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Jedem deiner Ziele kommst du bereits mit dem ersten Schritt näher

Hochlichtspitze

Diese Aussage wurde mir  bei unserer letzten Alpenwanderung recht klar verdeutlicht. Als ich am Morgen unten aus dem Tal hoch in die Berge blickte, konnte ich mir kaum vorstellen, noch am selben Tag irgendwo hoch oben auf  einem Gipfel zu stehen. Aber wir hatten uns entschlossen und wollte da hinauf und haben den ersten Schritt gemacht. Dann ging es Schritt für Schritt auf schmalen und steil ansteigenden Wegen hoch und mit jedem Schritt näherte ich mich dem Gipfel. Der Berg kam näher und auch der Gipfel. Das Ziel rückte mit jedem Schritt visuell näher und irgendwann hatte ich den Gipfel erreicht.

So wie hier der Gipfel das Ziel war, sollte es nach diesen Spruch, den ich auf einem Kalenderblatt gefunden habe, wohl mit jedem Ziel funktionieren. Vielleicht ist es bei einigen Zielen nicht immer so deutlich, wie und wohin der Weg verläuft. Dann ist es sicher wichtig, überhaupt Aktivität zu entwickeln und den sogenannten ersten Schritt zu machen. Nicht still verharren, sondern in Bewegung zu bleiben und dabei auf das Ziel zu zusteuern. Denn wahrscheinlich gibt die Bewegung, auch wenn sie ab und zu in die falsche Richtung geht, neue Erkenntnisse und Impulse. So habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei einer wie auch immer gearteten Aktivität am Ende immer etwas für mich dabei heraus kommt. Und sei es auch nur die Erkenntnis, dass vielleicht diese spezielle Sache gar nicht die meine ist und ich mir einen neuen Weg oder ein neues Ziel suchen kann. Und auch dann gilt für mich: möglichst bald den ersten Schritt zu machen.

Wie geht es Euch mit den Wegen zu Euren Zielen?

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und mindestens einen ersten oder weiteren Schritt in Richtung Eurer persönlichen Ziele.

Langeweile

Gestern habe ich darüber berichtet, wie wir von dem Tierschutzverein, den ich hier Katzenfreunde e. v. nenne, unsere zwei neuen Hausgenossen, eine Katze und einen Kater bekommen haben. Da die Katze sehr scheu war, was man mir vorher nicht gesagt hatte, hatten wir wochenlang große Bemühungen unternommen, um das Tierchen ein wenig aufzupäppeln und ihr Vertrauen zu gewinnen. Obwohl ich dem Tierschutzverein von Anfang an mitgeteilt hatte, dass wir einen Labrador haben, der auch bei der „Hausinspektion“ zugegen war, hatte man gemeint, dass dieses Kätzchen bei uns gut aufgehoben sei.

Die kleine Katze meinte das jedoch anscheinend nicht. Sie kam zwar  nach Wochen teilweise zu uns aus dem Keller hoch in die Wohnung und ließ sich auch ein wenig anfassen und streicheln. Allerdings war sie noch sehr scheu und lief bei dem kleinsten Geräusch wieder panisch in den Keller. Vor dem Hund schien sie große Angst zu haben. Während Katerchen im Hundekörbchen schlief, ging die Katze unter dem Sofa in Deckung sobald der Hund in ihre Nähe kam. Einige Male kam er ihr schnuppernd zu nahe und kassierte durch schnell gesetzte Prankenhiebe eine blutige Nase. Hundi lief zu der Zeit leicht lädiert durch die Wohnung und Katze hatte einfach Angst vor ihm. Ich gab die Hoffnung nicht auf und meinte, dass die Katze sich nach und nach einleben würde und sich die Tiere aneinander gewöhnen würden. Da das Kätzchen anscheinend sehr unsicher war, fing sie an, unsauber zu werden. Ich  möchte an dieser Stelle gar nicht näher ausführen, wo ich überall die Katzenscheiße finden durfte.

Und dann passierte es eines Tages: das Kätzchen war auf unserem Flur und hatte übersehen, dass Kater und Hund im Hundekorb lagen. Als sie Hundi bemerkte, zog sie ihm ihre rechte Kralle durchs Gesicht. Wütend sprang er auf und bellte. Die Katze lief panisch davon und entwischte durch die ausgerechnet in diesem Moment auf stehende Haustür. Zunächst war sie weg. Sie blieb zwar um unser Haus und ließ sich auch füttern. Da sie sich jedoch nicht anfassen ließ, bekam ich sie nicht wieder hinein. Es nützte nichts. Nun mußte ich bei dem Tierschutzverein anrufen und erzählen, was passiert war. Dieselbe junge Frau, die mir die Katzen vermittelt hatte, schrie mich gleich am Telefon an, wie ich dazu komme das arme Kätzchen so zu misshandeln. (?) Noch am selben Tag erschien sie bei uns, sah mich böse an und klebte überall in der Gegend Plakate an die Laternen, dass unsere Katze entlaufen sei. Ich erklärte ihr, dass sie nicht entlaufen sei, sondern sich in der Nähe des Hauses und im Garten aufhalten würde. Sie werde von uns gefüttert und ich könne sie nur nicht wieder ins Haus herein bekommen. Sie sah mich so an, als ob ich die Katze gequält hätte und meinte nur, dass sie sich nicht mehr sicher sei, ob die Tiere wirklich gut bei uns untergebracht seien.

Sie kam nun täglich und versuchte mit Katzenfallen, gutem Zureden und sonst noch allerlei Katzentricks, die Katze zum Herkommen zu bewegen. Den Vorschlag  meines Sohnes, den Hund zum aufspüren einzusetzen, unterbreitete ich ihr lieber nicht. Nach 10 Tagen gelang es mir, das Kätzchen in einen großen Korb zu fangen und in die Wohnung zu bringen. Ich rief die freundliche Dame vom Tierschutz an und erklärte ihr, dass es wohl für alle Beteiligten besser sei, dass sie das Tierchen wieder abholen solle. Mir tat das Kätzchen leid, aber es machte einfach keinen Sinn es zu behalten, wenn es nicht mit dem Hund zusammen leben konnte.

Die junge Frau erschien und sie schritt ohne mich weiter zu beachten in unseren Hausflur. Ihr Blick war heroisch, so als wenn sie gerade an einer Greenpeace Aktion zur Rettung der Wale teilnehmen würde. Sie wirkte als wenn Gefahr unmittelbar im Verzug sei und sie nun schnell und zielgerichtet eingreifen müsse. „Wo ist die Katze? „, herrschte sie mich an. Dabei schaute sie mich an, als wenn ich die Katze gerade auf die Wäscheleine zum trocknen gehängt hätte. Diese lag jedoch friedlich – und ausnahmsweise vollkommen entspannt – im Wohnzimmer auf einer Wolldecke wohlig ausgestreckt. „Bitte seien sie vorsichtig“, sagte ich, „denn die Katze läßt sich nicht anfassen“. „Von Ihnen vielleicht nicht“, sagte die wagemutige Tierschützerin und ging beherzt auf die Katze zu. Sie griff nach ihr und ……… alles geschah blitzschnell. Die Katze kratzte ihr längsseits den ganzen Arm auf und lief von Panik ergriffen in den Keller. „Soll ich ihnen ein Pflaster holen“, traute ich mich zu fragen und erntete einen bitter bösen Blick. Die junge Frau rief blutend per Handy ihren Freund zur Hilfe. Meine Hilfe wollte sie nicht in Anspruch nehmen, denn wer will sich schon von einer Tierquälerin helfen lassen?

Geschlagene drei Stunden verbrachten die junge Frau und ihr junger Freund im Namen des Tierschutzes in unserem Keller und versuchten Mortadellascheiben um sich werfend, die Katze in eine Transportbox zu bekommen. In den frühen Abendstunden nachdem der gesamte Kellerinhalt vollkommen durcheinander gebracht war, gelang es ihnen schließlich fachmännisch das wilde Tier einzufangen und sie verließen wortlos mit der Katze das Haus.

Ich hoffe, dass die Katze ein neues Zuhause gefunden hat, in dem sie sich wohl fühlt und dass es ihr gut geht. Ich hoffe weiter, dass dieser Verein unser Haus zukünftig meidet und ich danke dem Verein für unseren kleinen Kater.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und achtet auf die Katzenfreunde.

Seerose

jedes Fragen ist ein Suchen – 

                                                  Martin Heidegger

Mittlerweile ist es einige Zeit her, dass ich diesen Satz von Martin Heidegger gelesen habe. Wenn er so richtig ist, müßte das doch bedeuten, dass wir einen großen Teil unseres Lebens mit auf Suche verbringen. Nicht nur, dass wir tatsächlich Dinge suchen, sondern wie oft am Tag stellen wir uns und anderen Fragen. Wo ist der Handschuh oder der Hund? Wie mache ich eine gute Lasagne? Wohin fahren wir am nächsten Wochenende? Wann wird unser Nachbar zu Besuch kommen? Wie wird das Wetter? Wo ist verflixt noch einmal wieder meine Brille gelandet?

Wenn die Zeit, die wir zum Suchen benötigen so immens lange andauert, gibt es dann auch Zeiten, in denen wir etwas finden? Sind diese Zeiten auch so immens groß, sozusagen lange Findezeiten? Oder stellt unser Kopf bei einer erfolgreichen abgeschlossenen Suche sofort wieder auf eine neue Suche um? Arbeiten wir wie eine große Suchmaschine? Ist vielleicht das Suchen – wie der Weg – das Ziel? So viele Fragen. Ich denke für diesen Morgen habe ich genug gesucht.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viele Antworten auf suchende Fragen oder fragende Suchen.

Die letzten beiden Tage habe ich über ein Paket, das ich in unserer Papiertonne gefunden habe und das laut Aussage von UPS bereits einem Empfänger in einem anderen Stadtteil zugestellt worden war, berichtet. Nun wartete ich auf Abholung des Pakets und um Lüftung des Rätsels, wieso das Paket bei uns in der Tonne gelandet ist und wer seinen Müll in unsere Tonne geschüttet hat.

Des Rätsels Lösung kam zu mir auf einem vollkommen unerwarteten Weg. Auch am nächsten Tag wartete ich zunächst vergeblich auf die Abholung des Paketes. Als ich gegen Abend nach Hause kam, parkte einige Häuser weiter ein offenes BMW Cabrio. Ich hatte dieses dort bereits häufiger stehen sehen und meine Söhne hatten  mir erzählt, dass es einem jungen Mann gehöre. Dieser gehe auch auf ihre Schule und verfüge über sehr viel Geld, da sein Vater wohl sehr reich sein müsse. Dieser junge Mann besucht einige Häuser weiter anscheinend ab und zu Freunde.

Gestern saß er im Auto und schien gerade weg fahren zu wollen, als er mich sah. Er stieg aus dem Wagen und kam die Straße herunter auf mich zu. Nachdem er gegrüßt hatte, fragte er mich, ob ich ihm sein Paket nun geben könne. Er solle es für seinen Vater abholen. Der Name, den er mir nannte, stimmte mit dem auf meinem Paket überein. Ich sagte, dass ich ihm das Paket gerne holen werde, aber dass ich nach meinem ganzen Aufwand nun doch gerne wissen möchte, wieso das seinem Vater bereits zugestellte Paket ausgerechnet in unserer Mülltonne gelandet sei.

Er wurde rot,  schien sehr verlegen zu sein und druckste herum. Da er aber merkte, dass ich keinerlei Anstalten machte, das Paket herauszurücken, bevor er mir die Geschichte erzählt hätte, murmelte er mit gesenktem Kopf:“Ich sollte für meine Eltern in die Wertstofftonnen in unserer Straße Müll bringen, der in unserer Garage lag. Dabei habe ich wohl nicht so ganz aufgepasst und auch das an dem Tag zugestellte Paket mit eingepackt. Der ganze Kofferraum meines Wagens lag voll Müll. Bei Ihren Nachbarn haben wir letzten Samstag ein wenig gefeiert und als es bereits 2.00 Uhr war und ich nach Hause mußte, stellte ich fest, dass ich vergessen hatte, den Auftrag meiner Eltern zu erfüllen. Um nicht noch mehr Ärger zu bekommen habe ich den gesamten Müll einfach hier in den Mülltonnen entsorgt. So kam auch das Paket und der andere Müll in Ihre Mülltonne. Es tut mir leid.“

Das war des Rätsels Lösung. Der junge Mann zog mit dem Paket von dannen und ich dachte darüber nach, was es nicht alles gibt  auf der Welt und wie simpel doch manche Erklärungen  sind.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einfache Erklärungen für einfache Dinge.

Nun ist es bereits mehr als ein halbes Jahr her, dass ich mich entschlossen habe, am täglichen Bloggen 2011 teilzunehmen. Irgendwie ist das halbe Jahr sehr schnell vergangen. Dennoch weiß ich heute gar nicht mehr, was mich Mitte Januar, als ich über das tägliche Bloggen las, dazu gebracht hat, teilzunehmen. Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Erinnern kann ich mich nur daran, dass mir die Idee des täglichen Schreibens auf den ersten Blick sehr gefallen hat und irgendetwas in mir gerufen hat: „Klar, dass ist doch eine tolle Sache. Die mußt du einfach ausprobieren!  Das hört und fühlt sich gut an.“ Viel weiter habe ich  ehrlich gesagt nicht gedacht. Also ein äußerst spontaner Anfang.

Fragen, wie die folgenden, tauchten erst später auf: Was mache ich eigentlich, wenn ich nicht online sein kann? Wird mir denn auch wirklich jeden Tag etwas einfallen? Was passiert wenn mir wirklich mal nichts mehr einfällt? Ist es besser ab und zu lieber mal den Mund zu halten bzw. das Schreiben zu stoppen als irgendwelchen „Unsinn“ zu schreiben? Habe ich versagt, wenn ich das tägliche Schreiben nun nicht das ganze Jahr durchhalte oder handelt es sich dann nur um eine angemessene Zieländerung?

Zum Glück waren mir diese ganzen Fragen am Anfang noch nicht so gegenwärtig und ich denke heute, dass das auch gut so ist. Ab und zu muß man im Leben wohl auch einfach nur anfangen, etwas ausprobieren und sehen, wie es läuft. Wenn alles von vornherein 100% abgesichert und durchdacht wäre, wäre es wahrscheinlich auch ein bisschen langweilig und nicht mehr lebendig.

Mit den Fragen im zweiten Absatz wurde ich nach und nach konfrontiert und habe zwischenzeitlich viel darüber nachgedacht.

Wenn ich über einen kurzen Zeitraum nicht online sein kann, kann ich sehr gut die Planenfunktion benutzen. Bin ich hingegen länger nicht online, muß ich „vorarbeiten“, was natürlich die Aktualität ein wenig schmälert.

Für den Fall, dass mir eines Tages nichts mehr einfallen sollte, habe ich mich nach reiflicher Überlegung  entschieden, dass ich dann auch nichts mehr schreiben werde. Lieber werde ich mich dann mit dem eigenen Vorwurf etwas abgebrochen und nicht durchgehalten zu haben, auseinandersetzen, als nur um des Termins wegen weiter zu schreiben.

Und so bin ich jetzt selber ein wenig gespannt, wie das Jahr weiterlaufen wird. Wird mir mit Hilfe meiner Umgebung, wie zum Beispiel der mich umgebenden Zwei- und Vierbeiner,  immer etwas einfallen und habe ich weiterhin so viel Freude am täglichen bloggen? Oder wird noch vor dem 31.12.2011 eines Tages hier eine leere Seite erscheinen? Wobei eine leere Seite ja auch noch eine gewisse Aussagekraft hat, sofern sie denn erscheint. Nun gut – soweit ist es noch nicht, denn im Moment sprudelt noch so ziemlich viel in meinem Kopf herum, das nur darauf wartet, in geordnete Gedanken und zu Papier gebracht zu werden.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viele kreative Ideen.

Als ich letzten Freitag von Bonn nach München fuhr, hatte ich wunderschönes Fahrtwetter, weitestgehend keinen Stau und konnte während der ca. 550 Kilometer langen Fahrt meinen Gedanken nach hängen. Als erste größere Stadt erreichte ich Frankfurt. In Frankfurt hat meine Schwester mit ihrer Familie eine Weile gelebt und ich habe sie häufig dort besucht und einiges von der Stadt sehen können. Frankfurt ist in meiner Erinnerung eine sehr große Stadt, die viele unterschiedliche Viertel hat. Ich erinnere mich an hübsche alte Gassen, an den Zoo, den Palmengarten, an das gigantisch aussehende Bankenviertel und schöne Spazierwege am Main. Frankfurt ist einfach vielfältig. Frankfurt bedeutet aber für mich noch etwas ganz besonderes: nämlich abfliegen. Die großen Langstreckenflüge, die ich unternommen habe, hatten fast alle hier ihren Anfang. Frankfurt ist daher so etwas für mich, wie das Tor zur Welt. Mit leuchtenden Augen fuhr ich am Flughafen vorbei und schaute den minütlich starten und landenden Flugzeugen zu, die über der Autobahn dahin schwebten. Auch an meine neue Freundin und Seelenverwandte, die hier in der Nähe von Frankfurt lebt, dachte ich und sendete ihr in Gedanken einen lieben Gruß.

Dann fuhr ich weiter Richtung Würzburg. Hier in der Nähe haben meine Schwiegereltern gelebt, die leider vor einigen Jahren verstorben sind. Meine Schwiegermutter, mit der ich mich immer sehr gut verstanden habe, vermisse ich noch jetzt. Da wir in Rostock weit weg von ihr wohnten, konnte ich nicht häufig im Frankenland sein. Wenn wir aber Ferien hatten, waren wir zweimal im Jahr für eine Woche im Taubertal zu Gast. Hier konnte ich einige Tag zwischen Arbeit und Familienalltag Luft holen und sogar ab und zu richtig ausschlafen. Ich fühlte mich geborgen und ein kleines Stück weit getragen. Doch der Tod schlug ziemlich schnell und überraschend zu und heute gehören all die schönen Erinnerungen an diese kurzen glücklichen Momente längst der Vergangenheit an.

Auf Würzburg kann man von der Autobahn herunter blicken. Ich sah die Residenz in der Sonne dort über der Stadt liegen. An diese Stadt habe ich sogar noch ältere Erinnerungen. Eine Klassenfahrt führte uns in den 70ger Jahren in die Rhön, von wo aus unsere Klasse einen Ausflug nach Würzburg unternahm. Dabei schauten wir uns die Stadt mit der Residenz an. Die wenigen Fotos, die ich noch von der Reise habe, sind heute bereits vergilbt. Wie lange ist das her.

Weiter ging es nach einer kurzen Rast Richtung Nürnberg. Die Stadt Nürnberg kann man von der Autobahn aus nicht sehen. In meiner Jugendzeit war ich hier einige Male zu Besuch. Meine allerbeste Kindheitsfreundin aus der Nachbarschaft zog hierher, da ihr Vater beruflich nach Nürnberg ging. Da sie wirklich meine allerbeste Freundin war, besuchten wir uns weiterhin. Sie kam in den Schulferien eine Woche zu uns und ich durfte nach Nürnberg. So lernte ich die wunderschöne Altstadt mit der Burg und dem Dürerhaus kennen. Der Kontakt zu meiner Freundin hielt noch bis zur Studienzeit, riß aber irgendwann aus mir nicht mehr bekannten Gründen ab. Gerne würde ich heute meine Freundin wieder treffen. Im Internet ist sie leider nicht auffindbar. Alles läßt sich eben doch nicht ergoogeln und so werde ich weiter suchen. Während ich an Nürnberg vorbei fahre, stelle ich mir vor, dass wir uns eines Tages – vielleicht durch Zufall – wiedersehen werden.

Ab Nürnberg ging es gerade Südrichtung auf München zu. Ich fuhr durch die Holledau und bewunderte die riesigen Hopfenanbaugebiete. Hier hatte sich zum Glück – jedenfalls auf den flüchtigen Blick – nichts verändert. Der Verkehr wurde dichter und dichter. München scheint immer noch den Verkehr und die Menschen aus allen Richtungen anzuziehen. Ich sah die großen Geschäftshäuser, fuhr am äußeren Ring vorbei, um dann über die Ausfahrt Schwabing und den mittleren Ring mein Ziel im Olympiapark anzusteuern. Unter dem riesigen BMW Gebäude war ich fast angekommen und die Vergangenheit blieb hinter mir auf der Strecke. Nun war ich mitten in der quirligen Bayernmetropole – im hier und jetzt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und gute Erinnerungen.

Und wieder war Sperrmüll und ich war dabei. Obwohl ich bereits darüber geschrieben habe, wie sehr mir die Sperrmülltage gefallen, mache ich es heute wieder, denn der Sommersperrmülltag ist immer besonders schön. Das liegt nicht nur daran, dass im Sommer häufig warmes Wetter ist und die Leute bessere Laune haben und  mehr Sachen auf der Straße zu finden sind. Insbesondere zeichnet sich der Sommersperrmüll  dadurch aus,  dass im Sommer der Sperrmülltag  viel länger ist und so die Sachensucher bis spät in die Nacht Gelegenheit haben, am Straßenrand Sachen zu suchen und zu finden. Auf der Straße ist dann sehr viel los und es gibt nicht nur Sachen, sondern auch viele interessante Leute aus der ganzen Welt (und das meine ich tatsächlich so) zu sehen.

Ich selber hatte auch wieder einige alte Sachen, die ich gegen 16.00 Uhr am Vortag des offiziellen Sperrmülltages an den Straßenrand brachte. Einen alten Stuhl und alte Jalousien rissen mir gleich einige Altmetallhändler aus der Hand. Auch die kaputte Gartenliege stand keine 5 Minuten dort, denn seit Mittag kreisten die Händler mit ihren großen Kastenwägen durch den Stadtteil und späten mit Argusaugen nach Metall. Aber auch private Sachensucher waren in Scharen bei dem schönen Wetter unterwegs und ich hatte kaum Gelegenheit schöne Sperrmülldinge zu fotografieren, da diese alle schnellstens den Besitzer wechselten.

Dennoch ist es mir gelungen einige Sperrmüllfotos zu machen. Ich freute mich fotografisch festzuhalten, was alles so weggeworfen wird. Da mich der Sperrmüll immer mehr fasziniert, werde ich vielleicht demnächst auch in andere Stadtteile gehen und schauen und fotografieren, was es dort so alles am Sperrmülltag zu sehen gibt. Als ich so Sperrmüll fotografierend durch die Straßen ging, wurde ich auch des Öfteren darauf angesprochen, was ich denn suchen würde. Waren das Hilfsangebote oder Leute, die in mir eine Konkurrentin beim Suchen vermuteten? Ich beruhigte alle mit den Worten, das ich nur fotografieren möchte. Ich sah viele Sachen und interessante Menschen, die eifrig sammelten. Ich sah wieder viele Dinge den Besitzer wechseln und damit wieder in den Gebrauchskreislauf eintauchen. Ich selber hatte meine Bilder und mein Hund fand zum Schluss noch einen roten Teppich, aber auch den habe ich auf der Straße liegen gelassen (denn: der lag – wie bei Emil – schon da :-)).

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Freude mit den Sperrmüllsachen.

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Am zweiten Pfingsttag zogen dunkle Wolken auf und es sah arg nach Regen oder Gewitter aus. Dennoch machte ich mich am frühen Nachmittag auf, um mit dem Hund eine Runde auf dem Kreuzberg, über den ich bereits geschrieben habe, zu drehen. Der Hund brauchte den Auslauf und ich freute mich an der Natur. Oben auf einer großen Wiese angekommen, packte ich den mitgebrachten alten Tennisball aus und fing an, mit dem Hund Ball werfen zu spielen. Ich warf, er raste hinter her und brachte zumeist brav den Ball im Maul wieder zurück. Dabei schaute er mich immer so an, als ob er sagen würde: Los werf doch, werf doch endlich, beeile dich, werfen,werfen, werfen……… Und ich werfe. Er ist ein richtiger Ball Junkie. Ich war noch nie eine besonders gute Werferin und habe auch bereits einige Hundespielzeuge verschlissen, indem ich sie in unwegsames  Gebüsch, moorige Teiche oder höchste Bäume auf nimmer Wiedersehen geworfen habe. Ein Spielzeug von unserem Hund hängt immer noch in einem hohen Baum, der von dichten Gebüsch umgeben ist und an dem ich häufig vorbei gehe. Den Wurf habe allerdings nicht ich, sondern den hat mein Sohn vollbracht.

Daher habe ich meistens nur noch alte Tennisbälle bei mir, die ich ab und zu weiterhin in der Landschaft ohne größeren Schaden versenken kann. Ab und zu finde ich überraschender Weise jedoch auch ab und zu alte Tennisbälle. Vielleicht können andere Leute auch nicht besser werfen? Am letzten Montag hatte ich nur einen Ball dabei, den ich nach dem dritten Wurf sehr gekonnt in eine große Brennesselansammlung auf der Wiese plazierte. Ich hätte den Ball dort lassen sollen. Der Hund hatte anscheinend auch  keine Lust ihn aus den Brennesseln heraus zu holen. Er tat dabei so, als ob er nicht gesehen hätte, wo der Ball gelandet war. Da ich aber keinen Ersatzball hatte, traute ich mich in das Brennesselfeld hinein. Die Brennesseln brannten durch die Leggings durch und es juckte überall. Nachdem ich wirklich den allerletzten und noch einmal den wirklich allerletzten Brennesselhalm abgesucht hatte, lag da der Ball. So hat sich mein mutiger Einsatz doch gelohnt :-).

Ein zweiter Grund zur Freude war, dass ich noch vor dem Gewitter rechtzeitig heimkehrte und mich entschloss, in der Bonner Kunsthalle die Liebermann Ausstellung zu besuchen. Das war bei dem Wetter gerade richtig (drinnen regnet es nicht und ist doch angenehm kühl) und ich war schon lange nicht mehr in einer Ausstellung gewesen. Neben den vielen Bildern gab es auch einen sehr informativen Film über das Leben von Max Liebermann und als ich aus der Ausstellung raus ging, war ich nicht nur über die Bilder erfreut, sondern auch ein wenig schlauer.

Auf dem Dach der Kunsthalle ist der Liebermannsche Garten, den er in Berlin am Wannsee hat anlegen lassen, in Teilen nach gebaut. Hier in Bonn gibt es allerdings keinen Blick aus dem Garten auf den Wannsee, sondern dafür auf das Siebengebirge. Das tut jedoch der Schönheit des Gartens keinen Abbruch.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und angenehme Eindrücke.


      

Leider kann ich heute keine lustige Geschichte über unsern Kater Luc erzählen, denn er ist wieder mal seit mehreren Tagen überfällig. Daran, dass unser kleiner spanischer Kater gerne in der Gegend herum streunt und gerade im Frühjahr seine Zeit draußen geniesst, sind wir lange gewöhnt. Auch blieb er des öfteren zwei Tage lang weg. Einmal haben wir ihn von einem Dach gerettet und ein anderes Mal habe ich ihn aus der Waschmaschine gefischt. So machte ich mir auch zunächst keine Sorgen als ich ihn zwei Tag lang nicht sah, denn ich weiß, dass er teilweise auch bei Nachbarn ist und anscheinend ab und zu auch woanders mit gefüttert wird. Doch nun ist bereits der dritte Tag verstrichen, an dem er nicht zurück gekommen ist.

Deswegen habe ich gestern ganz ausführlich unsere Gegend abgesucht. Wir haben gerufen und auch Nachbarn befragt. Auch alle abgeschlossenen Schuppen, Gebüsche und anderes unwegsames Gelände durchsucht. Leider gibt es keine Spur von Luc. Er ist wie vom Erdboden verschwunden. Ist der überfahren worden oder von jemanden mitgenommen worden? Ich mache mir viele Gedanken, aber ändern kann ich im Moment an der Situation nichts . Heute morgen habe ich Kater bei der Tierschutzorganisation Tasso, wo der chipmäßig gemeldet ist, als vermisst angezeigt. Dort wird sein Bild eingestellt und wir bekommen Suchplakate und Zettel, die wir hier in der Gegend aufhängen können. Nun suchen und hoffen wir weiter.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und fallss jemand Luc begegnet, bitte melden.

Gestern bekam ich eine Mail von eBay mit der Mitteilung, dass am Wochenende die Angebotsgebühren bei eBay erlassen werden. Das war für mich ein Grund, unverzüglich im Haus auf die Suche zu gehen, ob nicht irgendetwas Verkäufliches auffindbar war. Lange Zeit hatten mich eBay oder ähnliche Verkaufsforen gar nicht interessiert. Dann vor einigen Jahren habe ich irgendwann angefangen, ab und zu etwas dort zu kaufen.Nachdem an den Käufen nie etwas auszusetzen war, hat auch mich eines Tages die Lust am Verkaufen gepackt.

Denn wie ich hier bereits des öfteren geschrieben habe, finde ich es immer wieder gut, Sachen, die man selber nicht mehr braucht, einem neuen Nutzer oder einer neuen Verwendung zuzuführen. Und auf der anderen Seite, wer kann nicht ein bisschen Geld gebrauchen? Zunächst hat mich der Aufwand abgeschreckt: fotografieren, Foto bearbeiten, Annonce erstellen, beobachten, da sein, wenn der Zuschlag erteilt wird, verpacken und noch die Ware zur Post bringen. Aber einmal gemacht und gesehen, dass es gar nicht so schlimm ist, wie es sich anhört. Mittlerweile erledige ich das „Verkaufen“ ganz  nebenbei. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht Unmengen von Dingen zum Einstellen habe und nur ab und zu an den Wochenenden in dieser Hinsicht tätig bin. So ein Tag ist heute und nachdem ich gestern sieben alte noch gut erhaltene Dinge gefunden habe, die keiner bei uns mehr braucht, kann es gleich an die Arbeit gehen.

Ich habe bisher auch bei den Verkäufen nur gute Erfahrungen gemacht. Das Geld kam immer, es gab keine Reklamationen und das eine oder andere Mal gab es sogar einen kurzen netten Mail Kontakt. Auch beim Kaufen habe ich bislang immer Glück gehabt und das bekommen, wofür ich mein Geld gezahlt habe. Persönlich habe ich auch noch nie von jemanden gehört, bei dem irgendetwas nicht mit eBay geklappt hat. Doch –  da fällt mir ein, dass mir bei einem Spaziergang mit den Hunden, letzten Sommer ein Mann aus unserem Stadtteil erzählt hat, dass er eine Hundehütte bei eBay ersteigert hätte. Das allein fand ich schon kaum vorstellbar. Eine Hütte für immer hin einen großen Berner Sennen Hund. Nach den Erzählungen des Mannes soll die Hütte auch geliefert worden sein und alles war in Ordnung. Nur eine Woche später bekam er die gleiche Hütte noch einmal geliefert. Er hatte gar nicht so viel Platz und reklamierte. Daraufhin hielt eine Woche später wieder ein Wagen vor seiner Tür und brachte die dritte Hütte. Da er nicht vor hatte, einen Handel mit Hundehütten auf zu machen, passte er die vierte Lieferung ab und gab alles mit zurück. Seitdem ist er auch nicht wieder beliefert worden. Die Geschichte fand ich ganz witzig. Vielleicht sollte ich das mal mit Hundefutter ausprobieren, denn davon könnte ich für meinen Labbi (der laut Gebrauchsanweisung eine Fressmaschiene ist) jede Woche einen Sack sehr gut gebrauchen :-).

Habe heute ein Bild von „über den Dächern von New York“ gewählt, weil mich das irgendwie an die große eBay Welt erinnert oder umgekehrt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Spaß beim bieten.