Mit ‘Lebenskrise’ getaggte Beiträge

 Basis Big Buddha

Ich nenne mich hier nicht nur Sucherin, sondern ich suche tatsächlich. Im letzten Oktober habe ich ein Seminar besucht, auf dem sich jeder einen Namen geben mußte. Ganz spontan und ganz schnell. Nur mir fiel einfach nichts ein. Ich suchte nach einem Namen. Vielleicht blieb es daher bei Sucherin. Ich erinnere mich an ein Kinderbuch, in dem Pippi Langstrumpf unter die Sachensucher ging. Das mit Sperrmüll zu tun und ist wieder eine andere Geschichte.

An jenem Tag im Oktober nannte ich mich Sucherin und fand trotz Pippi Langstrumpf eigentlich recht einfallslos. Leider ist mir nichts besseres eingefallen. „Na gut“, sagte ich mir damals, „das ist ja nur für diesen einen Tag“. Man fragte mich damals:“Sucherin, was suchst Du denn?“ „Ich suche das Glück“, war meine ganz spontane Antwort. „Nur das Glück – als wenn das so einfach wäre“, dachte ich bei mir.

Auf dem Rückweg von dem Seminar dachte ich viel über den Namen „Sucherin“ und über meine „Suche nach dem Glück“ nach. Nach einiger Zeit kam mir die Namensgebung gar nicht mehr so absurd vor. Denn letztlich bin ich seit knapp über einem Jahr in irgendeiner Weise tatsächlich eine Sucherin. Ich wurde recht plötzlich und rabiat aus meinem bis dahin relativ eingefahrenem Leben hinaus geworfen. Alles brach um mich herum zusammen oder zumindest erschien es mir so. Nach einiger Zeit begriff ich, dass so ein Zusammenbruch auch zugleich eine neue Chance ist. Doch wo ist die Chance, wohin und in welche Richtung soll ich nach etwas Neuem suchen? Sehr viele Fragen tauchten auf einmal wie aus dem Nichts auf. Seitdem suche ich – und das nicht nur nach Antworten.


Als ich einige Monate später diesen Blog anfing, hatte ich mich bereits an meine Suche gewöhnt und fand auch den Namen nicht mehr so ungewöhnlich. „Meine Suche nach dem kleinen Glück“. Zu dem Zeitpunkt war die Suche bereits Teil meines Selbst, jedenfalls meines momentanen Selbst geworden.

Nun suche ich jeden Tag weiter und werde fündig. Ich finde Menschen, machen neue Erfahrungen, habe nette kleine Begegnungen und erfreue mich an kleinen Dingen. So hat sich der Name im Laufe dieses Jahres verselbständigt. Es sind die kleinen Dinge, die ich suche und finde.

Ab und zu glaube und hoffe ich noch, dass eine „Große“ zu finden, von dem ich noch nicht einmal weiß, was es ist. Ich merke an bestimmten Tagen mehr oder minder stark, dass es mir fehlt. Nun neigt sich das Jahr ganz langsam dem Ende zu und ich habe leider noch immer keine Vorstellung davon, was es eigentlich ist, dieses Ding (ist es ein Ding?), wonach ich suche. Ich denke nach. Ich denke noch einmal nach.

fishing

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und suche weiter.