wie eine Labbischnauze tragen kann. Da kommt allgemeine Freude bei allen Betroffenen auf und in mir begann es langsam aber sicher zu kochen.

Ich kenne mittlerweile so viele Tricks, um Beutedummys zurück zu erobern, dass ich damit ein eigenes Buch füllen könnte. Ablenkung, tauschen und und und … Gestern klappte natürlich nichts. Woran lag es und wer war schuld? In dubio pro Labbi und ich hatte die gesamte Asche auf mein Haupt zu kippen. Letztlich gelang es der Trainerin und mir ihm die schönen Dummys mit Leckerchen (was auch sonst?) zu entlocken. Der Schweiß stand mir auf der Stirn und ich war froh, dass die Suchspiele für den Tag beendet waren.

Aber es sollte noch schöner werden, denn schließlich war mein Labrador ja nicht nur zum Spaß in den Wald gekommen. Auf einem engem Pfad sollten wir mit Hund an der Leine an fremden Hunden vorbei gehen. Mein friedlicher kleiner Hund röhrte beim Anblick der fremden Hunde wie ein Hirsch, blies zum Kampf  und stürzte sich mit Löwengebrüll in Richtung Feind. Ich blockierte ihn, stellte bzw. schmiß mich dazwischen und verpaßte ihm letztlich einen ordentlichen Stoß mit dem Bein. Das ließ ihn alles kalt. Nicht aber die Trainerin, die mich ordentlich anschnauzte. Während Sie mir vorschlug, es doch einmal mit einem Geschirr bei meinem lieben Vierbeiner zu probieren, schwebten in meinem Kopf bereits Gedanken an ein Kettenhalsband mit Würger. Das würde ich natürlich nicht umsetzen, aber ich ärgerte mich sehr über den „Stahlbetonkopf“ oder eigentlich noch mehr über mich selbst, dass ich es an dem Tag mit der Hundeerziehung nicht so wirklich in den Griff bekam.

Ziemlich zerknirscht schritt ich durch den Wald nach Hause. Nicht so mein kleiner vierbeiniger Freund. Er hatte ein Schlammloch entdeckt in das er mit allen Vieren voran hinein sprang, dass es nur so spritzte. Betroffen davon waren leider nicht nur die anderen Hunde, sondern auch deren Halter, die mich langsam etwas entnervt beäugten. Am liebsten hätte ich wie im Film Marley gerufen: Wem gehört bloß dieser Hund? Mein Labbi scheint eine Reinkarnation von Marley zu sein. Warum hat mir das die Verkäuferin denn nicht mitgeteilt?

Ich fuhr mit meinem Rad über regennasse Feldwege und der Schlamm spritzte an meinen Hosenbeinen hoch. Dabei dachte ich an den Tag zuvor, an dem ich meinen Labbi zu Hause nach der Hundeschule erst einmal mit dem Gartenschlauch abgespritzt hatte und unter der Schlammkugel wieder ein zur Einrichtung passender Labrador Buche zu Tage kam. Ich mußte an den Film Marley denken und mußte endlich wieder ein wenig grinsen. Gut, dass es einige Marleys unter den Hunden gibt – sonst wäre die Welt doch eigentlich auch zu langweilig.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und weder Frust noch Hundewetter.



Irgendwann wenn mein Hund gefressen und verdaut hat, macht er das, was alle Lebewesen machen, er sch… oder wie man beim Hund wohl richtig sagt: er löst sich. Bereits für Welpen gibt es Erziehungsregeln, wie man sie „stubenrein“ bekommt, indem man sie zum Beispiel zunächst an einen sogenannten Löseplatz gewöhnt. Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich mit meinem kleinem Labradorwelpen übte und übte und eine Runde nach der anderen in der Nähe des Hauses drehte. Nichts passierte. Er schien sich an der Welt und den kleinen Spaziergängen sehr zu erfreuen. Viel zu schade, um die Zeit am Boden hockend zu verbringen. Wenn ich dann nach „erfolgloser“ Tour in den Flur trat, löste er sich und schaute mich freudig an. Gut gemacht? Wie mir später jemand erzählte sollen Labradors in dieser Hinsicht ohnehin ein wenig Spätzünder sein. Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Bei meinem Hund dauerte es jedenfalls eine ganze Weile, aber dann war klar, dass der Flur nicht der Löseplatz ist.

Ab und zu hat mein lieber Hund später einige Sachen in sich rein geschlungen, die er eigentlich nicht fressen sollte, so dass er danach Dünnpfiff hatte und mitten an der Nacht vor der Tür jaulte. Dann wankte ich schlaftrunken mit ihm zum Feld hoch. Im Allgemeinen passiert das aber zum Glück recht selten. Dennoch macht er heute manchmal sein Geschäft nicht bei unseren Streifzügen durch den Wald und auf den Wiesen, sondern gerade dann, wenn wir wieder auf einem Gehweg sind. Für diese Fälle der „unautorisierten Downloads“, wie ich sie scherzhaft nenne, habe ich immer Plastiktüten bei mir und kratze den Hundekot dann von der Straße auf.

Neulich erzählte mir die Hundetrainerin, dass man einem Hund auch das kontrollierte lösen beibringen können. Einfach ein Wort verwenden, wenn der Hund sich gerade löst und nach einer Zeit würde der Hund das Wort mit dem Vorgang verknüpfen. Wenn man dann das Wort sagen würde, wenn Mensch meint, dass es nun Zeit für ein Geschäft sei, könne man den Hundekot gewissermaßen gezielt plazieren.

Zunächst überlegte ich ein Wort und hatte schon „spanisches“ im Sinn, entschied mich dann aber für das profane Wort „Haufen“. Beim nächsten Lösevorgang sagte ich voller Inbrunst: Haufen – Hauuuu-fennn. Mein Hund, der sehr wählerisch mit seinem Plätzchen ist und sich zehnmal um die eigene Achse dreht ehe er sitzt, schien so mit sich beschäftigt, dass er gar nicht zu hören schien. Drei Wochen lang habe ich den Beschwörungsvorgang fortgesetzt: Hauauau-fen, Hauu-fen rief, frohlockte und flüsterte ich. Einmal übersah ich dabei ein Ehepaar, das an mir vorbeiging und mich ansah, als ob ich irgendwo ausgebrochen sei. Trotzig wiederholte ich: Haufen – Hauuu-fen.

Heute morgen nun die Probe auf den Ernstfall. Wir drohten ohne Lösung aus dem Wald hinaus zu kommen und ich wollte, dass er endlich sein Geschäft macht, damit ich nicht wieder auf der Straße kratzen musste. Ich befahl laut und deutlich: HAUFEN HAUFEN. Überraschender Weise schien mein Hund zu verstehen. Er stoppte und pinkelte. Nein. HAUFEN HAUFEN. Er schaute mich an als wenn er dachte: was will die denn jetzt schon wieder von mir. In dem Moment kam ein Hundebesitzer samt Hund um die Ecke. „HAUFEN HAUFEN“  rief ich mit gespannter Erwartung, ob es denn nun klappen könnte. Anstatt sich zu lösen galoppierte mein Hund freudig auf den anderen Hund zu. Er hatte endlich (leider zu spät und falsch) verknüpft. Der Hund heißt also HAUFEN schien seine Schlußfolgerung zu sein. Das hätte sie mir doch auch gleich sagen können.

Ich habe beschlossen, von weiteren Beschwörungsformeln in dieser Hinsicht abzusehen und den Hund sich lösen zu lassen, wo und wann er immer mag. Schließlich habe ich ja immer Tüten dabei.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und entschuldige mich für die unautorisierten Downloads.

Letzten Samstagnachmittag war ich mit meinem Vierbeiner  – wie so häufig an Samstagen – wieder  mit einer Hundegruppe im Wald unterwegs. Unter Anleitung einer Trainerin machen wir u. a. mit den Hunden kleine Suchen (Hund sucht Gegenstände, Hund sucht Mensch) und auch ein wenig Dummytraining. Hier  findet man bei Interesse nähere Informationen zum Dummytraining.

Da mein Hund ein Labrador ist, die von Natur aus gerne apportieren und suchen, hat er zumeinst bei diesen Übungen keine Schwierigkeiten und sogar viel Freude daran, was sich an seinem rotierenden Schwanz gut ablesen lässt.

Dennoch passierte letzten Samstag wieder etwas, das nicht passieren sollte und dass mir die Laune dann doch ein wenig verdorben hat. Mein Hund hatte die von mir mitgebrachten Dinge gut gefunden. Allerdings ist er ein recht dominantes Tier und hat auch innerhalb der Samstagsgruppe eine recht hohe Rangstelle. Daduch kam es, dass er sich vor einer Hündin aufbaute, die einen Futtersackdummy trug, der der Trainerin gehörte. Ein Futtersackdummy, in dem man Futter verstecken kann, ist für die meisten Hunde (auf jeden Fall aber für meinen Hund) etsas ganz tolles. Die Hündin ließ den Dummy fallen und der Hundehierachie folgend richtig nahm mein Hund ihn an sich.

Soweit ist wohl auch alles auf hündisch normal. Bei meinem Hund blitzten die Augen: BEUTE BEUTE. Mit hoch erhobenem Haupt und Schwanz tänzelte er um uns herum und ich wusste schon, was jetzt kommt. Ich konnte mich auf den Kopf stellen oder mich vor ihm aufbauen. Alle sonst immer tauglichen Befehle, wie „aus“ versagten. Auch die Trainerin versuchte es vergeblich. Dabei wusste ich nicht so genau, ob ich mich darüber freuen sollte, da nur ich es nicht schaffte, den Dummy meinem Hund abzujagen oder ob ich noch entsetzter sein sollte über seinen Eigensinn, der selbst allen Versuchen der Trainerin widerstand.Ich ärgerte mich, dass ich nicht in der Lage gewesen war, ihn daran zu hindern, der Hündin den Dummy abzunehmen.

So blieb uns nun im Wald nichts anderes übrig, als meinen Hund mit seinem Machowolfsgehabe zu ignorieren. Er folgte uns und kam irgendwann doch recht nah. Seine Siegestrophäe immer noch in der Schnauze. Der größte Mann aus unserer Gruppe stand durch Zufall auf einmal vor ihm und brüllte laut „aus“. Das schien meinen Labrador doch ein wenig zu wundern oder auch zu beeindrucken. Ein „Fremder“ brüllte ihn an. Und man merkte wie er drei Sekunden überlegte, sich dann aber doch besser entschloß, das Maul zu öffnen. Ab dem Moment als der Dummy im Gras lag und von mir eingesammelt werden konnte, war er wieder der liebste Hund, der folgte und in unsere Augen blickte, als wenn er kein Wässerchen trüben könnte. Zum Glück war auch der Dummy noch in Ordnung, so dass eigentlich nichts passiert war. Wir hatten alle wieder viel gelernt.

Ich nahm mit, dass ich gerade beim Dummytraining noch üben, üben, üben muss und viel viel schneller in brenzligen Situationen reagieren muss. Denn wenn man dem Hund viel Freiheit ohne Leine gönnen möchte, muß er zum Schutz von anderen Personen und Sachen unbedingt gehorchen.

Und mein Labrador nahm mit. Im Allgemeinen mach ich ja was sie von mir will, aber zum Glück gibt es ab und zu kleine Lücken und die muß ich finden. Ein bissl was geht alleweil.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Freude an den tierischen Begleitern.