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Aprilwetter im Süden von Teneriffa - sonnig, warm und viel blauer Himmel

Aprilwetter im Süden von Teneriffa – sonnig, warm und viel blauer Himmel

Nach einigen unruhigen Monaten ließ nun der April seine Launen spielen.  Nicht das Wetter. Nein, im Süden von Teneriffa zeigte sich fast täglich der blaue Himmel mit Sonnenschein und mehr als angenehmen Temperaturen, die zum Wandern, Rad fahren oder auch an den Strand einluden.

Sogar meine Bauarbeiten fanden nach fast acht Wochen auch ohne Oswaldo ein gutes Ende. Wie heißt es so schön:

Am Ende ist alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

..auch ohne Oswaldo endlich ein neues Bad

..auch ohne Oswaldo endlich ein neues Bad

 

Zur Beruhigung der gesamten Nachbarschaft steht auch das  Nachbarhaus noch ohne bauliche Veränderungen in unserer Straße. Der angekündigte teilweise Abriss hat  nicht stattgefunden. In der letzten Woche wurden wieder einmal von der örtlichen Polizei Barrieren aufgestellt, die eine Baumaßnahme am letzten Mittwoch ankündigten. Das vierte Mal in den letzten Monaten. Doch zum Glück für die Einwohner ist auch dieses Mal wieder nichts passiert.

 

Gesperrte Straße - die Vierte :-)

Gesperrte Straße – die Vierte 🙂

Da das Wetter wunderbar war, konnte ich  häufig mit dem Fahrrad unterwegs sein. Ich hatte mir fest vorgenommen, dass ich in dieser Saison einmal von der Küste hoch in den Teide Nationalpark fahren möchte. Und dieses kleine Ziel (82 Kilometer mit ca. 2100 Höhenmetern) habe ich am letzten Samstag erreicht. Zu Dritt haben wir uns morgens auf den Weg gemacht und haben uns 42 Kilometer bergauf gekämpft. Begleitet von Sonnenschein ging es bis ca. 1100 Höhenmetern. Doch dann kam eine kühle und nasse Wolkenschicht. Da mussten wir durch.  Trotz der Anstrengung fror und schlottete ich vor Kälte. Auch die Frage, warum ich so etwas eigentlich mache, beschäftigte mich innerlich. Doch wir fuhren weiter. Und endlich, bei  1700 Höhenmetern schien über den Wolken auch wieder die wärmende Sonne. Da musste ich einfach weiter radeln und freute mich, den Teide und den Nationalpark einmal vom Fahrrad aus betrachten zu können. Geschafft und glücklich ging es danach 41 Kilometer downhill. Über Krämpfe im Handgelenk wegen der „Bremserei“ will ich mich nicht beklagen :-).

Geschafft - im Teide Nationalpark

Geschafft – im Teide Nationalpark

...und über den Wolken scheint wieder die Sonne

…und über den Wolken scheint wieder die Sonne

.....auf 1600 Höhenmetern in den Wolken

…..auf 1600 Höhenmetern in den Wolken

Wer hoch hinaus will, muss durch die nassen Wolken

Wer hoch hinaus will, muss durch die nassen Wolken

 

Im Rechtsstreit mit den Hundebesitzern gibt es keine Neuigkeiten. Da passiert gar nichts –

¡No pasa nada!

Hoffentlich gut angeleint

Hoffentlich gut angeleint

 

Auch die Technik machte im April leider allzu häufig das, was sie – aber nicht ich – wollte.

Moviestar lieferte mehrere Tage kein Internet und nun kann ich die Warteschleifenmusik von Moviestar im Schlaf singen. Auch ein Wechsel zu Vodafon lässt sich hier nicht so einfach bewerkstelligen. Also es nehmen wie es ist und akzeptieren, ein paar Tage offline zu sein.

Auch meine Autobatterie ließ mich nach zwei Jahren im Stich und musste durch eine Neue ersetzt werden. Selbstverständlich nicht vollkommen ohne Probleme. Die „Batterieeinbauer“ benötigten geschlagene 2 Stunden für die Auswechslung der Batterie. Und ich musste mich in Geduld üben (nicht gerade meine Stärke). Wunderschöne Abwechslung ein persisches Essen mit Beruhigungstee :-).

Persisches Essen und..

Persisches Essen und..

.. zur Beruhigung Tee

.. zur Beruhigung eine Tasse Tee

Mein neuer Geschirrspüler versagte im April seinen Dienst. Darüber rege ich mich nicht auf, denn ich habe ja zwei Jahre Garantie. Obwohl zwei Jahre können in Spanien schnell vergehen!

Und last but not least: Mein Notebook läuft heiß, heißer und noch heißer. Als ich feststellte, dass ich trotz „YouTube Anleitung“ mit der Schrauberei nicht zurecht kam, brachte ich es für zwei Tage zu einer sogenannten professionalen Lüfter- und „sonstwie“ Säuberung. Durch die Baumaßnahmen hatte das Notebook wahrscheinlich zu viel Staub geschluckt. Nun ist es gesäubert, nicht mehr so laut, aber läuft leider immer noch heiß. Da das Teil mittlerweile 5 Jahre alt ist, fürchte ich bereits, dass ich auch hier bald einen Neukauf tätigen muss.

Und was sagt Lasko dazu?

Lasko freut sich mit mir über jede Wanderung. Je einsamer und ruhiger, umso besser. Abschalten und die Probleme und die Technik vergessen!

 

Wanderung im Barranco Seco - wer die Einsamkeit sucht...

Wanderung im Barranco Seco – wer die Einsamkeit sucht…

Lasko fühlt die Wassertemperatur und...

Lasko fühlt die Wassertemperatur und…

 

...hat sein kühles Plätzchen gefunden

…hat sein kühles Plätzchen gefunden

…..und am Ende (vielleicht im Mai?) wird hoffentlich alles gut.

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Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – es stürmte hier auf Teneriffa den ganzen Tag weiter. Dazu regnete es Hunde und Katzen (so sagte jedenfalls der Number 18 Mann zu der Number 18 Frau, als wir die Beiden unglücklicherweise vor der Haustür trafen). Leonie kurbelte den ganzen Tag die großen schweren Markisen vor dem Balkon rauf und runter. Warum? Wenn es regnet, wird durch die schweren Markisen ein wenig Nässe vom Balkon fern gehalten. Ich spreche hier bewusst von ein bisschen Nässe, denn es reichte immer noch für ein kleines Labradorbad auf dem Balkon. Allerdings meinte Leonie, dass es zum Abtrocknen des Balkons zwischen den Regenschauern besser sei, die Markisen hoch zu kurbeln, um ein wenig Wind auf den Balkon zu lassen. Also musste Leonie die schweren Dinger immer wieder hoch- und runterkurbeln. So war sie mit kurbeln und wischen gut beschäftigt. Ich badete auf dem Balkon und da ich anschließend durch die ganze Wohnung lief, konnte Leonie drinnen auch gleich mitwischen. Nun haben wir endlich wieder eine saubere Wohnung.

Heute – morgens saß Leonie an ihrem Notebook und dachte anscheinend über menschliche Werte nach. Diese Werte, wie Liebe, Freundschaft, Aktivität, Vitalität sind wohl für Zweibeiner ziemlich wichtig. Leonie schien sich jedoch nicht genau zwischen diesen einzelnen Werten entscheiden zu können und schmiss immer mehr neue Wörter in den Ring. „Anerkennung, Unabhängigkeit, Abenteuer, Kreativität, Gerechtigkeit, Verantwortlichkeit, sinnvolle Arbeit“, hörte ich sie murmeln. Sie wirbelte so am Notebook und in der Wohnung herum, dass ich nicht in Ruhe schlafen konnte.

Schließlich fing ich selber an, über Werte nachzudenken. Hat ein Hund überhaupt Werte? Und wenn „ja“, welche? Ist Hunger ein Wert? Denn den habe ich immer und der scheint auch existenziell wichtig für mich zu sein. Was mache ich noch gerne? Ball spielen, laufen, mit anderen Hunden tollen…Spiel und Spaß – dahinter muss der Wert aktive Lebensfreude stecken. Fast hätte ich es vergessen. Ich lass mich gerne kraulen, mag schlafen, dösen, relaxen, Rudel liegen und träumen. Kurzum Ruhe. Nun noch schnell eine Werte Hierarchie und ich bin bei Fressen, Aktivität und Ruhe. So einfach geht das Leonie. Ich weiß gar nicht, worüber Du so lange nachdenken musst. Du solltest lieber endlich die Leine greifen, damit ich hier vom Sofa aus der Ruhe in die Aktivität übergehen kann.

Morgen – kommt hoffentlich endlich wieder die Sonne, denn zu einer guten Ruhephase gehört bei einem Teneriffahund auch die Sonnenliege.

Hier ist ein spanisches Gedicht von Manoel Bandeira, das ich in dem Buch „Como el río que fluye“ von Paulo Coelho, das ich gerade versuche auf spanisch zu lesen, entdeckt habe und das mit sehr gefallen hat. Ich finde, dass auch das Bild aus meinem gestrigen Blog dazu passt.


Manoel Bandeira
Ser como el río que fluye
silencioso en medio de la noche.
No temer las tinieblas de la noche.
Si hay estrellas en el cielo, reflejarlas.
Y, si los cielos se cubren de nubes,
como el río, las nubes son agua;
reflejarlas también sin pena
en las profundidades tranquilas.

Die Übersetzung aus dem Internet finde ich nicht ganz so überzeugend, aber leider traue ich mich auch nicht, selber etwas Besseres anzubieten. Vielleicht es ja der eine oder die andere Spanier(in) unter Euch. Dann freue ich mich auf gute Übersetzungen:

Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt.

Die dunkle Nacht nicht fürchten.

Die Sterne widerspiegeln,wenn welche am Himmel sind,

und wenn Wolken den Himmel bedecken, Wolken,

die Wasser sind wie der Fluss,

auf diese widerspiegeln, ohne Schmerz, in den ruhigen Tiefen.

 

 

Ich wünsche Euch einen wunderschönen ruhigen Tag und hoffe auf gute Übersetzungen.

Es gibt Tage, da ruhe ich nicht in mir, sondern komme mir vor, als wenn ich von irgendetwas getrieben werde. Manchmal sind es Termine oder auch zu viele Sachen, die ich alle gerne auf einmal und am liebsten bereits gestern erledigt hätte. An solchen Tagen, wenn die Gedanken bereits voraus fliegen, bin ich leider auch häufig nicht recht bei der Sache. Ich bin nicht bei den Dingen, die ich gerade mache und so passieren dann manchmal auch einige Missgeschicke.

So ein Tag war der letzte Freitag. Bereits morgens bei meinem „ritualen Lauf “ mit dem Hund durch die Felder stellte ich fest, dass ich an dem vor mir liegenden Tag einige wichtige Termine hatte. Auch der Wochengroßeinkauf mußte noch erledigt werden, das Haus gesäubert und ein Gästezimmer hergerichtet werden, da gegen Abend für zwei Tage Besuch kommen sollte. Dann fielen mir noch der neu abzuschließende Stromvertrag und einige andere äußerst dringliche Dinge, die keinen Aufschub duldeten ein. So verging an diesem Tag mein Morgenlauf. ohne dass ich überhaupt gemerkt habe, wo ich lang lief. Wie schade, denn es war schönes Sonnenwetter und die Natur und unsere Umgebung zeigten sich von ihren besten Seiten.

Am Vormittag absolvierte ich dann auch einen Termin nach dem anderen, die sich leider teilweise schwieriger gestalteten als vermutet. Am Nachmittag erreichte ich unser Haus und begann wegen der fortgeschrittenen Zeit fast hektisch mit meinem Reinigungsprogramm. Wie verhext gingen  jedoch einige Dinge schief. Erst kippte ich den Hundewassernapf so unglücklich aus, dass das Wasser die Kellertreppe erreichte und sich weit möglichst verbreitetete. Dann ließ ich mich von der neu gekommenen Post ablenken, verwählte mich am Telefon und stellte nebenbei fest, dass mein Sohn an einer anderen Stelle der Stadt bereits eine halbe Stunde auf Abholung wartete. Was für ein Freitag. Beim heraus fahren aus der Garage schrammte ich mit dem Seitenspiegel die Tür und fragte mich, ob ich es noch rechtzeitig bis zum Eintreffen des Besuchs mit dem Einkauf schaffen könne. Nachdem ich meinen Sohn aufgelesen hatte, ging es ins Einkaufsgewühl. Routinemäßig landeten die Sachen im Einkaufswagen. Dann ging es ab zur Kasse. Da fiel mir ein, dass ich den Zucker vergessen hatte. Der steht ganz vorne im Laden. Also noch einmal zurück.

Quer durch den Laden steuerte ich den vollen Wagen um die Regale und Menschen herum und landete auch beim Zucker, Ich griff ein Paket und wollte bereits schnell wieder den Wagen Richtung Warteschlange an der Kasse in Bewegung setzen, als ich zwischen den Zuckertüten eine Geldbörse liegen sah. Ich nahm sie an mich und beschloss sie an der Kasse abzugeben. Ich vermutete, dass die Geldbörse jemanden beim Zucker kaufen aus der Tasche gerutscht sei. An der Kasse waren lange Schlangen und ich stand – wie konnte es heute anders sein – natürlich wieder in der falschen Schlange. So kam es mir zumindest vor. Was für ein Freitag.

Fast an der Kassiererin angekommen, stockte die Schlange. Irgendwie ging es nicht weiter und ich wollte mich bereits entnervt an einer anderen Schlange anstellen, als ich zwei Kunden vor mir hörte, dass eine Kundin anscheinend nicht bezahlen konnte, da ihr Geldbeutel verschwunden war. Da konnte ich helfen. Die Freude der Kundin war groß als ich ihr ihre Geldbörse übergeben konnte. Als ich die Freude in den Augen der Frau sah, die noch kurz vorher so panisch und entsetzt um sich gestikuliert hatte, war ich auf einmal wieder da. Ich war hier und freute mich für die Frau.

Ich brachte den Einkauf in Ruhe zu Ende, kam noch rechtzeitig vor meinem Besuch zu Hause an und schaffte es sogar noch mit dem mitgebrachten Zucker einen Kuchen zu backen, den wir am späten Abend mit unseren Gästen auf der Terrasse genießen konnten.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Tag und eine gute Portion Gelassenheit.

Viele Jahre sind vergangen seit ich das letzte Mal auf Fuerteventura war. Ein klassischer Familienurlaub in einer Anlage mit allem Komfort und vielen Angeboten für Kinder. Im Restaurant herrschte ein entsprechender Lärmpegel, an dem auch meine beiden damals vier und sechsjährigen ausgiebig beteiligt waren. Für eine Familie ohne Kinder wahrscheinlich der blanke Horrorurlaub. Neben den Kinderattraktionen und den schönen Sandstränden flog der Rest der Insel in einigen Tagesausflügen schnell an uns vorbei. Wir sahen die großen Sanddünen im Nordosten der Insel, die wunderschönen weißen Sandstrände im Süden und schafften es sogar, einen Blick auf das Wrack der American Star vor der steilen Westküste zu werfen.

Wrack der American Star


Als ich dann nach Jahren wiederkam, fiel mir auf den ersten Blick auf, dass sich an der Ostküste viel an Bautätigkeit getan hatte. Neue Hotelanlagen, neue Strandanlagen, Wohnsiedlungen und sogar große Einkaufszentren waren entstanden.

                                                        Neubauten in Caletta de Fuste

Dieses Mal war ich nicht mit Familie, sondern allein gereist. Ganz allein war ich allerdings nicht, da mich mein Labrador begleitete. Hotelanlagen und auch viele Privatunterkünfte schieden daher von vornherein als Unterkunft aus, da Hunde nicht überall erwünscht sind. Nachdem ich im Vorfeld der Reise ein bisschen recherchiert hatte, hatte ich eine Unterkunft auf der Mitte der Westseite der Insel „hinter den Bergen“ in Aguas Verdes gefunden. Handy- und Navigationsempfang gab es laut Aussage der Vermieter in diesem Tal noch nicht. Ein absoluter Ort der Ruhe? Ich war gespannt.

Mit meinem Mietwagen und Hund fuhr ich vom Flughafen bei Porto Rosario immer Richtung Westen und fand das gut und neu angelegte Straßensystem der Insel mit den vielen Kreisverkehren, die ein zügiges Fortkommen ermöglichten, äußerst komfortabel. Doch dann ging es ins leichte Gebirge hinauf und die anscheinend weniger befahrenen Straßen wurden enger und holpriger. Auch Seitenbegrenzungen gab es nicht.

                                                         Ausblick über die Westgebirgskette zum Atlantik

Die Ausblicke waren dafür umso faszinierender. Gleich bei meiner ersten Fahrt genoss ich den Blick auf das endlos wirkende Zentralland hinter mir und die immer neuen Ausblicke in Richtung Atlantik vor mir. Bei meinem dreiwöchigen Aufenthalt sollte ich hier noch einige Male über die Pässe fahren und jedes Mal wieder über die ständig wechselnden Farben von Boden, Gebirge, Himmel und Meer staunen. Verkehr gab es auf der sieben Kilometer langen Strecke zum Atlantik kaum. Ab und zu kam mir ein Fahrzeug entgegen, dessen Fahrer ich spätestens nach den dritten Tag meines Aufenthaltes „identifizieren“ konnte. Ich merkte sehr schnell, dass in diesem Teil der Insel anscheinend wirklich jeder jeden kannte und Nachbarn wirklich noch Nachbarn waren, denn die Bevölkerungsdichte ist hier auch heute noch recht  überschaubar.

                                                         Ziegenfarm

Kaum hatte ich die letzte Erhöhung geschafft und eine sehr große Ziegenfarm passiert, schlängelte sich der Weg hinunter an der alten Ferienanlage Aguas Verdes entlang zum Atlantik. Die Straße geht bei der Anlage in eine Piste über, die in einigen Bogen an die kleine Bucht am Atlantik führt. Häuser gibt es nur wenige auf den Weg an die Küste. Teilweise im Mehrfachpack zusammengelegen, wie die Casas Blancas, eine Ansiedlung von Häusern, die hauptsächlich von „Auswanderern“ und als Ferienhaus genutzt werden. Andere Häuser liegen vereinzelt direkt am Ende der kleinen Bucht oder auf den Steilklippen oder mit bester Aussicht ganz oben auf den Hügeln. Obwohl auch einige Spanier hier wohnen, wird das Tal anscheinend in erster Linie von Ruhe suchenden Auswanderern und Ferienhausbesitzern aus dem Ausland bewohnt.

                                                       Häuser an der Steilküste

Für mich war erst einmal in Aguas Verdes das Ziel erreicht. Die Anlage Aguas Verdes machte auf mich sofort den Eindruck, dass sie wohl in den 80gern Jahren einmal wunderschön weiß, mit Pools und Minigolf da gestanden hat. Nun bedurfte diese Anlage aber dringend der Sanierung und versprühte leider nur noch einen gewissen maroden Charme, der eine bessere Vergangenheit vermuten ließ. Dann aber stellte ich in den nächsten Wochen fest, dass es sich in dieser Anlage doch recht gut leben lässt, wenn man bereit ist, über die recht angeschlagenen Außenanlagen und die Risse im Mauerwerk hinweg zu sehen.

in den Mauern von Aguas Verdes

Grün ist die Anlage immer noch und man hat von den Terrassen und Balkonen teilweise wunderschöne Ausblicke auf den Atlantik und die endlos wirkende Steilküste. Es ist ruhig und nur ruhig. Wer also Ruhe und Entspannung sucht und auf jegliche Ablenkungen von außen gern einmal eine Zeit verzichten kann, ist hier richtig. Die Apartments selber sind einfach und solide eingerichtet, aber es fehlt an nichts. Teilweise sind sogar Waschmaschinen vorhanden. Aufpassen muss man nur, dass man sich in der Inselmitte in Antigua oder noch besser in Caleta de Fuste im Einkaufszentrum gut mit Wasser und Lebensmitteln eindeckt, denn im Tal selber und im Umkreis von sieben Kilometern gibt es nichts zu kaufen. Es gibt weder ein Restaurant, noch eine Taverne oder einen kleinen Laden. Daher ist es unbedingt geraten, gleich auf dem Weg vom Flughafen an die Erstversorgung zu denken. Wenn aber der Kühlschrank einmal gut gefüllt ist, lässt es sich in der Anlage mit Blick ins Grüne und auf den Atlantik und die faszinierenden Sonnenuntergänge sehr gut leben. Auch mein Hund war willkommen und auch nicht der erste Hund in der Anlage.

Sonnenuntergang – jeden Tag wieder gern gesehen

Die Umgebung eignet sich für lange Spaziergänge, Wanderungen und Entdeckungstouren. Sicher kann man hier und da das kaum vorhandene Grün vermissen. Entschädigt wird man aber  immer wieder durch das Farbenspiel von Licht, Wolken und Meer, das sich auch auf den kargen Steilhängen wiederspiegelt. Auch für den Hund eine ideale Umgebung zum Laufen ohne Ende. Mit Labrador, der das Wasser liebt, endeten unsere Spaziergänge natürlich immer wieder am Wasser und für meinen Hund in den Wellen des Atlantiks. Ich selber war wegen der äußerst starken Brandung mit dem Schwimmen im Tal ein wenig vorsichtiger und habe lieber auf die Ebbe gewartet und dann in den „Felsbadewannen“, in denen das Wasser zurückgeblieben war, gebadet. An der Steilküste versteckt in den unzähligen Nischen, die der Atlantik in die Felsen gegraben hat, finden sich bei genauer Suche so  einige Sonnenanbeter, die hier ungestört baden und liegen können.

                                                       Stürmische Brandung

Da es nur sehr wenige Menschen in der Gegend gibt, kommt man auch recht schnell ins Gespräch und erfährt viel über die Menschen, die Gegend und die Geschichte des Tals. So habe ich mich trotz meines „Singleurlaubes“ von der Familie nie wirklich einsam gefühlt und würde jederzeit wieder zurückkehren in den wilden Westen der Insel.

Blick aus dem Apartment auf den Atlantik – wo ist die Möwe?

Während ich im Saarland umherziehe wünsche ich allen Lesern einen schönen Tag und ab und zu Orte der Ruhe.

Sandverwehungen am Strand von Fanoe

Während ich immer noch an für mich unbekannten Orten völlig offline durch das fremde Saarland ziehe und meine Läufe und Wanderungen mit dem Hund auf fremden Terrain unternehme, kann ich durch die planende Funktion von wordpress zugleich online sein. Praktisch, aber damit auch nicht ganz aktuell. Aktuelles werde ich berichten sobald mich das W-Lan wieder hat.

Heute stelle ich Bilder von einem Kurzurlaub in Dänemark ein. Es war Frühling und warm in der Republik. Leider nicht so in Dänemark. Dort war es kalt und zwar saukalt. Dennoch ließ ich mich mit Freude bei den langen Strandspaziergängen durchpusten und der Hund war einfach in seinem Element. Er lief und lief und schwamm und schwamm.


am Strand, der bei Ebbe und Flut zu langen Wanderungen und Spaziergängen einlädt

Schön war, dass Nebensaison war und wir so ab von jeglicher Hektik und Menschenmassen mit unserem Hund lange Spaziergänge über die Heide, die Dünen und den Sandstrand unternehmen konnten. Kilometerlange Wanderungen, auf denen uns nur wenige Menschen begegnen, gefielen insbesondere unserem Labrador, der nicht nur neben uns her rannte, sondern auch intensiv schwimmen konnte. Er wollte gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Auch zum Drachen steigen lassen, war ausreichend Platz vorhanden. All dies wäre zusammen mit dem Hund am Strand wahrscheinlich im Sommer so nicht möglich gewesen und wir haben beschlossen, irgendwann in der Nebensaison einmal wieder zu kommen (hat bis jetzt leider noch nicht geklappt, aber das Saarland ist ja auch schön :-)).

Haus im südlichen Inselort Soenderho

Heidelandschaft auf Fanoe
keine Möwe lässt sich fangen

dann kann ich auch gleich im Wasser abtauchen

Ich wünsche allen Lesern einen angenehmen Tag und grüße aus den Weiten des Saarlandes.

Gestern ging es mir richtig schlecht und ab mittags lag ich im abgedunkelten Zimmer, hatte Schmerzen, konnte kein Licht und keinen Lärm ertragen und auch nicht schlafen. So lag ich halt vor mich hinleidend ein wenig herum und hörte draußen die Autos vorbei rauschen. Mein Hund lag vor mir auf dem Fußboden und schaute mich traurig an, da er viel lieber draußen im Sonnenschein spazieren gegangen wäre. Ich ja auch.

Solche Tage hindern mich weiter zu machen und meinen normalen Geschäften und Aktivitäten nach zu gehen. Selbst einfachste Dinge können nicht mehr erledigt werden. Was für eine verlorene Zeit. Was könnte ich an solch einem Tag alles erledigen? Vom Leben abgeschnitten liege ich nur da und die Dinge passieren ohne mich. Hat der Körper die Notbremse gezogen? Die Zeit hat auf einmal keine Bedeutung mehr. Sie vergeht irgendwie schnell und dann auch wieder langsam. Ich bekomme es im Halbschlaf gar nicht so richtig mit. In meinem Kopf herrscht ein Chaos an Bildern und Gedanken. Doch irgendwann nach einiger Zeit ist der Gedankenmüll aufgeräumt und es entsteht Klarheit im Kopf.

Eine solche Klarheit, den Blick nach innen gewandt – fast wie beim meditieren – entsteht nur in ganz besonderen Momenten. Ich bin klar, ruhig und im „Geist“ unendlich weit. Und auf einmal merke ich, dass es vielleicht gar keine verlorene Zeit ist. Ich habe Zeit gewonnen. Zeit zur Regeneration und Zeit für mich.

Und wie gut ist es erst, wenn ich danach wieder aufstehen und am Leben teilnehmen kann. Wenn der Schmerz nachlässt – ein Gefühl wie neu geboren. Fast wie Phoenix aus der Asche. Fast, denn auch heute morgen bin ich immer noch recht schwach und Phoenix fliegt nur auf halber Flughöhe :-). Dennoch das Leben hat mich wieder.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen und schmerzfreien Tag.