Mit ‘Strom’ getaggte Beiträge

Remagen ist ein kleiner Ort in Rheinland-Pfalz, der durch die im zweiten Weltkrieg zerstörte Rheinbrücke „weltbekannt“ ist. Hier einige Bilder von einem warmen Sommertag am Rheinufer. Die letzten Tage waren hier  im Rheinland so warm, dass sich  nicht nur  die Vierbeiner ein wenig Abkühlung im erfrischenden Nass des großen Stroms verschafften. Und wer genug gebadet hatte, suchte sich ein schattiges Plätzchen in einem der zahlreichen Restaurants, Biergärten und Cafés.  Kühle Getränke und einen Blick auf die große Wasserstraße aus der ersten Reihe. Gibt es etwas Schöneres? Vielleicht eine Bootstour Richtung Koblenz oder Bonn? Ich jedenfalls bin am Ufer geblieben, habe mir die Stadt angesehen und wünsche Euch allen eine schöne Woche.

Grünes Rheinufer

Grünes Rheinufer

Doppelte Belastung

Doppelte Belastung

Ausflugsfahrt

Ausflugsfahrt

Kirchentor

Kirchentor

Golden Gate

Golden Gate

Beschattung

Beschattung

Holzhaus in Remagen

Holzhaus in Remagen

Blick auf die "Brückenreste" auf der Ostseite

Blick auf die „Brückenreste“ auf der Ostseite

Lasko badet auch in Remagen

Lasko badet auch in Remagen

Alter Friedhof in der Stadt - Hund verboten - warum fragt sich nicht nur Lasko?

Alter Friedhof in der Stadt – Hund verboten – warum fragt sich nicht nur Lasko?

Rosttafel für die Rostparade

Rosttafel für die Rostparade

Brücke Westseite

Brücke Westseite

Bei Sonne gibt die Brücke Schatten für die "Strandbesucher"

Bei Sonne gibt die Brücke Schatten für die „Strandbesucher“

Spiegel - Ein- oder Durchblick?

Spiegel – Ein- oder Durchblick?

Auch dieses Gefährt bietet Schatten für die Insassen

Auch dieses Gefährt bietet Schatten für die Insassen

Bunte Wimpel in den Straßen von Remagen

Bunte Wimpel in den Straßen von Remagen

Mit flotter Bugwelle Richtung Niederlande

Mit flotter Bugwelle Richtung Niederlande

Kunst am Rhein

Kunst am Rhein

Blick auf die "Brückenreste" auf der Ostseite

Blick auf die „Brückenreste“ auf der Ostseite

Spanisches "Feeling" im Rheinland

Spanisches „Feeling“ im Rheinland

Rheinufer Remagen

Rheinufer Remagen

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

Phu Quoc - Bai Sao

Phu Quoc – Bai Sao

 

Um die Insel, auf der wir uns nun über eine Woche aufhalten wollen, ein wenig kennen zu lernen, begaben wir uns am zweiten Tag auf einen Ausflug mit dem Scooter in den Südteil des Eilandes.

Phu Quoc - die Südspitze

Phu Quoc – die Südspitze

 

Wir wollten ungern in der prallen Mittagssonne starten und so brachen wir früh nach einem kleinem Frühstück im Strandrestaurant auf. Das Strandrestaurant besteht aus einer kleinen Hütte mit Tischen und Stühlen auf dem weißen Sand. Das Restaurant wird von einer vietnamesischen Familie betrieben und scheint noch recht neu zu sein. Auf einem Schild wird dem Kunden jedenfalls 10% Rabatt wegen Neueröffnung garantiert.

 

Geboten wird Frühstück und wirklich einigermaßen trinkbarer Kaffee. Und das ist für hiesige Verhältnisse einfach großartig. Daneben gibt es viele vietnamesische Gerichte. Der fangfrische Fisch wird direkt von den Booten geliefert, die einige Meter vom Strand entfernt anscheinend beste Fanggründe vorfinden. Es gibt kleine runde „Badewannenboote“, aber auch größere Kutter, die lange Netze vor sich herschieben. Wenn die großen Netze gefüllt sind, werden sie mit zwei Stangen angehoben. Die Beute ist im Netz.

 

Die Restaurantbesitzer gehen mit einem Eimer zu den Booten, die am Strand anlanden und holen sich ihren Fisch. Keine langen Transportwege! Doch neben vietnamesischen Gerichten findet sich auch die Aufschrift: Schnitzel und French fries. Das habe ich allerdings noch nicht gesehen und möchte es auch nicht wirklich gerne probieren. Ich halte mich an die vielen Fische und Meeresfrüchte.

 

Die Großfamilie lebt und arbeitet am Strand. Alle sind immer gut gelaunt und sehr freundlich. Frühstück am Tisch auf dem warmen weichen Sand und der Tag fängt bereits gut an. Für Vitamine sorgen die vielen Früchtestrandverkäuferinnen. Doch so schön der Strand auch ist, wir möchten etwas von der Insel sehen. Da auf Phu Quoc der Strom 2 bis 3 Tage in der Woche auf der gesamten Insel von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang abgestellt wird, ist auch das Notebook keine Alternative. Warum der Strom allerdings abgestellt wird, habe ich bislang nicht herausfinden können.

 

Rote Piste

Rote Piste

Einige Kilometer fahren wir Richtung Süden auf einer Asphaltstraße. Doch sehr schnell geht diese in rote lehmige Piste über. Da es nachts viel regnet, ist es nicht staubig. Doch wir kommen auf den holprigen Pisten nur langsam voran. Die 30 Kilometer bis zur Südspitze ziehen sich hin. Hier sind wir unter Einheimischen. Kaum ein Tourist verirrt sich von den Weststränden hierher. Rechts von uns unendlicher Strand mit vielen kleinen Hütten. Die Vietnamesen, die hier wohnen, leben sehr einfach und ernähren sich in erster Linie von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Wenn die gesamte Küstenlinie mehr und mehr zugebaut werden sollte, kann es hier in einigen Jahren vollkommen anders aussehen.

 IMG_2223_470x300

Ab und zu rauschen an uns Touristenbusse vorbei, die ihre Lieferung zum südlichsten Punkt von Phu Quoc, nach An Thoi bringen. Denn von dort starten die Boote, die die Touristen auf eine Tagestour zum Schnorcheln auf die umliegenden kleinen Inseln bringen.

 

Häuser an der Küste - Phu Quoc

Häuser an der Küste – Phu Quoc

Wir fahren durch einige kleine Dörfer und erreichen An Thoi. An Thoi ist eine lebendige Stadt an der Südspitze des Eilandes. Tourismus gibt es hier (noch) nicht. Nur am Fähranleger liegen neben den Fischerbooten, die Boote die zum Schnorcheln und Fischen mit den Touristen rausfahren.

 

An Thoi - Hafen - Phu Quoc

An Thoi – Hafen – Phu Quoc

Wir fahren nach einem kleinem Spaziergang durch die Stadt und den Hafen wieder Richtung Norden. Jetzt halten wir  uns  jedoch Richtung Osten.

Coconut Prison - Phu Quoc - tiger cages

Coconut Prison – Phu Quoc – tiger cages

Phu Quoc - coconut prison

Phu Quoc – coconut prison

Zunächst kommen wir nach 5 Kilometern nördlich von An Thoi am sogenannten Coconut Gefängnis vorbei. Hier inhaftierte die südvietnamesische Regierung über eine lange Zeit Regimegegner. Anhand von Puppen wird demonstriert, wo hier auf den Wachtürmen und hinter Stacheldraht Wachposten standen, wie Personen in tiger cages gesperrt oder gefoltert wurden. Wieder ein Ort des Grauens. Dass die Gegenseite gleiches machte, wird an diesem und an anderen Gedenkorten in Vietnam nicht erwähnt.

 

An Thoi - Phu Quoc

An Thoi – Phu Quoc

Über eine kleine Eisenbrücke, an der gebaut wird, geht es weiter auf die Ostseite der Insel. Dort liegt der wunderschöne Strand Bai Sao. Wir gönnen uns eine kleine Rast und baden im klaren türkisfarbenen Wasser. Dann geht es auf einer Sandpiste Richtung Norden zurück. Auf der gesamten Strecke wird gebaut. Heute noch eine einsame Sandpiste. Morgen eine sechsspurige Autobahn?

Anthoi - Phu Quoc

Anthoi – Phu Quoc

überall wird gebaut

überall wird gebaut

leben am Fluss

leben am Fluss

Bai Sao

Bai Sao

 

Phu Quoc wirkt auf mich noch sehr natürlich, landschaftlich wunderschön…..und im Aufbruch. Alles wird sich ändern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Gestern  Wir sind nun seit über einer Woche in Bonn und das Wetter wird immer besser. Jedenfalls meint das Leonie, die sich jeden Morgen über den blauen Himmel und den Sonnenschein freut. Wenn wir morgens los laufen, ist es draußen noch frisch und ich freue mich an den nassen Gräsern, die ich gerne abschlecke. Während ich schlecke und schnüffle, erfreut sich Leonie an der grünen Natur um uns herum und bereitet sich mental (wie sie sagt) auf den Tag vor. Am Nachmittag wird es mir im Moment wirklich ein wenig zu heiß. Wenn die Hitze über Bonn drückend wird, mag ich nicht mehr aus dem Haus gehen, sondern haue mich lieber auf die kühlen Fliesen im Flur.

Wenn ich so relaxt und ausgestreckt auf dem Flur liege, sehe ich so aus, als wenn ich schlafe. Doch der Eindruck trügt. Ich bin voll da und bewache das Haus. Ich kann schlafen und wachen. Das ist Multitasking Hund. Dabei richte ich  meine Schlabberohren gerne ein wenig auf und lausche, was die Zweibeiner um mich herum sich so erzählen. Ihr seht ich bin ein wahrer Multitasker (schlafen, träumen, liegen, wachen, hören). Das mit dem Multitasking dachte ich jedenfalls. Doch dann toppten mich die jugendlichen Zweibeiner.

Leonie hatte gekocht und sass mit ihren Söhnen am Mittagstisch. Beide Söhne hatten ihre Handys dabei und konzentrierten sich auf das Eintippen von Nachrichten an Freunde, nebenbei spielten sie anscheinend, hörten Musik, aßen und schienen sich ab und zu auch noch zu unterhalten. Das ist Multitasking Zweibeiner. Viele Dinge zugleich machen. Ich denke, dass „viele Dinge zugleich machen“ grundsätzlich gut ist. Das spart Zeit und Kosten. Für einen Hund nicht unbedingt notwendig :-). Aber, wenn ich Multitasking Mensch nachmachen würde, würde ich zugleich Knochen fressen, Geräusche anhören, markieren, schnüffeln, bellen und wild im Kreis hinter einen Ball herlaufen. Ergibt das einen Sinn? Ich glaube, dass ich so etwas nicht wirklich brauche.

Mehrere  Dinge mit verschiedenen Sinnen zugleich tun, ist doch eigentlich dumm. Dann kann ich nicht richtig schmecken, genießen, verliere den Ball und wenn ich mich nicht richtig auf das Markieren konzentriere, falle ich am Ende auf meinen drei Beinen noch um. Nee, so ein Multitasking a la Zweibeiner ist absolut nichts für Hunde. Und meiner Meinung nach und nichts für Zweibeiner. Denn es scheint, dass die Zweibeiner häufig viel machen, aber in Wirklichkeit machen sie nichts richtig. So, nun wisst Ihr es. Das musste einfach mal gesagt werden.

Leonie diskutierte mit ihren Söhnen, über den Sinn oder Unsinn, ob es notwendig oder überhaupt möglich sei, zur gleichen Zeit zu essen und auf Facebook aktiv zu sein, daneben Mails zu beantworten und Musik zu hören, während gerade eine Unerhaltung stattfindet. Die Jugend bejahte dies mit einem kurzen Kopfnicken, da sprechen anscheinend bei den anderen vielen Beschäftigungen gerade nicht mehr möglich war. Als die Handys nach einiger Zeit beiseite gelegt wurden, fragte der jüngere Sohn Leonie: „Sag mal, was habt Ihr in Eurer Jugend eigentlich ohne Internet und Facebook gemacht? War das nicht total langweilig?“

Die Frage hätte er mir stellen sollen. Ich muss seit meiner Jugend ohne Facebook leben und das geht eigentlich ganz gut. Kann er das nicht sehen? Aber zugegeben: Ganz ohne das große WWW  auch ein Lasko nicht leben. Denn was würde ich ohne meinen Blog machen?

Ja, was hat Leonie eigentlich ohne Internet in Ihrer Jugend gemacht?

Heute Leonie hat sich lange mit ihren Söhnen unterhalten und ihnen erzählt, wie das früher so war. Leonie saß mit ihren Freundinnen und Freunden im Zimmer, trank Tee und hörte Musik von Schallplatten. Ab und zu war Leonie auch allein im Zimmer und spielte Gitarre, las Bücher, schrieb oder zeichnete irgendetwas. Es gab Zeiten da hörte sie auch allein Musik und träumte vor sich hin. Was hat sie wohl geräumt? „Das ist so lange her. Das weiß ich gar nicht mehr“, sagt sie Augen zwinkernd. Soll ich ihr das glauben?

„Und Deine Freunde? Die konntest Du doch gar nicht per Phone oder Internet erreichen. Musstet Ihr Euch jedes Mal richtig verabreden, um Euch zu treffen? Was habt Ihr denn gemacht, als es keine Playstation gab?“ So viele Fragen. Mir wurde ganz schwummerig. Leonie erzählte sehr lange und ausführlich von ihrer Jugend. Ungläubig hörten die Jungs zu. Ich döste auf den Fliesen vor mich hin und dachte mir meinen Teil.

Auf einmal fragte Leonie: „Was würdet Ihr denn machen, wenn auf einmal kein Strom mehr da wäre? Was würdet Ihr machen ohne Facebook und Internet?“ Ich weiß, was ich machen würde, ich würde genauso auf diesen Fliesen liegen, schlafen, dösen, wachen und lauschen – eben Hundemultitasking.

Morgen –   Was würdet Ihr machen ohne Internet?

Lasko denkt zurück an den schönen Strand von Güi-Güí

Lasko denkt zurück an den schönen Strand von Güi-Güí

Gestern – langsam wird es hier richtig heiß. Es wird Sommer und die Tage werden immer noch ein wenig länger. Deshalb versucht Leonie recht früh auszustehen, um mit mir noch zu laufen, wenn wir ausreichend Schatten haben. Doch gestern gelang ihr das irgendwie nicht. Und ich gebe zu, auch ich habe verschlafen. Erst als die hellen Sonnenstrahlen, die durch die Vorhänge in das Zimmer fielen, nicht mehr zu ignorieren waren, öffneten wir die Augen. „Oh je Lasko“, stöhnte Leonie, „heute sind wir aber richtig spät dran. Schnell schnell, lass uns bloß los laufen“.

Als wir vor die Tür traten, war es schon richtig warm und so wurde unser Morgenlauf mehr oder minder ein schneller Morgenspaziergang. Die Sonne schien ohne Unterbrechung auf uns hernieder und so war selber richtig froh, als ich nach Lektüre meiner Hundemorgenzeitung und  Erledigung meines Buisiness endlich wieder in der schattigen Wohnung war.

Leonie wollte waschen und stopfte die Wäsche in Eile in die Waschmaschine. „Ok, heute haben wir saubere Wäsche, aber ich muss dreckig bleiben“, sagte sie. Denn unser Strom reicht nun mal nicht für Wäsche und Leonie. „Freu Dich, dass ich nicht auch noch duschen muss“, dachte ich und leckte mich gut sauber. So war wenigstens einer von uns beiden ein wenig gewaschen.

Leonie schrieb einen Artikel über unsere Wanderung zum Strand von Güi-Güí auf Gran Canaria. Wahrscheinlich kam sie gerade gestern darauf, da es auf dieser Wanderung auch so heiß war. Die Sonne schien so heiß auf uns herab, als wären wir in der Sahara. Und obwohl Hunde am nächsten Tag alles vergessen. Das habe ich nicht vergessen. Nicht vergessen habe ich aber auch das erfrischende Bad, dass ich am menschenleeren Strand von Güi-Güí nehmen durfte. Der ideale Hundestrand. Kaum ein Mensch da, der Hund stört :-).

Heute – Leonie hat meine rote Decke gestern in der Eile mit in die Wäsche gesteckt. Jetzt hat sie viele neue rosa farbene Kleidungsstücke. Ein rosa Laufshirt, rosa Socken und rosa Handtücher. Bin ich froh, dass ich nichts davon anzuziehen brauche und auch keine Hundtücher benutze.

Morgen – Wir werden schauen, ob es hier in der Drogerie so etwas wie einen Entfärber zu kaufen gibt. Vorher muss Leonie aber noch das spanische Wort für Entfärber aus dem Wörterbuch heraussuchen. Entfärben heißt „descolorcar algo“ hat sie mir verraten. Sogar für mich verständlich, aber was heißt Entfärber? Leonie weiß es nicht und findet auch das Wort nicht. Könnt Ihr helfen?

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Wir waren wandern. Ich kann Euch sagen – das war vielleicht eine Wanderung. Alles war eins und eins – einmalig und extrem. Der Grund war, es herrschte noch immer Calima über der Insel. Morgens als wir noch in der Dämmerung aufbrachen, war es noch relativ kühl. Wir gingen vom Meer aus, den Barranco Santiago hoch Richtung Tamaimo. Tamaimo ist ein Ort der ca. 4-500 Meter hoch Richtung der Bezirkshauptstadt Santiago del Teide liegt. Nach einer Stunde hatten wir knapp 400 Höhenmeter geschafft und blickten zurück auf die kleinen Häuser und Bananenplantagen, die hinter uns im Tal wie Spielzeughäuser zurück geblieben waren.

Blick auf die Küste

Blick auf die Küste

Nun wurde es heiß und heißer. Einmalig und extrem heiß. Selbst bei Leonie, die ansonsten selten schwitzt, floss der Schweiss. Wir schwitzten und hechelten um die Wette. Einmalig und extrem. Es war die heißeste Wanderung, die wir je gemacht hatten. Selbst als wir oben in Santiago del Teide ankamen, wo es normalerweise in 1000 Meter Höhe recht kühl ist, hatte es noch 30 Grad im Schatten. Die Idee, dem Calima in der Höhe zu entfliehen, war offensichtlich nicht so ganz aufgegangen. Langsam dämmerte es auch Leonie, dass eine Wanderung bei Calima unter mehr als tropischen Bedingungen und Staub in den Lungen, nicht eine ihrer besten Ideen gewesen zu sein schien. So viel Staub hatten wir noch nie auf einmal eingeatmet. Einmalig und extrem.

Wanderung von Los Gigantes nach Santiago del Teide

Wanderung von Los Gigantes nach Santiago del Teide

„Armer Lasko“, sagte sie und streichelte mir mitleidig über den Kopf. Sehr lieb, aber ich brauche kein Mitleid. Ich brauche W a s s e r und S c h a t t e n. Sie hatte wohl kapiert und ließ sich im Schatten auf einen Stuhl vor einer Bar fallen. „Einen Café con leche für mich und für den Hund bitte einen Rieseneimer Wasser“, rief sie in die Bar hinein. Der dickliche freundliche Wirt, der ziemlich schnell mit dem Gewünschten vor der Tür erschien, sah uns mitleidig an. Leonies Ruf hatte wie ein wahrer Hilfeschrei geklungen und das zeigte selbst bei einem gemütlicher Spanier Wirkung.

Wahrscheinlich sah der Wirt uns auch ein wenig die 900 Höhenmeter unter Extrembedingungen an.  Gut war, dass er Café und für mich das Wasser brachte. So viel Wasser hatte ich noch nie auf eimal bekommen. Extrem. Und so gut hat mir Wasser lange nicht mehr geschmeckt. Einmalig. Als kein Tropfen mehr da war, ließ ich mich unter Leonies Tisch in den Schatten fallen und schlief sofort ein. Ich träumte von einer Insel, die im Meer versank. Das war doch hoffentlich nicht Teneriffa.

Unsanft zerrte Leonie an mir und weckte mich aus meinem Inseltraum. „Komm Lasko. Wir müssen zurück gehen. Das ist noch ein weiter Weg bis nach Hause. Heute hätte ich wirklich gerne den Bus zurück genommen (das wäre wirklich einzigartig gewesen :-)), aber leider nehmen die Dich ja nicht mit. Und Dich alleine auf den Rückweg schicken, will ich auch nicht (und das wäre sehr extrem gewesen :-).“ Letzteres hätte sie ruhig machen können. Ich weiß nur nicht, wann ich dann zu Hause angekommen wäre :-).

Heute – Wir sind immer noch kaputt von dieser einmaligen und extremen Wanderung. Wir hatten uns den Berg genauso wieder runtergekämpft, wie wir uns hoch gekämpft hatten. Als wir nach vielen Stunden zu Hause ankamen, fiel Leonie auf unser Sofa und ich auf die kühlen Fliesen. Wir schliefen so fest, dass wir nicht einmal mehr wussten, was wir geträumt haben.

„Wandern ist gesund“, sagt Leonie immer. Ob das gestern auch der Fall war, wage ich zu bezweifeln. Fast hätte Leonie von dieser Extremwanderung Kopfschmerzen bekommen. Und das wäre gar nicht gut gewesen. „Ist noch gerade gut gegangen“, ließ sie verlauten, als sie uns abends schicke Lammkoteletts in den Ofen schob. Sie hatte ganz vergessen, dass ganz Teneriffa zurzeit ein einziger Backofen ist, nicht aber unser Backofen. Denn für Lammkoteletts reichte mal wieder der  Strom nicht. Schade.

So mussten wir oder besser gesagt Leonie,  die Lammkoteletts auf der niedrigsten Stufe fast die halbe Nacht brutzeln (hoffentlich einmalig). Da wir mächtig Hunger hatten, mussten wir uns zunächst mit Trockenfutter für mich und Apfelsinen und Bananen für Leonie begnügen. Doch heute morgen zum Frühstück waren die Lammkoteletts fertig. Leonie war nicht so begeistert. Doch ich bin da nicht so pingelig. Mir schmeckt so ein leckerer Lammknochen zu jeder Tageszeit.

Morgen – wir erwarten wieder einen Elektriker, einen Fernsehtechniker und einen Calima. Wer wird kommen?

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Leonie saß den ganzen Tag am Schreiben. Nebenbei kam dabei ein kleiner Bericht über Masca heraus. Wenn Euch Leonies Meinung zu dem beliebtesten Barranco auf Teneriffa interessiert, könnt Ihr hier lesen:

Der Masca Trail – die beliebteste Schluchtwanderung auf Teneriffa

Ich finde ja, dass sie viel zu wenig über mich geschrieben hat. Da schreibt sie doch tatsächlich über Piraten in Masca und vergisst ganz meinen Namen zu erwähnen. Na, wenigstens bin ich auf einem Bild zu sehen. Als ich mich bei Leonie beschwerte, dass sie nichts darüber geschrieben hat, wie oft sie sich in der Schlucht wohl verlaufen hätte, wenn ich ihr nicht den Weg gezeigt hätte, lachte sie nur. „Keine Angst Lasko. Du kommst nicht zu kurz. Du hast mittlerweile hier fast Deinen eigenen Blog und kannst denken, so viel Du willst. Und wenn Dich das beruhigt. Ich schreibe zurzeit an einem Wanderführer für Leute, die mit Hunden über die Insel wandern wollen. Und in diesem Wanderführer werden ganz viele Bilder von Dir sein. Und Du kommst sogar selber zu Wort und kannst Deinen Hundekumpels in aller  Welt erzählen, welche Touren für Hunde besonders gut geeignet sind.“

Da kann ich nichts mehr sagen. Nun muss ich erst einmal ganz in Ruhe nachdenken, was ich denn alles in den Hunde Wanderführer hinein schreiben will. Jedenfalls nichts über Piraten.

Heute – unser Drama mit der Elektrik geht weiter. Und Leonie ist unheimlich böse und wütend. Das ist sie ganz selten. „Da hört sich doch alles auf“, schimpft sie und stampft wütend durch die Wohnung. Nun war schon endlich ein Elektriker da, aber das hilft anscheinend auch nicht. Soll ich Euch sagen, warum Leonie so wütend ist?

Als wir hier neu in die Wohnung eingezogen sind, hat die Elektrizitätsgesellschaft ENDESA einen neuen Stromzähler eingebaut. Das soll hier laut Gesetz wohl so bei einem Besitzwechsel sein. Doch der Elektriker erklärte Leonie nun, dass der neue Stromzähler nicht mehr zu den alten Leitungen passen würde. Das wäre immer so und deswegen müssten die Leitungen erneuert werden. „Aber bis zum Zählerwechsel lief doch alles Bestens mit dem Strom in der Wohnung“, fragte Leonie unsicher. „Klar, aber jetzt nicht mehr“, antwortete der freundliche Elektriker. Er erklärte Leonie, dass das, was er zu machen hätte, schnell ginge und ca. 100 € kosten würde. „Das ist ärgerliches Geld, aber wenn danach alles wieder funktioniert“, sinnierte Leonie vor sich hin.

Doch dann kam der Hammer. Der neue Stromzähler ist von ENDESA mit einem Plastikschutz versiegelt und um als Elektriker daran arbeiten zu können, ist ein Zertifizat von ENDESA aus der Hauptstadt zu holen, das sage und schreibe 450 € kosten soll. ENDESA verursacht einen Schaden, für den der Kunde zahlen soll. Und um dann wenigstens noch selber ein bisschen an dem Schaden zuzätzlich zu verdienen, verkauft ENDESA ein Zerfikat für 450 €. Habt Ihr so etwas schon mal gehört? Leonie ist am Toben. Sie will Strom. Sie will jedoch das Zertifikat nicht von den Piraten, wie sie ENDESA mittlerweile nennt, kaufen.

Da schau ich mal aus meine Hundeperspektive, wie Leonies Elektrik Trick weiter geht.

Morgen – Leonie wird kalt duschen müssen. Das kühlt sie vielleicht wieder ein bisschen runter :-).

 

 

 

 

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Ich lag unter dem Schreibtisch und döste so vor mich hin und wartete darauf, dass Leonie endlich mit mir raus gehen sollte. Plötzlich ging das Licht aus, der Router ging aus und die Waschmaschine hörte auf zu laufen. Es war kein Strom mehr in der Wohnung. Die Einzige, die wie elektriziert war, war Leonie. Denn abgestelltes Wasser oder drohende Elektrizitätsabstellungen hatten wir mit dem alten Vermieter nun schon genug erlebt. „Merkwürdig, die Energierechnungen sind doch alle bezahlt“, murmelte Leonie. Sie prüfte den Sicherungskasten, fragte die Nachbarn, ob die denn Strom hätten und prüfte den Hauptzähler.

Ich wunderte mich nur , wieso Leonie sich so aufregte. Noch schien doch die Sonne und das Notebook sollte sie –  jedenfalls von mir aus –  bereits seit einer Stunde ausgemacht haben. „Lass gut sein Leonie und geh mit mir raus“, versuchte ich ihr mit einem ganz ganz lieben Hundeblick zu signalisieren. Ich schaute sie so traurig an, als ob ich eine Woche kein Futter bekommen hätte. Solche Blicke liegen mir und ich muss mich nicht einmal groß anstrengen dafür.

Doch gestern waren Leonie selbst meine absoluten Schmachtblicke egal. Sie lief von der Waschmaschine zum Telefon und wieder zurück. Dabei rief sie mit dem Handy irgendwelche Elektrizitätswerke an. „Na, das ist ja noch mal Glück“, sagte sie danach zu mir. „Da scheint nur ein Kabel am Hauptzähler locker zu sein. Es wird gleich jemand kommen und alles reparieren“. Sofort setzte ich meinen: „Na, dann mal los und Gassi gehen“ Blick auf. Den verstand Leonie endlich und es ging heraus aus der Wohnung.

Heute – wir haben Wechselstrom. Das bedeutet auf spanisch. 10 Minuten haben wir Strom und 10 Minuten keinen Strom. So geht es bereits den ganzen Vormittag. Ab und zu schaut ein freundlicher Nachbar herein, um uns zu helfen. Wobei und wie eigentlich? Das scheint er auch nicht zu wissen. Aber ich finde es sehr schön, dass es hier so liebe Nachbarn gibt, die sich interessieren und Hilfe anbieten. Vielleicht kann ich denen ja auch mal helfen, wenn zum Beispiel ihr Kühlschrank zu voll sein sollte :-).  Bislang hatte jedoch noch nieman eine Idee, wie wir unseren Wechselstrom wieder in Normalstrom zurückwandeln können. „Das Gute ist“, meint Leonie, „dass wir überhaupt noch ein wenig Strom und damit auch warmes Wasser für Kaffee haben.“

Morgen – „Wenn das Stromproblem morgen noch nicht behoben ist, müssen wir nach Santiago del Teide fahren“, ließ Leonie verlauten. Santiago del Teide hört sich für mich gut an. Da sind wir ja schon fast im Tenogebirge und können den Aufenthalt vielleicht mit einer kleinen Wanderung verbinden. „Schauen wir mal, ob dafür morgen die Energie noch reicht“, meint Leonie.