Mit ‘Laufen’ getaggte Beiträge

In der Nacht zum Valentinstag hatte ich schlecht geschlafen. Immer wieder wachte ich auf. Vielleicht lag es auch an dem Fieber, das mein kleiner Infekt verursachte. Der Temperatursturz von Teneriffa in die Bonner Kälte machte sich langsam doch bemerkbar.

Ich wartete ganz dringend – fast fieberhaft – auf eine gute Nachricht und hatte zu diesem Zweck mein IPad neben mir auf dem Nachtisch liegen. Ich wartete bis zum Morgen vergeblich. Die heiß ersehnte Nachricht kam nicht.

In eisiger Kälte stolperte ich im Dunklen aus dem Bett und machte mich mit dem Hund zu unserem täglichen Morgenlauf auf. Draußen war es um die Null Grad. Es war grau, nass und ungemütlich. Die Straßen und Fußwege waren vereist. Jeder Schritt musste mit Bedacht gesetzt werden, um nicht auszurutschen. Alle paar Meter musste ich stehen bleiben, um dem Hund Eisstückchen, Salz und anderes Streumaterial aus den Pfoten zu entfernen. Und alle paar Meter lief er wieder  in ein neues Teil hinein und humpelte auf drei Beinen weiter, bis ich das Stückchen entfernt hatte.

Die Auspuffgase hinter den vorbei fahrenden Wagen bildeten giftig riechende Duftwolken. Als ich weg von der Straße auf den Feldweg lief wurden die Gerüche besser. Aber auch hier war ein Laufen kaum möglich. Ich bemühte mich zumindest im zügigen Schritt dahin zu eilen. Freude am Spazierengehen ist etwas anderes. Die Nässe hing in der Luft und legte sich auf die grauen dreckigen Felder. Ich erinnerte mich an einer Ausspruch aus fern vergangenen Tagen: „Als der Zauber auf die Äcker pisste“. Irgendwie passte dieser Spruch zu dem Tag.

Dann kam ich in den Nachbarortsteil. Dort war am Sonntag ein Karnevalsumzug durchgekommen. Überall verstreut lagen im nassen Matsch Konfettireste. Auch Glasscherben lagen immer noch überall weit verstreut auf den Fußwegen. Dass die Leute feiern und Spass haben wollen, verstehe ich ja. Dass sie dabei Glasflaschen zertrümmern müssen, verstehe ich leider immer noch nicht. Reste von klein gewordenen Luftballons hingen in den Fenstern, an denen ich vorbei stapfte. Ein eisglatter Weg, der mit Glasscherben bestreut ist. Graues Wetter und noch düstere Gedanken machten meinen Lauf schwer. Ich freute mich auf zu Hause und wollte nichts mehr von dieser grauen Suppe sehen, die mein Herz schwer machte und auf meine Gedanken drückte.

Um mit Emil zu sprechen: Positiv war am Valentinstag: die Gewissheit, dass der Valentinstag, der Karneval und auch der dreckige Februar irgendwann vorübergehen

Ich wünsche Euch einen viel besseren Tag.

Am Wochenende habe ich meine freie Zeit genutzt und war viel unterwegs, um die letzten Sonnentage auf langen Spaziergängen zu genießen. Ganz langsam setzt die Herbstlaubfärbung ein und mir graut ein wenig vor den dunkler werdenden Tagen und der kommenden Kälte. Am Sonntag nehme ich mir immer ein wenig Zeit, um über die kommende Woche und die anstehenden Dinge nachzudenken. Dabei kommen zumeist viele gute Vorsätze heraus, die ich mich bemühe oder zumindest bemühen möchte, umzusetzen.

Meine heutigen Sonntagsvorsätze:

1. Jeden Tag ein wenig Spanisch lernen. Das fällt mir zurzeit ziemlich schwer, da ich seit der letzten Woche keinen Spanischlehrer mehr habe. Ich arbeite mich nun allein durch mein dickes Spanischbuch und verschiedene Internetkurse. Von der BBC habe ich einen sehr unterhaltsamen interaktiven Sprachkurs (mi vida loca) gefunden, der allerdings für absolute Anfänger ist und den ich bereits durchgearbeitet habe. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tip für mich, wie und wo ich weiter Spanisch lernen kann.

2. Die Diät für meinen Hund noch konsequenter umsetzen, denn obwohl ich nun bereits seit einer Woche sehr genau auf die Futtermenge achte und auch mit ihm sehr viel laufe, ist noch kein Erfolg zu sehen. Die Hundetrainerin hat mich nochmals ermahnt, doch bitte wegen der Knochen (nicht der Futterknochen, sondern der Hundeknochen) auf strenge Umsetzung der Diät zu achten. Ich arbeite daran, habe jedoch ehrlich gesagt  bereits selber Mühe, endlich einmal zwei bis drei Kilo abzunehmen, wie ich mir das für dieses Jahr vorgenommen habe. Neuer Vorsatz: Hund und ich nehmen beide ab. Ob ihn das tröstet?. Mich jedenfalls nicht.

3. Die Zeit finden, einige Seiten an meinem geplanten und bereits angefangenem Buch zu schreiben. Freue mich sehr, endlich angefangen zu haben und im Moment sprudeln die Ideen beim Laufen. Ich hoffe sehr, dass das noch ein wenig anhält.

4. Endlich einmal Fenster putzen, denn langsam habe ich den Durchblick verloren :-).

5. Weiter daran arbeiten, dass mein Hund bei Hundebegegnungen an der Leine, nicht immer den wilden Max raushängen läßt.

6. Den Leuten, die immer unseren Kater durch Futter weglocken und über Nacht bei sich im Haus lassen, endlich einmal meine Meinung sagen. Mittlerweile habe ich heraus gefunden, dass unser Kater in einer Nachbarstraße von Leuten gefüttert und damit auch angelockt wird. Nun erklärt sich auch, wieso er über längere Zeiträume verschwunden war, worüber ich hier viel geschrieben habe.

7. Ansonsten lieb und brav mit Freude meine Arbeit verrichten, Geduld und Gelassenheit mit meinen drei Männern walten lassen und vor allen Dingen, jede Minute genießen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und eine gute Woche.

Angst in der Dunkelheit

Veröffentlicht: 24. September 2011 in Hund, Leonies Leben 2011, Sport
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Nun ist es wieder soweit. Die dunkle Jahreszeit hat für mich begonnen. Ab und zu trete ich jetzt bei meinen frühen Läufen mit dem Hund bereits bei  Dunkelheit aus dem Haus und komme mir vor, als wenn ich in der finsteren kalten Nacht stehe. Das matte Licht der Straßenlaternen und ab und zu das Scheinwerferlicht eines vorbei fahrenden Autos geben mir ein bisschen Sicht auf den recht dunklen Fußweg, den ich in aller Frühe mit meinem Hund entlang trabe.

Nach einiger Zeit biege ich rechts in einen Feldweg ein und es wird richtig dunkel. Im Winter erleuchtet hier ab und zu der Schnee den frühen Morgen. Aber so weit ist es ja zum Glück noch nicht. Auch der Mond hat sich in diesen Tagen hinter die Wolken verzogen, so dass ich auf meine kleine Stablampe, die ich immer bei solchen Läufen mit mir führe, angewiesen bin. Ich leuchte den Weg so gut es geht vor mir aus, um nicht über Stöcke zu stolpern oder in Sandkuhlen, die reichlich auf dem Weg vorhanden sind, hinein zu treten. Die Natur  läßt sich um diese Zeit noch nicht so wirklich genießen, da alles in der Dunkelheit versinkt. Zum Glück kenne ich die Gegend sehr gut und bin bislang noch nicht auf große Irrwege geraten.

Als ich mit meinen Läufen in der Dunkelheit vor drei Jahren anfing, hatte ich erst ziemlich Angst. Ich weiß nicht genau wovor, denn rational war diese Angst mit nichts zu begründen. Wer sollte schon um 6 Uhr morgens in der Einsamkeit bei Kälte und Dunkelheit hinter einem Busch sitzen und auf mich lauern? Nur als Mensch, der lange Zeiten seines Lebens in der Stadt verbracht hat, fiel es mir zunächst sehr schwer, mich auf die Dunkelheit und das nicht alles sehen und unter Kontrolle haben zu können, einzulassen. Jetzt habe ich mich an die Dunkelheit gewöhnt und mein Hund an meiner Seite ist für mich eine wichtige psychische Unterstützung (falls doch der große Unbekannte aus dem Hintergrund angreifen sollte :-)). Ob mein Hund mich im Ernstfall (welcher Ernstfall?) tatsächlich beschützen würde, vermag ich nicht wirklich zu sagen. Vielleicht freut er sich über einen Fremden, der auf uns zu stürzen würde, und würde es als tolles neues Spiel ansehen. Allerdings haben Hunde auch einen sehr guten Instinkt und ich vermute, dass er Gefahr wittern würde. Das sage ich mir jedenfalls immer, wenn mich auf den schmalen dunklen Waldwegen doch einmal ein etwas mulmiges Gefühl überkommt.

Diese Vermutung hat sich durch ein Ereignis, das mir im letzten Winter passiert ist, ein wenig bestärkt. Als ich eines Tages mit dem Hund durch einen dunklen und mit hohen Büschen bepflanzten Feldweg lief,  fing mein Hund plötzlich an zu bellen und zu knurren und zerrte an der Leine. Er stürzte auf einen Busch zu und ich vermutete bereits große Gefahr dahinter. Tatsächlich raschelte etwas im Gebüsch und als ich fast den Busch erreichte, schrie dahinter eine fremdländisch klingende sehr verängstigte Frauenstimmen: „Bitte nichts tun – muss nur Pipi“. Seltsam, dass morgens eine Frau einsam auf dem Feld in einem Gebüsch saß und ihr Geschäft verrichtete. Ich lief weiter und dachte darüber nach, was wohl der Grund dieser Frau war. Es gibt so viele Varianten und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Allerdings hatte mir der Vorfall auch gezeigt, dass der Hund die fremde Frau bemerkt und angeschlagen hatte. Er klang nicht gerade freundlich und ich bilde mir seitdem ein, dass er mich in brenzligen Situationen beschützen würde.

Wenn ich in der Mitte meiner Laufstrecke auf der Höhe entlang laufe, habe ich bei klarem Wetter einen tollen Blick in das Rheintal. Zwar ist es um mich herum noch dunkel, aber in der Senke liegt die Stadt mit ihren vielen Lichtern. Wie aneinander gereihte Perlen ziehen sich die Autolichter auf den Hauptein- und ausfahrtstraßen dahin. Bevor ich wieder den letzten Berg hinunter laufe, kann ich zumeist Köln mit seinen vielen Lichtern und dem erleuchteten Himmel über der großen Stadt bewundern. Im Osten wird es manchmal bereits hell und ich fange an zu spurten. Dabei freue ich mich – wie immer morgens – , auf eine warme Dusche und einen dampfenden Pott voll Kaffee.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen guten Start in denselben.

Heute Morgen war es noch richtig kühl und dunkel als ich vor die Tür trat. Selbst mein Labrador blinzelte müde und schien sich auch nicht sicher zu sein, ob er bei dieser frühen Stunde bereits Lust auf laufen hatte. Doch wir legten los und die frische Luft und die Bewegung machten uns beide schnell frisch und wach.

Nach einigen hundert Metern bog ich in den Feldweg ein und war froh, von dem einsetzenden Berufsverkehr an der Straße weg zu kommen. Die Brombeerhecken sind nun leer und laden mich nicht mehr zum Verweilen ein. Der kleine Vorfrühstückssnack fällt bis auf weiteres weg. Weiter ging es durch die Pferdewiesen. Einige Pferde lagen noch am Boden und schliefen. „Eigentlich keine schlechte Idee“, schien mein Labrador zu denken. Ein Mann versorgte andere Pferde im Offenstall mit Heu. Dann kam die erste Hundebegegnung. Ein kurzer Stop, ein kurzer Wortwechsel und Hundeschnuppern.

Nach dieser Begegnung lief ich weiter und an einem Haus vorbei, von dem aus uns immer ein anderer Hund anbellt. Er klingt jedoch eher wie jaulen. Am letzten Samstag war er über den Zaun gesprungen und hatte uns zunächst angebellt bzw. in den höchsten Tönen gejault. Dann war er auf meinen Labrador los gegangen. Indem ich mein Fahrrad hochgerissen hatte und es zwischen die Hunde setzte (eher fast schmiss), hatte ich sie getrennt. Allerdings hat mein Labrador ein paar ordentliche Bisswunden davon getragen, die ich zu Hause mit Wundspray und antibiotischen Puder versorgt hatte. Bei diesem Haus nun kniff mein Hund den Schwanz ein und wollte möglichst schnell vorbei. Verständlich –  und ich legte einen ordentlichen Laufschritt zu.

Dann ging es eine kleine Strecke durch den Wald. Hier war es noch recht dunkel und ein Käuzchen schrie. Zu sehen war es nicht. Als ich aus dem Wald heraus kam war der Himmel in rosa und hellblauer Farbe getunkt. Ein richtig kitschiger Sonnenaufgang, den ich voller staunen eine kurze Weile bewunderte. Vor mir sah ich einen Kastanienbaum und steckte meine drei obligatorischen Kastanien in die Tasche. Langsam füllt sich meine Dekoschale zu Hause! Weiter ging der Lauf am Supermarkt vorbei, der wie jeden Morgen, gerade mit frischen Blumen von Flower Power beliefert wurde. An der Bushaltestelle standen viele Schüler, die auf den Schulbus warteten und durch die ich mir einen kleinen Weg hindurch bahnen mußte. Der Berufs- und Lieferverkehr nahm zu und ich begegnete immer mehr Menschen, die in alle Richtungen eilten. Die Rolläden an den Häusern wurden hoch gezogen und an der Apotheke zeigte das Thermometer 14 Grad an. An dieser Stelle kontrolliere ich immer, ob mein Kälte- und Wärmegefühl wohl mit der Realität übereinstimmt.

Dann kommt das Haus unseres „Lieblingsfeindes“ und mein Hund geht bereits in Stellung. Ich ziehe die Leckerlis. Und da Lieblingsfeind Nummer 1 heute anscheinend nicht zu Hause war, laufen wir brav vorbei und gönnen uns ein Leckerchen. Dann laufe ich wieder weg von der Straße und habe von einem Höhenweg einen wunderbaren Blick auf den Rhein und das Siebengebirge. Davor liegt in blauem Morgendunst gehüllt die Stadt Bonn im Tal.

Nun begegnete ich noch mehreren Hundebesitzern und anderen Joggern. Einige kannte ich von meinen morgendlichen Läufen und ich wechselte ein paar Worte, während mein Hund am Rand des Weges die Hundezeitung las.

Zum Schluß ging es einen lang gezogenen Berg hinunter, den ich in großen Schritten nahm. Mein Hund wurde auch immer schneller, da er wahrscheinlich bereits sein Morgenfutter bildlich vor Augen hatte. Ich freute mich auf eine Dusche und einen leckeren Morgenkaffee. Der Tag konnte beginnen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag.

Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere. Dennoch lag irgendwie Dynamit in der Luft. Es fing bereits damit an, dass der Hund um 5.30 Uhr aus einem nicht nachvollziehbaren Grund anschlug und laut bellend durch das Haus lief. Das ist für ihn sehr untypisch, denn zu Hause benimmt er sich ansonsten eher sehr ruhig und frisst oder schläft. Morgens um diese Zeit schnarcht er zumeist noch vor sich hin und träumt wahrscheinlich von der nächsten Mahlzeit. Alle im Haus wurden wach und vielfältige Flüche und Schlußbefehle drangen aus den verschiedenen Zimmern an mein Ohr. Ich quälte mich aus dem Bett, stieß meinen Kopf am Schrank und als ich endlich unten im Haus ankam, lag der Hund ruhig in seinem Körbchen.

Nun war ich wach und machte mich zum laufen fertig. Draußen zogen dicke dunkle Wolken auf und es sah wieder nach Regen und Gewitter aus. Werden wir in diesem Sommer wohl auch noch mal die Sonne sehen? Ich merkte, dass auch ich irgendwie innerlich geladen war. Es war ein Tag wie jeder andere und dennoch war irgendetwas anders. Irgendetwas Unangenehmes lag in der Luft. Lag es am Wetter? Lag es daran, dass einer meiner Söhne gestern wieder „Unsinn“ gemacht hatte, über den ich mich sehr geärgert hatte? Lag es an den fallenden Aktienkursen oder an einer aufziehenden globalen Katastrophe? In mir herrschte jedenfalls Weltuntergangsstimmung und dann tauchte sie auf einmal beim laufen mitten auf dem Feldweg auf. Plötzlich und unerwartet überfiel mich die große Frage nach dem Sinn.

An einigen Tagen überkommt es mich manchmal und ich überlege, ob es Sinn macht, jeden Morgen die gleiche Runde mit dem Hund zu drehen. Spanisch zu lernen und nur ganz geringe Fortschritte zu machen. Auch alles andere erschien mir heute irgendwie ohne Sinn. Schwerfällig trabte ich weiter. Auch der Hund schien irgendwie missmutig drauf zu sein und blieb ständig stehen, um zu schnüffeln und dann knurrend zu scharren. Kurz gesagt wir waren beide einfach schlecht gelaunt. Ein Grund war nicht ersichtlich und so quälten wir uns einfach weiter voran.

Irgendwie ein Tag wie jeder andere ohne besondere Vorkommnisse. Dennoch hatte ich heute nicht den Nerv mich an kleinen Dingen zu erfreuen und vermutete hinter jeder nächsten Straßenecke das Schlimmste. Was war das eigentlich? Aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund war ich heute wohl nur unzufrieden mit mir selbst und meinem Leben und konnte nur hoffen, dass dieser Zustand schnell vorüber gehen würde.

Auf meinem Rückweg begegnete ich einem alten Mann. Ihn hatte ich bereits öfter getroffen. Er zog immer eine Karre hinter sich her, in der er anscheinend Dinge transportierte, um diese nicht tragen zu müssen. Ich bin nie dahinter gekommen, ob er damit Lebensmittel einkaufen ging oder irgendwelche anderen Sachen transportierte, da das Gut in der Karre immer mit einer Plane abgedeckt war. Ich lief grüßend an ihm vorbei. Er grüßte zurück und rief mir nach: “ Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund einen schönen Tag. Schön, dass wir uns begegnet sind. Ich freue mich immer Sie zu treffen“.

Als diese Worte bei mir angekommen waren, war ich bereits den Berg weiter hinunter gesprintet und eine ganze Ecke von dem Mann entfernt. Irgendetwas hatten die Worte in mir ausgelöst. Auf einmal sah die Welt wieder etwas freundlicher aus und auch Hundi schien sich beruhigt zu haben und wedelte gut gelaunt mit seinem Schwanz. Er wußte, dass es gleich seine Mahlzeit geben würde.

Ein Tag wie jeder andere und doch einmalig.

Ich wünsche allen Lesern einen wirklich schönen Tag.

Bereits  einige Male habe ich darüber erzählt, dass ich meinen frühen Morgen täglich mit einem Morgenlauf starte. Zumeist laufe ich in unserer Gegend über Feldwege, durch den Wald und auch durch Wohngebiete. Diese vertrauten Wege laufe ich sehr gerne, da jeden Tag im Kleinen etwas Neues zu sehen ist. Dennoch freue ich mich immer, wenn ich im Urlaub oder zu Besuch bei Verwandten und Freunden bin und andere Wege laufen kann. Die neuen unbekannten Wege sind sooo spannend, denn häufig weiß ich nicht, was ich sehen werde, wohin mich die Wege führen werden und ob ich überhaupt zurück finden werde. Das Letzte hat zum Glück bislang immer noch gerade so geklappt.

Manchmal erscheint es mir, als ob meine Läufe einiges mit meinem Leben zu tun. Ich laufe den Blick vorwärts gerichtet zügig durch und lasse mich nur schwer aufhalten. Ab und zu geht es den Berg hoch und ich muß mich anstrengen. Dann geht es plötzlich herunter und alles fällt leicht. Unterwegs gibt es manchmal Hindernisse, die ich umgehen kann oder denen ich mich stellen kann. So kenne ich hinter Toren am Wegesrand so einige Hunde, die anfangen zu bellen, sobald ich mit meinem Hund vorbei laufe. Häufig fängt dann mein Hund auch an zu kläffen und Theater zu machen. An manchen Tagen umgehe ich diese Anwesen mit einem großen Bogen. Ein anderes Mal beschäftige ich mich so intensiv mit Ablenkungsmanövern für meinen Hund (Leckerli für meine kleine Freßmaschine), dass er auf das Gekläffe auf der anderen Seite des Zauns nicht eingeht. Ab und zu passiert auch etwas völlig Unvorhergesehenes. So gibt es auf dem Weg – wie überall im Leben – neue Herausforderungen.

An einigen Tagen reichen mir meine eingetretenen Weg nicht mehr und ich wünschte, dass ich sie einfach verlassen könnte. Aber wo soll ich hin laufen? Ich könnte es wie Forest Gump in dem gleichnamigen Film machen und erst an das Ende des Stadtteils, dann an das Ende der Stadt, dann an das Ende des Bezirks, dann an das Ende des Landes usw. usw. laufen. Was für eine schöne Vorstellung! Aber wie lange würde ich das aushalten? Möglicherweise würde es auch reichen, zunächst die Normalspur zu verlassen und ein wenig auf der Parallelspur zu laufen. Das gibt mir immer neue und interessante Einblicke. Aber reicht mir das? Ich glaube nicht, denn ich suche einen ganz neuen Weg, den ich nicht auf der Parallelspur finden werde. Er wird einfach von meinem eingetretenen Pfad abgehen und mich ….ja wohin eigentlich?.. führen. Dennoch bin ich sicher, dass dieser Abzweig gar nicht sehr weit entfernt von hier liegt und dass ich ihn eines Tages finden und begehen werde. Ich werde berichten.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen guten walk of life.

 

Ich habe bereits über mein morgendliches Joggen mit dem Hund geschrieben. Dieses Ritual brauche ich, um den Tag in Ruhe angehen zu lassen, mich gedanklich zu sortieren und den Hund und mich zu bewegen. Da ich im Moment gesundheitlich ein wenig angeschlagen bin, ist mein laufen heute zu einem Spaziergang geworden. So habe ich zwar heute nicht meine sonst übliche acht Kilometer lange Strecke bewältigt, aber ich konnte die Kamera mitnehmen und heute morgen bei schönem Sonnenschein einige Momentaufnahmen von meiner Welt morgens um 7.00 Uhr festhalten.

Über Nacht hat es heftig geregnet, morgens um 6.00 Uhr schien jedoch bereits die Sonne auf die Felder und Wiesen. Der morgendliche leichte Dunst, der über dem Wald lag, verzog sich schnell. Auch auf unserem Bambus im Garten waren noch Regentropfen aus der Nacht oder waren es Tautropfen?

Im Teich und unterwegs in den Gräben war seit langer Zeit endlich auch wieder Wasser zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Felder rauschte heute morgen leicht der Wind und ich hatte endlich Gelegenheit einige Dinge, an denen ich täglich vorbei laufe, wie zum Beispiel diesen alten Anhänger, im Bild

festzuhalten. Leider machte sich die Tierwelt heute rar. Sonst sehe ich täglich Hasen, Kaninchen, Rehe, ab und zu Wildschweine und immer große Greifvögel. Heute war nur sehr weit entfernt ein etwas größerer Vogel oben auf  den kargen Ästen zu entdecken. Und der sah fast nach eine Taube aus, oder?

Durch das langsame wandern merkte ich heute auch , dass die Äpfel und Kirschen am Wegesrand bereits beachtliche Größe erreicht hatten.


Mein Hund war – wie häufig –  mit schnüffeln und lesen der Hundezeitung beschäftigt und fraß zwischendurch frische Kräuter.

Dabei ließ er sich auch nicht von den Pferden auf der Koppel stören, die anscheinend auch das gute Gras genossen.

Hier noch ein paar weitere Bilder von meiner Welt um 7.

Immer wieder boten sich verschiedene Durchblicke. Sei es durch den rostigen Zaun oder

durch das Gebüsch.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen sonnigen Pfingstsamstag.

      

Gestern war schönstes Wetter und der Tag des Sponsorenlaufes an der Schule meiner Söhne. Ich hatte bereits geschrieben, dass ich mich freiwillig als Streckenposten für diesen Lauf, mit dem Gelder für die abgebrannte Schulaula gesammelt werden sollten, gemeldet hatte. Also schwang ich mich vormittags auf mein Fahrrad und radelte über die Felder einige Kilometer bis ich in einem Nachbarort an dem vereinbarten Platz stand. Hier sollte ich nun zwei Stunden stehen und in erster Linie aufpassen, dass niemand über die vorhandene Abkürzungsmöglichkeit die Runde verkürzte. Ich hatte zunächst gedacht, dass Streckenposten eher zum motivieren oder Richtung zeigen da sind. Gestern wurden wir jedoch von den zuständigen Lehrern so aufgeteilt, dass möglichst den Jugendlichen Abkürzungen verbaut wurden. So stand ich dann vor einem Altkleidercontainer und betrachtete die Graffiti und staunte, wer so alles in den zwei Stunden vorbei kam und Flaschen in den gleichfalls vorhandenen Altglascontainern entsorgte.


                                         

Ich hatte die Kamera dabei, kann aber keine Bilder vom Lauf zeigen, da ich hier ansonsten wahrscheinlich mit Persönlichkeitsrechten in Konflikt käme. So beschränkte ich mich darauf den Container, die Graffiti und einen Sportschuh zu fotografieren. Als mehrere der Jungen aus der Mittelstufe dann doch hinter dem Container in die Abkürzung abbiegen wollten, drohte ich mit Foto. Bei einigen Jungen half es und sie bogen brav wieder auf die Straße ab. Drei jedoch ließen sich nicht von mir beeindrucken und liefen schnurstracks durch die Abkürzung. Wie ich später erfuhr, passierte das an mehreren Stellen. Schummeln scheint also immer noch sehr beliebt unter den Jugendlichen zu sein. Ich gebe ja zu, dass ich auch nicht immer so gerne gelaufen habe, wie ich das heute tue. Zu meiner Schulzeit mussten wir Mädchen immer 3 Kilometer und die Jungen 5 Kilometer laufen. Heute für mich ein Klacks. Damals hatten wir alle keine Lust dazu und ich weiß, dass es immer einige gab, die damals bereits versuchten, die Runden auf die eine oder andere Art abzukürzen.

Was ich gestern dann aber an Leistung von der Oberstufe sah, hat mich dann doch eher an einen Seniorenwandertag erinnert. Es gab vielleicht 10 bis 15 Schüler, die sich redlich bemühten einige Runden zu laufen und richtig gut dabei waren. Die meisten anderen hatten es zumeist nicht einmal für nötig befunden Sportzeug anzuziehen, sondern schlichen ganz gechillt in Grüppchen im Kreis herum, wobei Musik natürlich nicht fehlen durfte. Viele waren gar nicht angetreten. Ich war doch ein wenig verwundert. Anscheinend rissen die Unter- und die Mittelstufe es hier raus. Ich dachte darüber nach, ob ich für solch ein Verhalten Verständnis aufbringen sollte, musste, durfte. Vielleicht können auch viele der jungen Leute sich heute gar nicht mehr wirklich gut bewegen. Doch was werden die, denen drei Kilometer spazieren gehen heute bereits zu viel sind, erst mit 50 machen? Schlägt die Natur so zurück? Viele Fragen – wenig Antworten.

Nachdem das letzte Wandergrüppchen an mir vorbei geschlendert war, schwang ich mich nach zwei Stunden Strecken stehen auf mein Rad  und fuhr nachdenklich nach Hause.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag mit viel Licht und ausreichend Schatten.

Seit einigen Jahren – genauer gesagt seit ich auf den Hund gekommen bin – habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, morgens früh vor der Arbeit mit dem Hund eine ungefähr acht Kilometer lange Runde zu joggen oder ab und zu auch nur spazieren zu gehen. Für den Hund ist es ohnehin notwendig raus zu kommen und für mich ist es absolut gut. Nicht nur, dass mir die Bewegung gut und mich auch ein bisschen fit hält, sondern in der Frühe habe ich auch die Zeit den Tag, der vor mir liegt, ein wenig gedanklich zu sortieren.

Nach dem Aufstehen das Haus zu verlassen, ist manchmal schon eine Überwindung. Leichter fällt es mir bei Wärme und Helligkeit, häufig sehr schwer fällt es mir hingegen bei Kälte und im Winter. Dennoch gehört dieser tägliche Gang im Moment zu meinem normalen Leben und wenn ich ihn nicht machen kann (was sehr selten z. B. wegen einer Verletzung vorkommt) bin ich etwas unleidlich.

Von unserem Haus laufe ich zunächst eine ganze Zeit ein wenig bergan, bin aber schnell mitten in den Feldern und Wiesen. Hier sind viele Pferdeweiden und ich kann mir jeden Tag die Pferde im Vorbeilaufen anschauen. Ich sehe überhaupt viele Tiere auf meinem täglichen Weg. Nicht nur andere Hunde, die uns begegnen und Katzen, die geduckt im Feld auf Beute warten. Auch einen Fuchs, viele Rehe und ab und zu sogar ein paar Wildschweine sind mir schon begegnet. Auch sehr viele Vögel, die ich gar nicht alle aufzählen kann, begleiten unseren morgendlichen Weg. Besonders imposant sind für mich die großen Raubvögel, die auf den Gattern und Bäumen am Wegesrand sitzen und sich dann in die Luft schwingen, um ihre Kreise zu drehen. Zurzeit gibt es wieder viele Hasen, Kaninchen und Eichhörnchen. Die Kaninchen sitzen zumeist ganz ruhig geduckt auf den Wiesen und hoffen wahrscheinlich, dass wir sie nicht bemerken und schnell weiter ziehen. Ich freue mich, wenn der Hund sie nicht bemerkt und nicht anfängt zu knurren. In solchen Fällen, die auch ab und zu vorkommen, flitzen sie weg und ich habe Mühe meinen Hund am hinter her laufen zu hindern.

Es gibt auch Menschen, denen ich fast täglich immer wieder begegne. Mit einigen Menschen, die ich nicht namentlich kenne, grüße ich mich oder wechsel sogar im vorbei gehen ein paar Sätze. Andere sehe ich nur jeden Tag, wie zum Beispiel einen Mann, der immer morgens gegen 6.30 Uhr den Pferden Heu zu den Ställen bringt. Im Winter sehe ich dann nur seine Stirnlampe und höre ihn zwischen den Pferden hantieren. Durch die tägliche Wiederholung kenne ich viele Menschen, Häuser, Autos nur vom sehen und nehme dadurch auch sehr intensiv Veränderungen wahr. Ab und zu wird ein Haus abgerissen, ein Baum vom Sturm gefällt oder es entsteht ein neuer Straßenabschnitt. All das wird von mir und meinem Bewußt- oder auch nur Unterbewußtsein registriert und ich finde die Veränderung (immer passiert etwas und sei es auch nur etwas ganz kleines) spannend.

Auf einer anderen Ebene in meinem Gehirn plane ich dabei auch häufig den Tag, Dinge die ich erledigen möchte, Geschenke, die ich kaufen möchte. Es gibt ja immer etwas zu „bedenken“. Das läuft eher bewusst ab unter dem Motto: so jetzt überlege ich mal, wie ich hierfür eine Lösung finde oder „wie hieß Weg noch mal auf Spanisch?“. Daneben gibt es aber  zum Glück auch noch eine andere anscheinend arbeitende Stelle im Gehirn, die ohne Aufforderung beim Laufen kreative Gedanken erzeugt. Ganz plötzlich wird mir ohne ausdrückliche Aufforderung an mein Großhirn etwas klar oder ein vergessenes Wort fällt mir ein. Manchmal fliegen mir beim Laufen ganze spanische Sätze zu und ab und zu habe ich sogar eine Idee dazu, was ich schreiben könnte.

Wenn ich zum Schluß unserer Runde den Berg wieder hinunter laufe, fühle ich mich meistens wach und frisch und gedanklich gut auf den Tag eingestellt. Die Welt ist in Ordnung und nach füttern des Hundes und einer Dusche kann der Tag weiter gehen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viele gute Gedanken.

Das heutige Bild hat zwar noch nichts mit einem Sponsorenlauf zu tun, aber der hat ja auch noch nicht statt gefunden. Gestern war ein ganz normaler Tag, von dem es wirklich nicht viel zu berichten gibt. Das Wetter war kühl, aber der erhoffte Regen für die Natur und die Landwirtschaft blieb zumindest in unserer Region in großen Teilen aus. So war bereits die Mail, die ich gegen Abend erhielt und die mich über den Sponsorenlauf an der Schule meiner Kinder nächste Woche informierte, eine willkommene Abwechslung.

Dort wurde am 24. Mai 2010 die große Aula der Schule, in der alle gemeinschaftlichen Veranstaltungen stattfinden, von unbekannten Brandstiftern angesteckt und niedergebrannt http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1273839804219.shtml. (Kann mir eigentlich jemand sagen, wie ich diese langen Links kürzer benennen kann und Sie dennoch erhalten bleiben? Habe schon so einiges ausprobiert, bin da aber bislang in dieser Sache noch nicht schlau geworden).

Da auch Bonn hoch verschuldet ist und kein Geld für den Wiederaufbau der Aula da ist, hat es während des letzten Jahres bereits viele Sammlungen und Spendenaktionen an der Schule gegeben. Nun hat sich der ehemalige Konrektor der Schule zum Jahrestag des Brandes etwas neues einfallen lassen. Um weiteres Geld für den Wiederaufbau zusammen zu bekommen, soll am Jahrestag des Brandes ein Sponsorenlauf stattfinden. Sponsoren sind die Eltern, die für jede Runde, die ihre Kinder laufen, einen Betrag x, den sie selber festlegen können, spenden. Alle Kinder werden mitlaufen und auf diese Art wird wieder etwas Geld zusammen kommen. Schon schade, dass eine Stadt wie Bonn so pleite ist, aber man hat sich hier an dem geplanten Weltkonferenzcenter (WCC) ordentlich verhoben. Das WCC ist eine ganz lange Geschichte, über die es allein Seiten zu füllen gäbe. Sehr viel und sehr gut hat über diesen Finanzskandal der General Anzeiger Bonn berichtet.

Wie dem auch sei, nun müssen es die Eltern wieder selber mit richten und aus diesem Grunde werden alle Schüler nächsten Dienstag geordnet nach Jahrgangsstufen ihre Runden drehen. Dafür wurden noch freiwillige Streckenposten gesucht und ich habe mich gemeldet. So werde ich dann sozusagen nächsten Dienstag drei Stunden als lebender Wegweiser auf dem Acker stehen und den laufenden Schülern zusehen. Ich werde den Fotoapparat mitnehmen und vielleicht auch ein Buch, um mir die Zeit ein wenig mit lesen zu vertreiben. Bin gespannt auf die drei Stunden und werde sicher darüber berichten.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag, einen Wohnort ohne Finanzskandale (gibt es den?) und eine gute Solidargemeinschaft, die im Notfall die Kohlen aus dem Feuer holt.