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Goodbye Vietnam

Veröffentlicht: 27. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Sechs Wochen in Vietnam sind so wahnsinnig schnell vergangen. Waren wir wirklich sechs ganze Wochen unterwegs?

Ich freue mich, dass ich diese schöne Reise machen konnte. Und es wird bestimmt  einige Zeit dauern, bis ich die vielfältigen Eindrücke sortiert bekomme. Auch wenn sechs Wochen sehr lang sind, ist es unmöglich, dieses große vielfältige Land ganz zu sehen. Vietnam ist im Umbruch, für uns „Fremde“ häufig wohl auch ein wenig widersprüchlich, manchmal schwer zu verstehen, wunderschön und facettenreich.

Die Menschen sind herzlich und freundlich (abgesehen von einigen Tourguides :-)) und es gibt sicher noch weit mehr zu entdecken, als das, was ich hier beschrieben habe. Wir sind in den Wochen vom Norden (Hanoi mit Halong Bucht und Sapa) über das Zentrum (Hue, Hoy An, Mui Ne) in den Süden (Saigon, Mekong Delta und Phu Quoc) gereist. Auch der Abstecher nach Kambodia (Phnom Penh und Siem Reap) hat mir große Freude bereitet.

 

Ich möchte an dieser Stelle allen Lesern danken – Euch allen, die Ihr mich auf dieser Reise begleitet habt. Ich habe mich sehr über die vielen freundlichen Kommentare gefreut.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

Heute geht es zurück nach Bonn. Weg aus den tropischen Temperaturen in den deutschen Herbst. Ich werde gleich nach Rückkehr in der nächsten Woche in meine neue Wohnung in Bonn umziehen und daher ziemlich beschäftigt sein. Wenn mein Leben wieder in „ruhigeres Fahrwasser“ gekommen sein wird, melde ich mich wieder.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und sende ein letztes Mal aus Vietnam viele liebe Grüße

Leonie

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Phu Quoc - Strand im Norden

Phu Quoc – Strand im Norden

 

 

Unsere letzte Scootertour auf Phu Quoc und auch in Vietnam führte uns in den Nordwesten der Insel. Dorthin soll es laut Karte eine Straße geben, die in der Hauptstadt Duong Dong beginnen soll. Nachdem wir eine Stunde in der Stadt herum gekreuzt waren und nach vielen Hinweisen in viele verschiedene Richtungen gefahren waren, gelang es uns endlich die Straße zu finden. Kein Wunder, dass es so lange dauerte, denn die Straße beginnt nicht in der Hauptstadt, sondern einige Kilometer nördlich. Mitten auf dem Feld ist der Straßenanfang und bis dahin muss man sich erst einmal über Feldwege und quer durch den Wald durchschlagen.

Phu Quoc - mit Scooter unterwegs

Phu Quoc – mit Scooter unterwegs

 

Doch als wir die Straße erreicht hatten, stellten wir fest, dass sie weitaus besser war, als die rote Schlammpiste, die auf der Ostseite der Insel entlang führt. Eine ganze Weile fuhren wir auf einer normalen geteerten Straße. Dann ging die Straße in eine Piste über, die aber einigermaßen befahrbar war. Zwischendurch trafen wir immer wieder auf Baukolonnen, die neue Straßenabschnitte bauten. In einigen Jahren wird die Insel wohl rundum mit einem guten Straßennetz versorgt sein. Als wir das Städtchen Ganh Dau im Norden erreichten, staunten wir nicht schlecht.

Phu Quoc - Blick auf Kambodia

Phu Quoc – Blick auf Kambodia

 

Vor uns breiteten sich Traumstrände aus. Weißer Sand, Fischerboote und Palmen. Nun weiß ich auch, dass man hier individuelle Schnorcheltouren buchen kann. Wer also auf die Insel kommt, muss nicht unbedingt im Süden das Standardprogramm buchen. Gegen ein geringes Entgelt kann man hier im Norden in einer wirklich traumhaften Gegend individuell schnorcheln gehen. Der Ort Ganh Dau ist lebhaft und voller kleiner Gassen, in denen Waren angeboten werden. Die Häuser liegen unmittelbar am Meer. Mit dem Scooter fahren wir durch die 1 Meter breiten Gassen vorbei an Fleischständen, auf denen Fleisch, Fisch und Innereien in allen Größen angeboten werden.

Phu Quoc - Traumstrand im Norden

Phu Quoc – Traumstrand im Norden

Auf Touristen ist man in Ganh Dau (noch) nicht eingestellt. Es gibt keine Restaurants oder Coca Cola. Überhaupt trafen wir den ganzen Tag über nur ca. vier andere Touristen auf dem Scooter, die sich – wie wir – hierher „verirrt“ hatten. Diese Gegend ist tatsächlich noch ein unberührter Geheimtipp.

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Von der Nordküste der Insel ist auch Kambodia nicht weit entfernt. Fast zum Anfassen nah, liegt es vor der Küste von Phu Quoc. Die Weiterfahrt zu dem Dorf Rach Vem gestaltete sich mitten durch den Dschungel doch ein wenig schwer und holprig. Einige Male verloren wir den Pfad – doch wir erreichten Rach Vem. Bei Rach Vem soll es einen schönen Strand geben. Wir haben jedoch nur das große Dorf, deren Bewohner vom Fischfang zu leben scheinen, gesehen. Auch hier wird man kaum jemanden finden, der Englisch spricht. Doch die Menschen hier im Norden sind freundlich und herzlich. Immer wieder winken uns Leute und insbesondere Kinder zu. „Hello, hello“. Dann lachen sie und freuen sich anscheinend, dass wir winkend mit „hello, hello“ antworten.

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Dann ging es den langen anstrengenden Weg zurück an die äußerste Nordwestspitze der Insel, zum Cape Ganh Dau. Dort genossen wir die wunderschöne Aussicht auf Meer, Strand und Natur. Danach fuhren wir auf einer roten Piste langsam wieder zurück in den Süden. Die Piste verlief unmittelbar neben der Küste. Wunderschöne einsame Strände reihten sich einer an den anderen. Ab und zu kamen wir durch kleine Orte, in denen Fischer lebten.

Fischerboot

Fischerboot

 

Wir fuhren durch Gebiete, in denen über hunderte von Metern an der Straße entlang Fisch getrocknet wird. Auf Phu Quoc wird anscheinend rund um die Uhr gefischt. Mit großen Booten, mit „Badewannen“, mit Netzen und auf jede andere erdenkliche Art. Bei diesen Massen an Fischerbooten drängt sich die Frage auf, wie lange das noch gut geht. Ist das Meer nicht irgendwann auch hier leer gefischt?

 

Im einsamen Norden gibt es an der Straße dann doch tatsächlich vier Restaurants, die wunderschön gelegen sind. Das Essen wird direkt am Strand serviert. Ein Bad im warmen Meer, Wasser und Fisch. Hier könnte ich es länger aushalten.

Doch es geht weiter Richtung Inselhauptstadt.

 

Ich sehe wieder Plakate, die die Zukunft der Insel in leuchtenden Farben anpreisen. Die Realität an der Straße, in der die Menschen noch in Wellblechhütten wohnen, sieht anders aus. Was passiert mit den Menschen, wenn an dieser Stelle tatsächlich die hochfliegenden Hotelpläne verwirklicht werden?

Schöne Zukunft ?

Schöne Zukunft ?

Plakatwände

Plakatwände

 

Um noch ein wenig Geld zu tauschen gehe ich in eine Bank. Auch beim Geld tauschen ist Vietnam – wie in so vielen Dingen – für mich widersprüchlich und nicht vorhersehbar. In einigen Banken werden die Euronoten genommen und umgetauscht und das war es. In anderen Banken werden sorgfältig Daten aus Reisepass notiert und Formulare ausgefüllt. Hier in Duong Dong ist alles sehr genau geregelt. Vor der Bank warten vier Sicherheitskräfte auf die Kundschaft. Einer geleitet mich die Treppe hoch und in die Tür hinein. Drinnen sind weitere vier Sicherheitskräfte. Einer von ihnen führt mich zu einem Stuhl, auf dem ich warten soll. Per Lautsprecher werden Nummern und Namen aufgerufen. Da ich das nicht verstehe, werde ich von dem Sicherheitsmann nach 5 Minuten zu einem Schalter gebracht, an dem ich mein Anliegen äußern kann. Dann gebe ich noch meinen Namen an und darf mich wieder setzen.

 

Ich schaue mich um. In der Mitte der Bank ist ein großer Altar mit einem Buddha. Darüber leuchten und glitzern hunderte von bunten Glühbirnen. Die Anzeigetafel mit den Kursen in roten Ziffern wirkt dagegen sehr dezent.

 

Da in Phu Quoc dreimal in der Woche den ganzen Tag über auf der ganzen Insel der Strom abgeschaltet wird, wird die Beleuchtung der Bank mit einem Notstrom Aggregat betrieben. Das verlassen plötzlich wohl die Kräfte. Die Stimme aus dem Lautsprecher verstummt, der Buddha hört auf zu leuchten und die Kurse sind nicht mehr erkennbar. Eine angenehme Ruhe macht sich breit. Doch nun wird die Arbeit in der Bank eingestellt. Nach einer halben Stunde nimmt das Notstrom Aggregat seine Arbeit wieder auf und Buddha kann wieder leuchten. Ich bin beruhigt. Ich werde zu einem anderen Schalter geführt, an dem ich mein Geld tauschen kann. Alles bestens – das Abendessen am Strand ist gesichert.

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Seestern

Seestern

Ja, wir wagten es noch einmal. Es sollte auf eine Schnorcheltour mit Guide gehen. Eigentlich wollten wir ja nach unseren letzten Erfahrungen im Mekongdelta endgültig Abstand von geführten Touren nehmen. Doch auf Phu Quoc ist es unmöglich – jedenfalls für uns als Touristen – mit einem Schiff auf die vielen kleinen Inseln, die vor der Südspitze der Insel im Meer liegen, zu kommen. Wir probierten unser Glück unmittelbar in An Thoi – leider ohne Erfolg. Da wir jedoch gerne die kleinen Inseln besuchen wollten, blieb nichts anderes übrig. Wir mussten zum letzten Mal in Vietnam eine Tour zu buchen.

Fischerboot - An Thoi

Fischerboot – An Thoi

Morgens um 8.30 Uhr ging es vom Bungalow aus los. Jetzt konnten wir vietnamesisches „Scooter fahren“ testen. Zu je Dritt auf einem Scooter knatterten wir den steinigen Feldweg zur Hauptstraße hoch. Dort wartete ein Kleinbus, der uns zusammen mit ca. 20 anderen Touristen zum Schnorcheln und Fischen auf ein Boot in An Thoi bringen sollten. Meine Erwartungen an dieses Tour bestätigten sich schnell. Bereits nach 15 Minuten legten wir die erste Rast ein. Zu bestaunen gab es Schmuck. Vor dem Verkaufsraum demonstrierte eine Verkäuferin, wie Perlen aus der Auster geschnitten werden. Drinnen gab es dann die passenden Perlenketten zu erwerben. Ein Mitreisender Schweizer, der mit einer Vietnamesin unterwegs war, kaufte ihr eine Perlenkette. Da die junge Frau kaum Englisch sprach, konnte ich nur ihrer Gestik entnehmen, dass sie mit diesem „kostbaren“ Geschenk nichts anfangen konnte. Von den restlichen Reisenden, die alle auf den Bootstrip wollten, kaufte niemand.

da geht nichts mehr

da geht nichts mehr

So waren wir glücklich und zufrieden, dass es nach 20 Minuten endlich weiter ging. Doch die Freude hielt nicht lange. Der Bus, der über die uns nun bereits vertraute rote Piste holperte, tat plötzlich einen Schlag. Er schlidderte seitlich in den roten Matsch. Wir wurden nach vorne geschleudert und dann standen wir. Das kam mir doch irgendwie aus Kambodia bekannt vor. Doch dieses Mal gab es keine Reparaturmöglichkeit, da wir laut Fahrer einen Achsbruch hatten. Die Achse war gebrochen und hatte uns in den Straßengraben katapultiert. Wir konnten froh sein, dass das alles bei ziemlich moderatem Tempo passiert war.

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Alle Passagiere sollten den Bus verlassen und den keine 5 Meter von uns entfernten einsamen Strand genießen. Das meinte jedenfalls unser Guide. Die Busbesatzung versuchte unterdessen mit Hilfe eines Seils, das ein Nachbarjunge brachte, den Bus frei zu bekommen. Der Grund erschloss sich mir nicht, denn ein Achsbruch war ein Achsbruch.Dieser Bus würde uns festgefahren oder nicht, nicht mehr viel weiterbringen können.

verlassen am einsamen Strand

verlassen am einsamen Strand

Jeder der Mitreisenden machte es sich auf seine Art auf der Wiese unter Palmen nahe am Strand gemütlich. Die Koreaner schossen hunderte von Fotos. Der Schweizer machte mit seiner Vietnamesin einen Strandspaziergang und offerierte ihr letztlich ein weißes aus dem Hotel mitgebrachtes Handtuch, auf dem sie Platz nehmen konnte. Eine japanische Familie versammelte sich unter einer Palme am Strand zu einem zweiten Familienfrühstück und spielte mit den Kindern verstecken. Der Rest der Gruppe schaute sich kurz den Strand an, ließ die Füße ein wenig im Wasser abkühlen und verzog sich dann auf den Rasen.

Bäume bieten Schatten

Bäume bieten Schatten

Es wurde Wasser verteilt, so dass uns klar war, dass dies ein längerer Aufenthalt werden würde. Jeder in unserer Gruppe lichtete den festgefahrenen Bus ab und als es am Bus nichts mehr zu fotografieren gab, lichteten wir uns gegenseitig ab. Das schien ansteckend zu sein, denn nun beendete auch die Busmannschaft ihr Rettungsmanöver, wusch die Hände im Meer und lichtete mit Handys gleichfalls den Bus ab. Als es am Bus nichts mehr abzulichten gab, lichteten sie uns auf der Wiese ab. Die Koreaner hatten nach ca. 1000 Aufnahmen wohl genug und sahen nun auf ihren großen Smartphones Filme und hörten Musik. „Raindrops keep falling on my head“, annimierte zum Mitsingen. Doch irgendwie paßte der Song wenig zu dem gleißenden Sonnenschein, der auf unsere Köpfe schien.

Jungen auf dem Scooter beobachten den Bus

Jungen auf dem Scooter beobachten den Bus

Wasser

Wasser

Die Busmannschaft war dazu übergegangen, da das von den Nachbarn gebrachte Seil nicht ausreichte, Lastwagen anzuhalten. Ein Touristenbus führt in Vietnam anscheinend grundsätzlich kein Abschleppseil mit sich. Gibt es das hier überhaupt? Fragen, die mir keiner beantworten konnte und die auch in der Situation keinen Sinn machten. Einige der angehaltenen Lastwagen versuchten ihr Glück mit einem Draht, der von unserem Guide am Strand gefunden worden war.

Men at work

Men at work

Als der Draht immer wieder abfiel, suchten die Männer nach anderen Gegenständen.  Wir schauten zu. Ich bekam ein neues Foto zu meiner Serie: Men at work. Die Lastwagen gaben einer nach dem anderen auf und fuhren grüßend weiter. Andere Touristenbusse rollten langsam an uns vorbei und wir wurden mehrfach von den Busfenstern aus abgelichtet.

Rast auf dem grünen Rasen

Rast auf dem grünen Rasen

Nach einer Stunde kam unser Guide auf die Idee, dass Handy nicht nur zum Fotografieren, sondern auch zum Telefonieren zu benutzen. Er orderte einen Ersatzbus, der nach einer weiteren halben Stunde tatsächlich eintraf. Die Schnorcheltour konnte weitergehen.

Phu Quoc - Fischerboot mit vollem Netz

Phu Quoc – Fischerboot mit vollem Netz

Wir wurden nach An Thoi gebracht und bestiegen dort ein Schiff. Die vierstündige Bootsfahrt zwischen den kleinen Inseln war wunderschön. Es gab keinen weiteren Grund zum Meckern. Auf dem Oberdeck wehte eine milde Brise und die Inseln mit einsamen kleinen Stränden und das türkisblaue Wasser zogen an uns vorbei. In einem kleinen Zwischenstopp kaufte die Mannschaft auf dem Wasser von einem Fischer fangfrischen Fisch, den wir wenig später auf dem Unterdeck mit vielen anderen vietnamesischen Köstlichkeiten serviert bekamen. Wer wollte, konnte sich gegen Aufpreis auch Hummer oder Seeigel bestellen, was viele Koreaner gerne annahmen.

Seeigel

Seeigel

Fischverkäufer auf dem Meer

Fischverkäufer auf dem Meer

Dann ankerten wir und konnten im klaren Wasser schnorcheln und schwimmen. Einfach fantastisch. Rund um Vietnam scheint es tatsächlich trotz der vielen Fischerboote noch (!)  sehr viele Fische zu geben. Ich schnorchelte vorsichtig an Riffs und Korallenbänken entlang und erfreute mich an den riesigen Fischschärmen und den farbenprächtigen Fischen.

kleine Inseln vor der Südküste von Phu Quoc

kleine Inseln vor der Südküste von Phu Quoc

Bei unserem letzten Stopp auf dem Meer durften wir selber das Fischen mit einer kleinen Rolle und Nylonfaden ausprobieren.  Ich probierte es einige Male ohne Erfolg – worüber ich nicht wirklich traurig war.

Angeln für Touristen

Angeln für Touristen

Fischerboot - An Thoi

Fischerboot – An Thoi

Fischerboote vor An Thoi

Fischerboote vor An Thoi

Zurück an Land ging es noch einmal zum Coconut Prison und zum Sao Beach. Wir kannten Beides bereis von unserer privaten Südour um die Insel. Und so war ich nicht traurig, dass an diesen Orten nun die Zeit eingespart wurde, die wir bei unserer Panne verloren

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hatten.

Phu Quoc- Inselnorden

Phu Quoc- Inselnorden

Nach der Fahrt in den Süden der Insel mussten wir natürlich auch den Norden von Phu Quoc ein wenig näher kennen lernen. Wir fuhren mit dem Scooter quer über die Inselmitte, um als erste Station auf unserer Nordinseltour einen Wasserfall zu besuchen. Früh am Morgen waren wir die ersten Besucher, die ihren Rucksack auf einem kleinen Pfad parallel zu einem Bächlein hochschleppten. Durch den Regen der letzten Nacht war der Boden aufgeweicht. Die Bäume wurden dichter und dichter und bei mir stellte sich langsam ein richtiges Dschungelfeeling ein. Plötzlich tauchte der Wasserfall hinter Bäumen auf.

Phu Quoc- Inselmitte

Phu Quoc- Inselmitte

Phu Quoc - Wasserfall

Phu Quoc – Wasserfall

Wunderschön anzusehen, aber ein Bad mochte ich am frühen Morgen noch nicht hier nehmen. So fuhren wir weiter. Auf der Karte war an der Ostküste eine Straße eingezeichnet, die bis zum Norden der Insel führt. Die wollten wir nehmen. Zunächst war auch alles ganz einfach. Wir tankten den Scooter voll und fuhren die einzige Straße, die Richtung Norden führte. Dann erreichten wir den  Ort Ham NInh. Ein quirliger Ort, der voller Scooter und Marktstände war. Wir konnten nicht die Straße heraus finden, die uns in den Norden bringen sollte. Ich fragte einen Polizisten. Soweit ich sein gebrochenes Englisch verstand, meinte er, dass wir die Straße nicht nehmen sollten, sondern lieber die Fähre hier im Ort. Es gab tatsächlich eine Fähre, die von Ham NInh nach Mui Da Chong im Norden fuhr. Aber warum sollten wir entlang der Ostküste eine Fähre benutzen, wenn es eine Straße gab? Die Antwort sollten wir bald erhalten.

Phu Quoc - Straßenkreuzung

Phu Quoc – Straßenkreuzung

Wir hielten uns parallel zur Küste und gelangten nach einigem Suchen nach20 Minuten Fahrt  tatsächlich auf eine breite Piste. Dort entdeckte ich zu meiner Beruhigung am Straßenrand weiße Steine  mit Kilometerangaben zum Ort Bai Thom. Dieser Ort im Norden war unser nächstes Ziel.  Die Piste bestand aus rotem Schlamm mit vielen Schlaglöchern und das Fahren gestaltete sich sehr holprig und schlammig. Für die 30 Kilometer würden wir einige Zeit brauchen – das war uns klar. Nicht klar war uns, dass die Piste immer schlechter wurde. Schmal, hoprig und teilweise vollkommen überschwemmt. Langsam leuchtete es mir ein, warum eine Fähre existierte. Doch nun mussten wir weiter, denn zurück wollten wir auch nicht mehr.

Phu Quoc - Piste in den Norden

Phu Quoc – Piste in den Norden

Doch es kam noch schlimmer. Die rote schlammige Piste war plötzlich zu Ende. Es schien, dass sie auf einer Talüberführung „zusammengebrochen“ war. Es gab eine kleine „Umleitung“. Der Weg war nur noch ca. 2 Meter breit und führte in heftigen An- und Abstiegen über die Berge. Wenn Flüsse oder kleine Bachläufe zu überwinden waren, war die Straße mit Holzstämmen gepflastert. Die waren oft nicht mehr als 1,5 Meter breit und führten über atemberaubende Abgründe. Nun kam doch ein wenig Angst mit ins Spiel. Aber ein Zurück kam überhaupt nicht mehr in Betracht.

Umleitung

Ich war dankbar, als wir endlich wieder auf der breiten aufgeweichten Piste waren – auch wenn ich bis zum Knie voller Schlamm war. „Mit Flip Flops kein Problem“, beruhigte ich mich. Jeder Kilometer zog sich unendlich dahin. Doch dann erreichten wir eine Straßenkreuzung und links ging es zu dem kleinen Fährhafen Mui Da Chong. Dort kamen die Fahrzeuge an, die den Wasserweg der schlammigen Piste vorgezogen hatten. Bevor wir Bai Thom erreichten, trafen wir auf eine wunderschöne Lagune. Ein Traumstrand mit einer vorgelagerten Insel, die über einen Damm zu erreichen ist. Da wir nach der holprigen Fahrt ein wenig „Füße vertreten“ wollten, wanderten wir über den Damm und auf die einsame Insel.

Phu Quoc - Damm zu einer einsamen Insel

Phu Quoc – Damm zu einer einsamen Insel

Plötzlich hörten wir Musik und sahen eine Familie, die am Uferrand picknickte. Ein Lautsprecher war aufgestellt und die Familienmitglieder sangen Karaoke. Karaoke scheinen die Vietnamesen sehr zu lieben. Eine junge Frau, die ein wenig Englisch sprach, winkte uns, herzukommen. Sie erklärte, dass sie alle eine große Familie seien, ihre Brüder gerade die Fische für ein Barbeque fangen würden und dass sie sich freuen würden, ein Foto von uns zu haben. Das ist uns in Vietnam häufig passiert, dass Vietnamesen gerne ein Foto mit uns haben wollen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht sehen wir in ihren Augen wie Riesenmonster aus, mit denen sie sich gerne ablichten lassen möchten. Auf jeden Fall machten wir mit dieser Familie in jeder Kombination Fotos und alle schienen zufrieden.

Phu Quoc -Picknick unter einem großen Baum in der Lagune

Phu Quoc -Picknick unter einem großen Baum in der Lagune

Unter den große Bäumen auf der Insel bot uns die Mutter der Familie noch ein Stück Melone an und dann verabschiedeten wir uns. Als wir zum Scooter zurückkamen, sahen wir auch an diesem wunderschönem einsamen Platz große Projektschilder. Hier soll wohl ein Resort entstehen. Ich freue mich, dass ich Phu Quoc noch so sehen kann, wie es jetzt aussieht.

unberührter Norden -Phu Quoc

unberührter Norden -Phu Quoc

Wir erreichen Bai Thom, von wo aus noch die Möglichkeit besteht, auf einen kleinen Piste an einsame Strände an der Nordküste zu fahren. Doch wir waren für heute genug Offroad. Auf der breiten Straße in der Inselmitte ging es zurück zur Hauptstadt Duong Dong.

Phu Quoc - Jugendliche haben zusammen Spaß im Wildwasser

Phu Quoc – Jugendliche haben zusammen Spaß im Wildwasser

Phu Quoc - Wildwasser

Phu Quoc – Wildwasser

Phu Quoc - Wildwasser

Phu Quoc – Wildwasser

PHu Quoc -Familienbad i Fluss

PHu Quoc -Familienbad im Fluss

Doch einmal mussten wir dennoch auf die Piste. Kurz vor Duong Dong gibt es Wildwasserfälle zu besichtigen. Um die zu erreichen gibt es nur die Möglichkeit, sieben Kilometer Ruckelpiste zu fahren. Aber auch das schafften wir noch. Danach gönnten wir uns zur Belohnung ein Bad in den Wildwasserfällen. Es war Sonntag und viele vietnamesische Familien hatten sich hier am Rande des Wassers auf den großen Steinen zu einem Picknick zusammen gefunden. Ich genoss die Sonne und das Wasser und dachte eine Zeit lang nicht mehr an die sieben Kilometer, die noch auf der unwegsamen Piste vor uns lagen.

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Phu Quoc - Bai Sao

Phu Quoc – Bai Sao

 

Um die Insel, auf der wir uns nun über eine Woche aufhalten wollen, ein wenig kennen zu lernen, begaben wir uns am zweiten Tag auf einen Ausflug mit dem Scooter in den Südteil des Eilandes.

Phu Quoc - die Südspitze

Phu Quoc – die Südspitze

 

Wir wollten ungern in der prallen Mittagssonne starten und so brachen wir früh nach einem kleinem Frühstück im Strandrestaurant auf. Das Strandrestaurant besteht aus einer kleinen Hütte mit Tischen und Stühlen auf dem weißen Sand. Das Restaurant wird von einer vietnamesischen Familie betrieben und scheint noch recht neu zu sein. Auf einem Schild wird dem Kunden jedenfalls 10% Rabatt wegen Neueröffnung garantiert.

 

Geboten wird Frühstück und wirklich einigermaßen trinkbarer Kaffee. Und das ist für hiesige Verhältnisse einfach großartig. Daneben gibt es viele vietnamesische Gerichte. Der fangfrische Fisch wird direkt von den Booten geliefert, die einige Meter vom Strand entfernt anscheinend beste Fanggründe vorfinden. Es gibt kleine runde „Badewannenboote“, aber auch größere Kutter, die lange Netze vor sich herschieben. Wenn die großen Netze gefüllt sind, werden sie mit zwei Stangen angehoben. Die Beute ist im Netz.

 

Die Restaurantbesitzer gehen mit einem Eimer zu den Booten, die am Strand anlanden und holen sich ihren Fisch. Keine langen Transportwege! Doch neben vietnamesischen Gerichten findet sich auch die Aufschrift: Schnitzel und French fries. Das habe ich allerdings noch nicht gesehen und möchte es auch nicht wirklich gerne probieren. Ich halte mich an die vielen Fische und Meeresfrüchte.

 

Die Großfamilie lebt und arbeitet am Strand. Alle sind immer gut gelaunt und sehr freundlich. Frühstück am Tisch auf dem warmen weichen Sand und der Tag fängt bereits gut an. Für Vitamine sorgen die vielen Früchtestrandverkäuferinnen. Doch so schön der Strand auch ist, wir möchten etwas von der Insel sehen. Da auf Phu Quoc der Strom 2 bis 3 Tage in der Woche auf der gesamten Insel von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang abgestellt wird, ist auch das Notebook keine Alternative. Warum der Strom allerdings abgestellt wird, habe ich bislang nicht herausfinden können.

 

Rote Piste

Rote Piste

Einige Kilometer fahren wir Richtung Süden auf einer Asphaltstraße. Doch sehr schnell geht diese in rote lehmige Piste über. Da es nachts viel regnet, ist es nicht staubig. Doch wir kommen auf den holprigen Pisten nur langsam voran. Die 30 Kilometer bis zur Südspitze ziehen sich hin. Hier sind wir unter Einheimischen. Kaum ein Tourist verirrt sich von den Weststränden hierher. Rechts von uns unendlicher Strand mit vielen kleinen Hütten. Die Vietnamesen, die hier wohnen, leben sehr einfach und ernähren sich in erster Linie von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Wenn die gesamte Küstenlinie mehr und mehr zugebaut werden sollte, kann es hier in einigen Jahren vollkommen anders aussehen.

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Ab und zu rauschen an uns Touristenbusse vorbei, die ihre Lieferung zum südlichsten Punkt von Phu Quoc, nach An Thoi bringen. Denn von dort starten die Boote, die die Touristen auf eine Tagestour zum Schnorcheln auf die umliegenden kleinen Inseln bringen.

 

Häuser an der Küste - Phu Quoc

Häuser an der Küste – Phu Quoc

Wir fahren durch einige kleine Dörfer und erreichen An Thoi. An Thoi ist eine lebendige Stadt an der Südspitze des Eilandes. Tourismus gibt es hier (noch) nicht. Nur am Fähranleger liegen neben den Fischerbooten, die Boote die zum Schnorcheln und Fischen mit den Touristen rausfahren.

 

An Thoi - Hafen - Phu Quoc

An Thoi – Hafen – Phu Quoc

Wir fahren nach einem kleinem Spaziergang durch die Stadt und den Hafen wieder Richtung Norden. Jetzt halten wir  uns  jedoch Richtung Osten.

Coconut Prison - Phu Quoc - tiger cages

Coconut Prison – Phu Quoc – tiger cages

Phu Quoc - coconut prison

Phu Quoc – coconut prison

Zunächst kommen wir nach 5 Kilometern nördlich von An Thoi am sogenannten Coconut Gefängnis vorbei. Hier inhaftierte die südvietnamesische Regierung über eine lange Zeit Regimegegner. Anhand von Puppen wird demonstriert, wo hier auf den Wachtürmen und hinter Stacheldraht Wachposten standen, wie Personen in tiger cages gesperrt oder gefoltert wurden. Wieder ein Ort des Grauens. Dass die Gegenseite gleiches machte, wird an diesem und an anderen Gedenkorten in Vietnam nicht erwähnt.

 

An Thoi - Phu Quoc

An Thoi – Phu Quoc

Über eine kleine Eisenbrücke, an der gebaut wird, geht es weiter auf die Ostseite der Insel. Dort liegt der wunderschöne Strand Bai Sao. Wir gönnen uns eine kleine Rast und baden im klaren türkisfarbenen Wasser. Dann geht es auf einer Sandpiste Richtung Norden zurück. Auf der gesamten Strecke wird gebaut. Heute noch eine einsame Sandpiste. Morgen eine sechsspurige Autobahn?

Anthoi - Phu Quoc

Anthoi – Phu Quoc

überall wird gebaut

überall wird gebaut

leben am Fluss

leben am Fluss

Bai Sao

Bai Sao

 

Phu Quoc wirkt auf mich noch sehr natürlich, landschaftlich wunderschön…..und im Aufbruch. Alles wird sich ändern.

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Long Beach - Phu Quoc

Long Beach – Phu Quoc

 

Als wir am Morgen mit der Schnellfähre Superdong auf der Ostseite der Insel Phu Quoc ankamen, war auf dem ersten Blick noch nicht so viel von der traumhaften Paradiesinsel, die Phu Quoc laut Beschreibung doch angeblich sein soll, zu spüren.

 

Die Überfahrt von Rach Gia in der Schnellfähre Superdong verlief wegen dem hohen Wellengang recht stürmisch. Wir saßen auf zwei Stockwerken wie in einem Flugzeug dicht an dicht mit vielen anderen Passagieren. Air Condition und laute Videofilme, die ich ja schon aus den Bussen kannte, machten laute Innengeräusche. Draußen spritzte das Wasser der hohen Wellen an die Schiffsfenster. Vielen Passagieren wurde übel und einige alte Vietnamesinnen fingen an zu beten. Ich hoffte nur, dass der Superdong endlich ankommen möge.

 

Zunächst regnete es auf Phu Quoc und am Fähranleger strömten die Menschenmassen aus dem Schiff in kleine Busse und Taxen. Auch wir entschlossen uns für die Fahrt im Minibus, da wir ja irgendwie von diesem Ort, an dem es aus dem Fähranleger nichts gab, wegkommen mussten. Der Minibus sollte uns quer über die Insel auf die Westseite der Insel bringen. Vorbei am neuen Flughafen waren wir in gut 20 Minuten da. Es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne schien. Tropische Regenschauer sind meist heftig und kurz und eine Stunde später merkt man nichts mehr davon. Ein wenig anders als der heimische Regen im Rheinland 🙂.

 

Phu Quoc ist an der breitesten Stelle ca. 20 Kilometer breit und ungefähr 80 Kilometer lang.

Sandstrand "ohne Ende" - Long Beach

Sandstrand „ohne Ende“ – Long Beach

 

Auf der Westseite gibt es einen sehr langen Sandstrand, der sich mit hellen feinen Sand über 20 Kilometer an der Küste hinzieht. Dort am Long Beach liegen bereits einige neu gebaute Resorts, mehrere Hotels und viele Bungalow Siedlungen. Doch überall wird neu und weiter gebaut. Wo auf Google Earth noch Strand und Wald zu sehen ist, sind bereits viele kleine und große Bungalowsiedlungen entstanden. Es wird nicht mehr Jahre dauern und die Küstenlinie ist zugebaut. Große Plakate am Straßenrand malen in bunten Farben eine großartige Zukunft. Viele Großprojekte scheinen geplant zu sein. Wenn ich die Bilder anschaue, könnte ich meinen, mich in Quatar oder sonstwo in den Emiraten zu befinden. Breite Prachtstraßen und Hochhäuser werden dort auf den Plakaten als Zukunftsprojekte avisiert.

 

Doch noch sieht die Realität auf Phu Quoc zum Glück anders aus. Es gibt auf Phu Quoc nur wenige Asphaltstraßen. Zumeist bewegt man sich hier mit dem Scooter auf roten Pisten. Hochhäuser und große Resorts gibt es nur wenige. Doch das wird sich wohl bald und sehr schnell ändern.

 

Die Preise auf Phu Quoc sind höher als im übrigen Land. Das liegt nicht nur an der Insellage, sondern auch daran, dass Phu Quoc bereits lange nicht mehr der Geheimtipp unter Travellern ist und die Vietnamesen ihren Marktwert hier kennen und schätzen gelernt haben. Die kleinsten Bungalows starten ab 25 $ die Nacht, was für Vietnam recht teuer, gemessen an europäischen Verhältnissen jedoch noch ein sehr moderater Preis ist. Doch auch die Preistendenz ist steigend.

..noch sieht die Realität eher so aus

..noch sieht die Realität eher so aus

 

Für die große West- Osttangente, die wahrscheinlich privat finanziert wurde, ist ein kleiner Straßenbenutzungsbeitrag zu entrichten. Neben Minibussen und Taxis ist auch hier auf Phu Quoc der Scooter das Fortbewegungsmittel der ersten Wahl.

Bungalow im Grünen

Bungalow im Grünen

 

Wir beziehen in einer kleinen Bungalowsiedlung einen nett eingerichteten Bungalow. Drinnen ist alles sehr einfach, aber sauber und bequem. Auf der Terrasse gibt es eine Hängematte, die aus einem alten Fischernetz hergestellt ist. Eins solche fehlt in keinem vietnamesischen Haushalt. Viele Vietnamesen schaukeln, sitzen und schlafen am Tag in diesen Matten. In der Nacht werden die Matten mit ins Haus genommen und zum Schlafen drinnen aufgehängt. Mir gefällt die Hängematte sehr gut. Am Abend, wenn die Moskitos kommen, bietet sie durch das Netz, das sich um den Körper wickeln lässt, noch einen zusätzlichen Schutz.

in der Hängematte

in der Hängematte

 

Die Bungalows liegen in einem großen grünen und sehr gepflegten Tropengarten. Die Eigentümer bewohnen das Haus in der Mitte. Die Großfamilie ist den ganzen Tag am Werkeln. Es werden neue Bungalows gebaut, Dinge repariert und der Garten gepflegt. Alle Familienmitglieder sind sehr freundlich und zuvorkommend und lesen uns die Wünsche fast von den Augen ab. So dauert es nicht lange und wir haben auch für die Woche hier unseren Scooter vor der Hütte stehen.

Strand und Meer

Strand und Meer

 

Keine 30 Meter von unserem Bungalow entfernt ein weißer Traumstrand. Nun weiß ich, dass ich wirklich im Paradies bin. Nichts fehlt. Zurzeit regnet es nachts. Tagsüber scheint die Sonne. Am weißen Strand mit dem kristallklaren Wasser macht schwimmen und baden Freude. Und für den kulinarischen Genuss sorgen viele kleine Restaurants in der Nähe und Obstverkäuferinnen, die frische Ananas und anderes Obst am Strand verkaufen.

Früchteverkäuferinnen am Strand - Phu Quoc

Früchteverkäuferinnen am Strand – Phu Quoc

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Hier ist der richtige Ort, um nach der Herumreiserei der letzten Wochen nun ein wenig zur Ruhe zu kommen. Doch die Insel Phu Quoc bietet noch ein wenig mehr als nur Sonne und Strand. Doch darüber berichte ich das nächste Mal.

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Mekongschiff

Mekongschiff

An unserem zweiten Tag im Mekongdelta ging es früh morgens um sieben Uhr los. Vom Hotel folgten wir umserem Guide durch die Stadt bis zum Bootsanleger. Bereits am frühen Morgen ging es auf eine Schifffahrt auf den Mekong zu dem Floating Markt. Die Fahrt war sehr angenehm, da  der kühle Morgenwind sorgte für eine kleine  Abkühlung auf dem Fluss sorgte. Ich schaute mir die vielen verschiedenen Boote auf dem Mekong und die Hütten am Uferrand an. Die Schere zwischen Arm und Reich in Vietnam klafft tatsächlich. Hier an den Ufern des Mekong ist die Armut vieler Menschen offensichtlich. Viele Menschen hausen in Hütten und auf den Schiffen unter primitivsten Verhältnissen. Körperlich wird hart gearbeitet. Korpulente Menschen sieht man hier kaum.

Leben am Mekongufer

Leben am Mekongufer

Anders unser Guide. Er versuchte sich bereits früh morgens in Karaoke. Die Gesänge fielen nicht besonders ansprechend aus und so begann er Witze über die armseligen Hütten, die er als Fünfsternehotels bezeichnete, zu machen. Zum Glück konnten wir die meisten seiner Worte kaum verstehen, da sie im Knattern des Schiffsmotors untergingen.

Leben auf einem Mekongboot

Leben auf einem Mekongboot

Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Floating Market. Vor Jahren hatte ich einen solchen Markt auf dem Wasser in Bangkok gesehen. Hier auf dem Mekong ging es hingegen ein wenig untouristischer zu. Vor uns bot sich uns ein buntes Bild einer Vielzahl von Händlerbooten, die am Mast ihrer Schiffe die Früchte gebunden hatten, die sie verkauften.

Vietnamesin auf dem Floating Market

Vietnamesin auf dem Floating Market

Buntes Markttreiben auf dem Wasser und dazwischen dann doch einige Touristenboote. Unser Guide ermahnte uns nichts von den angebotenen Waren zu kaufen, die die Händler, die längsseits an unser Boot kamen, verkaufen wollten. „Die verkaufen dreckige Früchte und schlechte Ware. Nicht gut für Touristen“, ließ er verlauten.

Floating Market

Floating Market

Kurz danach legten wir an einem Schiff an, das sich auf den ersten Blick nicht von den anderen unterschied. Ein kleines Mädchen spielte auf dem Deck mit einem kleinen Hundewelpen, während ihre Eltern Ananas schälten. Hier sollten wir kaufen, meinte unser Guide. Die Frage mach dem „warum hier“, verstand er nicht. Eine häufig benutzte Technik der örtlichen Guides. Bei unbequemen Fragen setzen auf einmal die sonst recht guten Englischkenntnisse komplett aus. Statt einer Antwort kam nur: “ Here very cheap“. Seine Provision dafür, dass er an diesen Ort täglich eine Vielzahl von Touristen brachte, verschwieg er geflissentlich.

Vietnamese auf dem Floating Market

Vietnamese auf dem Floating Market

Auf der Weiterfahrt erzählte er dann doch etwas über den Mekong und die Bedeutung der aufgemalten Augen am Bug der Mekongschiffe. Sie sollen als Drachenaugen vor Krokodilen schützen. Seit 2011 gäbe es nach einer Überflutung in Thailand wieder sehr viele Krokodile im Mekong. Ängstlich schaute ich auf die Menschen, die hier bedenkenlos in den braunen Wasserfluten badeten. Die Menschen  am Fluss haben wahrscheinlich keine andere Wahl, um sich zu reinigen. Insgesamt 65000 Krokodile sollen es sein, die  im vietnamesischen Mekong schwimmen.

Früchte am Mast der Schiffe

Früchte am Mast der Schiffe

Dann ging unser Guide zu einem Quiz über. Welches ist der längste Fluss der Welt? Nein, nicht der Mekong. Der belegt Platz 13. Nach so viel Arbeit musste er eine Pause einlegen. Wir legten mit dem Boot in einem kleinem Dorf an, in dem der Guide sich köstlich in einem Haus bewirten ließ. Wir konnten uns derweil auch etwas kaufen oder spazieren gehen. Ich nahm die Gelegenheit wahr, um mir ein wenig das Dorfleben anzuschauen.

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Als unser Reiseführer frisch gestärkt war, ging es mit unserer Tour weiter. Wir schauten uns einen Betrieb an, in dem Reisnudeln gefertigt wurden. Das war mehr als interessant, denn die Rohmasse wurde auf Herden, die den ganzen Tag befeuert werden musste, hergestellt. Harte Arbeit und ein langer Arbeitsprozess, an dem einige Arbeitskräfte beteiligt sind, bis aus Reis die schimmernden langen Reisnudeln entstehen. Die Leute, die in der Reisnudelproduktion den ganzen Tag in der Hitze arbeiten, haben bestimmt kein leichtes Leben.

hier werden Reisnudeln hergestellt

hier werden Reisnudeln hergestellt

Hündin mit Welpen

Hündin mit Welpen

In der „Backstube“ war auch eine Hündin, die dort mit ihren Welpen Unterschlupf gefunden hatte. Unser Guide erklärte ein wenig, machte Witze und annimierte die Gruppe zum Nudelkauf. Gut für den Betrieb. Seine Provision verschwieg er geflissentlich.

Mekongschiff

Mekongschiff

Danach veranstaltete der fleißige Guide zurück an Bord des Schiffes einen Wettbewerb. Wir sollten vier Reisnudeln unter die Unterlippe klemmen, den Mund aufmachen, Zähne zeigen und etwas sagen. Angeblich gäbe es solche Wettbewerbe in Vietnam und Geoßmeister brächten es zu einer beträchtlichen Anzahl von Wörtern. Wer es von uns schaffen würde einige Wörter in dieser Position zu sagen, dem versprach er 20 Flaschen Wein. Kaum machbar und auch für Vietnamesen schwer. Doch zur Überraschung aller, schaffte eine Australierin das Unglaubliche. Der Guide war fertig und die nächste halbe Stunde still. Die 20 Flaschen Wein erwähnte er vorsichtshalber nicht mehr.

Vietnamese am Mekong

Vietnamese am Mekong

Floating Market

Floating Market

Floating Market

Floating Market

Wir legten an einem weiteren Ort an. Nun durften wir uns ein richtiges Reisfeld ansehen. Doch um dorthin zu gelangen, ging es durch viel Schlamm, über Gräben und matschige Wege. Mit meinen Flip Flops kein Problem. Der Guide schickte einen Dorfjungen mit uns los, da er seine Schuhe nicht dreckig machen wollte. Er blieb im Restaurant sitzen und ließ sich ein Barbecue und Reiswein servieren. Unsere Wanderung mit dem Dorfjungen, auf der wir auch an Gräbern vorbei kamen, war wirklich schön. Noch einmal sah ich, welche harte Arbeit hier täglich von den Reisbauern geleistet wird. In den nassen Reisfeldern soll es viele verschiedene Schlangen geben und jährlich sterben tausende von Reisbauern an tötlichen Schlangenbissen.

Reisfeld

Reisfeld

Als wir mit dem Jungen wieder zurück zum Restaurant kamen, war unser Guide immer noch am Essen. Er saß mit Männern aus dem Dorf an einem Tisch und ließ immer neue Platten mit kleinen Köstlichkeiten bringen. Daneben hatte er dem Reiswein gut zugesprochen und schien auch nicht willens zu sein, irgendetwas anderes zu tun. “ Kommt her und probiert den Reiswein, Mäuse- und Vogelfleisch. Einige von uns spülten das Mäusefleisch mit Reiswein herunter. Schnell wurden Tische geschoben und Stühle gerückt und wir fanden uns in einer großen Runde.

Gräber am Rande des Reisfeldes

Gräber am Rande des Reisfeldes

Als sich dann noch herausstellte, dass eine Teilnehmerin aus Malaysia Geburtstag hatte, gab es für den Guide kein halten mehr. Unter „happy birthday“ Gegröle, trank er einen Reiswein nach dem anderen und annimierte zusammen mit den anderen Männern uns, es ihm gleich zu tun.

Einige Australier und Spanier aus der Gruppe genossen reichlich Reiswein und waren danach gut angeheitert. Der Rest der Gruppe hielt sich an diesem Morgen zurück. Nicht unser Guide. Er war schon ganz rot im Gesicht und ich fragte mich bereits, ob wir hier überhaupt noch mal wegkämen. Doch er bekam gerade noch rechtzeitig die Kurve und schleppte sich aufs Schiff, wo er sofort einschlief. So genossen wir eine wunderschöne lange Rückfahrt. Sein Schnarchen wurde von dem Getucker des Motors übertönt.

Mittags kamen wir von unserer Tour zurück und konnten in dem Städtchen Can Tho am Mekong essen gehen. Unser Guide war aufgewacht und versuchte es noch einmal mit der Masche: “ Besucht dieses Lokal – nur hier werdet ihr sicher nicht von dem Essen krank werden“. Nach diesem Morgen mochte jedoch keiner mehr so recht auf ihn hören. Jeder suchte sich seine eigene nette Garküche.

Apple :-)

Apple 🙂

Und dann verabschiedeten wir uns von der Gruppe, die nach Saigon zurückfuhr. Nun waren wir wieder ohne Guide unterwegs. In diesem Fall ein sehr befreiendes Gefühl. Wir nahmen den Bus nach Rach Gia. Das ist eine große Küstenstadt, von der die Fähren nach Pho Quok ablegen. Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel, mussten jedoch noch weitere 10 Kilometer mit dem lokalen Bus fahren und einen Kilometer laufen, bis wir den Fähranleger erreicht hatten.

Nike -  Lewis Kooperation

Nike – Lewis Kooperation

Mittlerweile war es dunkel geworden.  Auf dem lokalten Nachtmarkt schauten wir die Flip Flop Fakes an. Hier gab es ein Modell, dass gleich von zwei Marken stammte. Kooperation zwischen Lewis und Nike. Und passend zum I Pad ein Paar Apple Flip Flops :-). Wir  kauften Fährtickets für den morgigen Tag, fanden eine Unterkunft für die Nacht und gingen am Ufer eines Flusses in ein nettes Restaurant, um den langen Tag ruhig ausklingen zu lassen.

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Happy Budda - Wat im Mekongdelta

Happy Buddha – Wat im Mekongdelta

Obwohl Saigon sehr interessant war, freute ich mich, als wir aus der großen Stadt hinaus Richtung Mekongdelta fuhren. Noch einmal hatten wir uns für eine organisierte Tour entschieden, da das Mekongdelta in der Kürze der von uns eingeplanten Zeit, kaum allein zu bereisen ist. Doch wir wollten die Gruppe am zweiten Tag verlassen, um dann zu dem Küstenort Rach Gia nahe der kambodianischen Grenze zu fahren, um von dort auf die Insel Phu Quok im Golf von Thailand zu gelangen.

Doch zunächst nahmen wir noch einmal am organisierten Touristenprogramm teil. Mekongdelta in zwei Tagen mit Tourguide. Wir hielten bereits auf dem Weg von Saigon in das Mekongdelta an überteuerten, dafür aber sehr sauberen Raststellen, die ausschließlich von Touristen betreten und benutzt werden.

Bevor wir Sung Hieu oder „Mekong City“, wie der Guide es nannte, erreichten, besuchten wir noch einen großen Wat. Vielleicht sollten wir darum bitten, dass das alte Schiff, das wir kurze Zeit später betraten, uns heil über einen großen Mündungsarm des Mekong bringen würde. Der Mekong ist ein riesiger Strom, der durch China, Kambodia und Thailand fliesst und in Vietnam in mehreren riesigen Strömen ins Meer mündet. Bereits ein einzelner dieser gewaltigen Stromarme wirkte auf mich nahezu gigantisch breit. Jedenfalls weitaus breiter, als der mir vertraute Rhein :-). Wir erfuhren, dass der Mekong an dieser Stelle gegenüber Sung Hieu vier Inseln hat, von denen wir zwei besuchen würden.

Kokosnüsse

Kokosnüsse

Doch zunächst ging es an das gegenüberliegende Ufer, wo uns demonstriert wurde, wie aus Kokosnüssen Süßigkeiten gemacht werden. Ich staunte nicht schlecht als ich sah, dass jeder einzelne der hier in vielen mühevollen Arbeitsprozessen hergestellte Bonbon mit der Hand eingewickelt wurde. Einige aus unserer Gruppe probierten das Einwickeln auch einmal, benötigten allerdings ein Vielfaches der Zeit, die die Frauen, die hier emsig den ganzen Tag über Bonbons einwickeln, benötigen. Ein aufwändiger Prozess von der Kokosnuss zur Süßigkeit.

Aus Kokosnüssen werden Süßigkeiten hergestellt

Aus Kokosnüssen werden Süßigkeiten hergestellt

Im Anschluss wurden wir Touristen auf kleine Pferdekarren verladen und durch das Dorf gefahren. Nach Flugzeug, Bahn, Bus, Auto und Scooter sowie Tuk Tuk, nahmen wir diese Runde mit Humor. Doch die bis auf die Rippen abgemagerten Tiere taten mir unendlich leid. Menschenleben zählen hier nach meinem Eindruck manchmal nicht sehr viel. Tierleben im Allgemeinen so gut wie gar nichts. Das muss nicht immer so sein. Ich habe auch einige Tiere gesehen, die es anscheinend bei ihren Besitzern recht gut getroffen hat. Das ist aber anscheinend eine geringe Minderzahl.

Pferdekarren wartet auf Touristen

Pferdekarren wartet auf Touristen

Nebenbei: Vietnamesen finden viele gute und praktische Lösungen, wie den Kindersitz für den Scooter.

Scooter - Kindersitz

Scooter – Kindersitz

Weiter ging es in unserer Gruppe auf die Insel Phoenix Island. Dort gab es entgegen der Ankündigung des Reiseleiters keine Ratte, sondern Reis mit Gemüse zu essen. Wir waren beruhigt, schauten jedoch etwas verunsichert auf das Fleisch, ob sich da nicht doch vielleicht ein Stückchen Rattenfleisch eingeschlichen hatte.

Affen- oder Bambusbrücke

Affen- oder Bambusbrücke

Nach dem Essen konnten wir uns beim Balancieren über die schmale Affenbrücke üben und Krokodile bestaunen, die im Tümpel darauf warteten als Delikatesse auf den Tisch zu kommen.

Krokodil

Krokodil

Auf der nächsten Insel lernten wir, was alles aus Honig hergestellt wird. Royal Jelly – angeblich ein Zaubermittel gegen alle Beschwerden. “ Very cheap – only 20 $“ , priesen die Verkäufer ihr „Allesheilmittel“ an. Einige Australier schlugen zu und erwarben zwecks Verpackung noch gleich eine folkloristisch bestickte Handtasche vom Nachbarstand dazu. Jeder bekam einen Tee mit Honig und ich freute mich, dass es nicht Kaffe war und war zufrieden.

Bienen

Bienen

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Tee

Tee

„Weiter, weiter – come on guys“, schrie unser Guide und wir wurden jeweils zu viert in kleine Boote verfrachtet, mit denen wir durch die engen Mekongkanäle geschippert wurden. Wenn das Lebendgewicht der Touristen recht hoch war, erreichten die Bootsseiten bereits nach dem Einstieg von drei Passagieren die Wasserlinie. Die schmächtigen vietnamesischen Ruderer leisteten harte Arbeit und forderten anschließend lautstark ein Trinkgeld, das wir alle gerne gaben.

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Nach der „anstrengenden“ Bootfahrt gab es noch einen zweiten Tee und viele Früchte. Wir probierten die einheimischen Ananas, Litschi und Mangos. Dazu sangen und spielte eine Folkloregruppe und zwei Frauen sangen. Die vietnamesischen Gesänge waren mit amerikanischen Volksliedern durchmixt. Zum Abschied wurde noch schnell ein wenig Geld eingesammelt und dann ging es unter den Rufen des Reiseleiters ab zum Boot. “ Wer nicht shoppen will, bitte weiter“, schrie er und trieb uns an den vielen bunten Ständen vorbei. Die Australier kauften noch einen hölzernen Löwen und am Nachbarstand ein Original Northface Rucksack – Qualität A nach dem Original. Vollbepackt erreichten wir das andere Ufer, um noch drei Stunden mit dem Bus zur nächsten Stadt Can Tho zu fahren, wo wir übernachten sollten.

Tee mit Ananas

Tee mit Ananas

Um uns zu einem Gang in ein bestimmtes Restaurant am Abend zu animieren, scheute unser Guide keine Facette der Erzählkunst. Fast alle anderen Restaurants in der Stadt würden sehr unsauber sein. Häufig wären Touristen in der letzten Zeit nach Besuch derselben im Krankenhaus gelandet. Dasjenige, in das er uns nahezu hineindrängte, war sauber und teuer. Dass er eine Provision für Kunden kassierte, verschwieg er geflissenlich. Doch voller Essen, Ware und Eindrücken vom ersten Tag im Mekongdelta gab es keine weiteren Beschwerden. Jeder von uns war froh, dass er totmüde ins Bett fallen konnte.

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Zurück in Saigon bezogen wir wieder unser Zimmer im Qartier 1, in dem wir auch Sachen während des Kambodiateips deponiert hatten. Das ist ein netter Service, der überall in den Hotels und Gästehäusern in Vietnam geboten wird. Wenn man einige Tage auf Tour gehen möchte, kann kostenlos Gepäck bis zur Rückkehr deponiert werden.

Gleich am nächsten Morgen hatten wie eine eintägige Stadtrundfahrt gebucht, von der ich hoffte, ein wenig mehr von dem großen Saigon zu sehen zu bekommen. Bislang waren wir nur einige Male durch die Stadt gefahren und hatten das zentrale Viertel des Quartier 1 mehrmals zu Fuß durchquert. In Saigon gibt es 12 Viertel, die mit Ziffern bezeichnet sind. Die restlichen Viertel tragen Namen. Die Stadtrundfahrt fing zunächst gut an.

Infotafel - War Remnants Museum Saigon

Infotafel – War Remnants Museum Saigon

Wir besuchten das War Remnants Museum. Leider hatten wir dort nur eine Stunde Zeit. Die umfangreiche Dokumentation mit vielen Exponaten, Fotos und Berichten über den Vietnamkrieg konnte ich daher leider nur im Eiltempo durchlaufen. Wieder ein Ort mit erschütternden Bildern und Zeitdokumenten. Auch wenn mir viele Informationen über den Vietnamkrieg bekannt sind, war die Dokumentation vieler Einzelschicksale doch sehr berührend. Die Reiseleiterin betonte, dass die vietnamesische Regierung zwar die Greultaten des VIetnamkrieges bewahren möchte, heute aber dem Land an einer guten Beziehung zu den USA gelegen sei. “ Wir möchten uns schließlich weiter entwickeln“, fügte sie in einem Nachsatz hinzu.

tiger cages

tiger cages

Interessant und erschütternd auch die Geschichte der Gefangenenlager auf der Insel Phu Quok, auf der die Gefangenen erst von der Kolonialmacht Frankreich und später von der durch die Amerikaner eingesetzten Regierung in Südvietnam unter schlimmsten Bedingungen leben mussten. Einige Gefangene wurden  in sogenannten Tigercages gefangen gehalten. Tigerkäfige sind einfache Drahtgestelle, in denen die Menschen hockend oder liegend zusammengepfercht wurden.

War Remnants Museum Saigon - Shinouk Helicopter

War Remnants Museum Saigon – Chinook Helicopter

Neben den Zeitdokumenten ist eine große Ausstellung von Kinderbildern, die für den Frieden gemalt haben, zu bewundern. Männliche Jugendliche aus aller Welt kann man dabei beobachten, wie sie sich gerne mit den US Bombern oder einem US Chinook Helikopter ablichten zu lassen.

War Remnants Museum Saigon - Kinderbilder für den Frieden

War Remnants Museum Saigon – Kinderbilder für den Frieden

Bild aus dem War Remnants Museum in Saigon

Bild aus dem War Remnants Museum in Saigon

Nach dem Museum besuchten wir Chinatown mit einem alten chinesischen Tempel, den die Chinesen hier zum Dank, dass die Meeresgöttin sie gut über das Meer nach Vietnam geleitet hatte, errichteten. Hier kann jeder Wünsche kaufen. Die aufgeschriebenen Wünsche werden an einem zu einer Spirale gewundenem Räucherstäbchen befestigt, das eine Woche bis zum Abbrennen vor sich hinglüht. Über den Schalen mit den Räucherstäbchen hängen die vielen Wünsche. Ob sie alle in Erfüllung gehen? Spender für den Tempel werden namentlich auf lila Bändern am Rande des Tempels verewigt und wöchentlich ausgetauscht.

Chinesischer Tempel Saigon - Weihrauchwünsche an der Decke

Chinesischer Tempel Saigon – Weihrauchwünsche an der Decke

Chinesischer Tempel Saigon- Spendenbänder

Chinesischer Tempel Saigon- Spendenbänder

Der riesige trubelige chinesische Großmarkt ist eher für Großhändler geeignet, da nur Waren ab 10 Stück gekauft werden können. Dennoch erstanden einige Tourteilnehmer Bilder und günstige Handtaschen. Auch hier beginnt man sich anscheinend auf die Touristen einzustellen. Den restlichen Teil der Stadtrundfahrt konnten wir vergessen.

Wieselkaffee

Wieselkaffee

Ein Verkaufsstand für teuren Kaffee und ein Besuch einer Werkstätte, die vietnamesisches Handwerk herstellte. Die Erklärungen fielen spärlich aus und im Vordergrund stand der beabsichtigte Verkauf der 300 % überteuerten Waren. Wieselkaffee soll angeblich einer der besten Kaffees der Welt sein, da er tierisch vorverdaut ist. Ich frage mich, warum dann der vietnamesische Kaffee so – ich sage es mal vorsichtig – zumindest mir so anders schmeckt. Auch der Besuch der Werkstätten löste nicht gerade Freude bei mir aus. Angeblich sollten alle Verkaufsexponate von behinderten Personen gefertigt sein. Tatsächlich unterschieden sich die Massenprodukte durch nichts von den restlichen überall im Land angebotenen Waren. Auf Nachfrage räumte der Verkäufer ein, dass man auch in einer Fabrik produzieren würde. Schließlich könnten ja nicht 5 behinderte Personen so viel Ware fertigen. Das hatte ich mir fast gedacht. Nachdem wir wieder im Bus verstaut waren, stieg der Verkäufer in seinen großen Lexus und fuhr davon.

Saigon - Hauptpostamt im französischen Viertel

Saigon – Hauptpostamt im französischen Viertel

Laut Reiseleiterin soll jeder, der ein Auto in Vietnam fährt, sehr reich sein. Beim Kauf der ohnehin sehr teuren Wagen, fällt ein Steuer von 100 % des Kaufpreises an. Die Schere von arm und reich klafft eklatant auseinander. Wie ist es in diesem Land möglich so reich zu sein? Die schlichte Antwort der Reiseleiterin: Korruption. Es gibt in Saigon 9 Mio. Einwohner und 6 Mio. Scooter. Unter 100 Kubikzentimeter ist keine Lizenz nötig. Über 100 Kubikzentimeter wird ein Führerschein käuflich erworben. So etwas wie eine Fahrschule gibt es nicht. Wer ohne Führerschein erwischt wird, zahlt 200 $ oder wenn er Glück hat 5 $ in die Kaffeekasse der Polizei.

Saigon - Notre Dame

Saigon – Notre Dame

Nach einer ausgedehnten Mittagspause, in der wir uns Essen kaufen durften, sollten wir den Wiedervereinigungspalast besuchen. Der Besuch fiel leider aus, da ein ranghoher General vor einigen Tagen verstorben ist und nun die Trauerfeierlichkeiten in dem Palast abgehalten wurden. Ersatz für den ausgefallenen Programmpunkt gab es nicht.

Saigon - Hauptpostamt im französischen Viertel

Saigon – Hauptpostamt im französischen Viertel

Dafür waren wir zu früh im französischen Viertel und konnten nur einen Blick auf die Kirche Notre Dame und das Hauptpostamt werfen. Die Öffnungszeiten waren später. Da wir nun wegen dem nicht zu besichtigen Wiedervereinigungspalast zu früh da waren, konnten wir uns nur mit einem schlechten Kaffee und Eis versorgen und mit 300 anderen Besuchern die Kirche von außen bewundern. Dann endete die Tour nicht wie vorgesehen um 17 Uhr, sondern bereits um 14.30 Uhr.

Mein Tipp: Traveller schaut Euch die Agentur genau an, bei der ihr bucht. Fragt explizit nach einzelnen Programmpunkten. Gut ist auch, wenn Ihr eine Agentur erwischt, die die Touren selber durchführt und sich nicht anderer Subunternehmen bedient.

Bunte Helme

Bunte Helme

Doch man weiß nie, wofür etwas gut ist. Durch die doch eher enttäuschende Tour war Zeit für eigene Unternehmungen. Zunächst besuchten wir den Großmarkt im Quartier 1 und gewannen interessante Eindrücke in das interne Preisgefüge.

Tipp: Wenn Mitbringsel aus Stoff, Holz, Stein und Bambus gekauft werden möchten, ist meines Erachtens hier der günstigste Ort in Vietnam. Im Außenring des Marktes sind die Preise fix, so dass man sich einen Eindruck von dem ungefähren richtigen Preis verschaffen kann. Verhandlungskünstler können im Innenbereich ihr Glück versuchen. Nach meiner Erfahrung wird für jedes Produkt in diesem Land jeder Preis verlangt. Alles ist möglich. Ein Beispiel: Überall im Land werden recht hübsche Schalen aus Bambus im Dreierset angeboten. In Touristenläden, bei denen der Bus stoppte, wurden Preise von 16 $ bis 92 $ für die absolut gleiche Ware verlangt. In Hoi An kostete das Set zwischen 10 $ und 15 $. Au dem Markt in Saigon ließ sich ein Set für 10 $ erhandeln. Im Festpreisbereich kostete es noch 6 $. Der normale Preis liegt unter dem Festpreis. So kann man sich vorstellen, wie und wo hier im Land auch ohne Korruption gutes Geld verdient wird.

Vietamesische Studentengruppe

Vietamesische Studentengruppe

Am späten Nachmittag schlenderten wir durch den großen Park im Viertel. Wir wurden wieder – wie bereits in Hanoi – von jungen VIetnamesen angesprochen, die uns sehr höflich und freundlich fragten, ob wir ein wenig Zeit hätten. “ Wir sind Studenten und möchten Englisch lernen und üben“. Froh endlich nicht nur von Verkäuferln umzingelt zu sein, willigten wir gerne ein, ein wenig mit den jungen Leuten zu reden. Sie stellten viele freundliche Fragen zu unserer Reise, zur Familie und zu unseren Ländern. Auch wir fragten und erhielten freundliche Antworten. Die Gespräche waren sehr informativ und ich konnte an diesen jungen Menschen die vielgerühmte Herzlichkeit und Freundlichkeit der Vietnamesen in Kombination mit Höflichkeit und Zurückhaltung feststellen. Auffällig war, dass sie weder zu unseren Aussagen noch zu ihren eigenen Aussagen Wertungen hinzufügten. Alles wurde mit einem Lächeln auf den Lippen ausgesprochen. Und noch etwas war auffällig. In diesen vielen jungen Menschen, die keine Mühe scheuen, um zu lernen und im Leben weiter zu kommen, steckt ein enormes Potential. Mit ihrer Arbeitsmoral und ihrem freundlichen zielstrebigen Handeln werden sie zukünftig Konkurrenz aus Europa nicht fürchten müssen.

Sehr beeindruckt von diesem Zusammentreffen wanderte ich nach Hause. Und um das Glück perfekt zu machen, fand ich auch noch einen Stick für meine Fotos. In dem Geschäft dann die andere Seite der Medaille. Sage und schreibe acht Personen bedienen mich für einen Stick für 8 $. Es werden Rechnungen geschrieben und mein Name wird auf einem Fromblatt registriert. Personalkosten sind günstig und Service muss teilweise noch ein wenig geübt werden. Aber der Eindruck bleibt – Vietnam mausert sich.

Bunte Helme

Bunte Helme

An Läden mit bunten lustigen Motorradhelmen vorbei, die wahrscheinlich nur spaßig, aber nicht wirklich tauglich sind, geht es zurück ins Hotel. Meine Erfahrung nach einigen Wochen Vietnamreise ist, dass es sich tatsächlich lohnt, weitmöglichst individuell zu reisen. Bei Selbstorganisation fallen nicht nur geringere Kosten an, sondern auf diese Art besteht die größte Möglichkeit, Land und Leute hautnah und abseits der üblichen Touristenpfade zu erleben.

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Die Tage in Siem Reap haben mir sehr gut gefallen. Insbesondere der Tag in Angkor Wat und den anderen Tempeln wird mir immer unvergesslich bleiben. Die recht anstrengende Reise hat sich daher in jeder Hinsicht gelohnt. An diesen Ort würde ich gerne wiederkommen und mir einen weiteren Tag lang Tempel ansehen :-).

 

Am Abend nach unserer Tempeltour gönnten wir uns ein leckeres Khmer Curry, das allerdings nicht so scharf war, wie ich das von  thailändischen Currygerichten gewohnt bin. Vorteil: dieses Curry ließ sich ohne Tränen verspeisen. Danach gab es eine kleine Nacken- und Fußmassage für zwei Dollar. Die Masseure sind zumeist junge Mädchen und Jungs, die saisonweise in Siem Reap arbeiten und Geld für ihre Familien verdienen. Sie sind zumeist sehr freundlich, liebenswürdig und machen untereinander viele Scherze. Die Freundlichkeit täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass sie sicherlich ein sehr hartes Leben haben. Leider sprechen die meisten von ihnen nicht gut genug Englisch, um sie nach ihren genauen Lebensumständen zu fragen. Doch eines ist sicher. Ihr Lebensweg und ihre Lebensverhältnisse unterscheiden sich von denen der jungen Leute, die heute die Welt bereisen können, eklatant.

 

im Fischbecken

im Fischbecken

Auf dem Nachtmarkt steckten wir für einen weiteren Dollar unsere Füße in ein Fischbecken. Angeblich sollen die Fische die alte Haut abnagen. Für mich war es am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, so viele Fische an den Füßen knabbern zu lassen. Doch nach dem anfänglichen Kitzeln fühlte es sich sehr angenehm an.Ob es wirklich geholfen (?) hat, weiß ich nicht. Spaßig war es auf jeden Fall.

 

Am späteren Abend beschäftigte ich mich nochmals mit meinen Technikproblemen. Der mitgebrachte Speicherplatz auf dem kleinem Notebook reichte nicht mehr für die vielen Bilder. Unter der Last meiner Dateien war I-Photo zusammengebrochen. Und ich habe keine Idee, wie ich es wieder aktivieren kann. Da kein Stick oder keine Festplatte zu erwerben war und auch das Internet zu schwach für einen Upload zu Google oder FlickR war, blieb mir nur übrig, alles zu löschen, was zu löschen ging. Alle Musik und alles was ich nicht unbedingt brauchte, löschte ich von dem kleinen Notebook und dem I-Pad. So schaffte ich zumindest Platz für die verkleinerten Fotos aus Vietnam. Von den großen RAW Dateien musste ich mich verabschieden. Da ich die Bilder jedoch in erster Linie nur  zur Erinnerung haben möchte, ist das für mich in Ordnung.

 

Men at work - Busreparatur

Men at work – Busreparatur

Am nächsten Morgen ging es früh mit dem Bus Richtung Phnom Penh, um von dort noch am gleichen Tag zurück nach Saigon zu fahren. Für hiesige Verhältnisse ein gewaltiger Ritt. Gleich am Morgen wartete die erste Enttäuschung auf mich. Der Bus sah so abgewrackt aus, dass wir befürchteten, nicht heil in Phnom Penh anzukommen. Eigentlich lohnt sich mehr aufzuzählen, was an dem Bus funktionierte. Das was nicht funktionierte war eindeutig in der Überzahl. Der Bus klapperte und rostete an allen Ecken. Die Geschwindigkeitsanzeige stand durchgehend auf Null. Die Klappfunktion der Sitze funktionierte nicht. Ein Reifenprofil existierte nicht. Dafür standen die großen Räder des Busses leicht schief vom Bus ab. Selbst der Videorekorder rauschte nur und gab nur nach einem ordentlichen Fußtritt des Busbegleiters wieder Töne von sich. Um den Fahrer mit Musik zu verwöhnen, wurde zu diesem Zweck extra einer der kleinen Bordjungen abgestellt von Zeit zu Zeit Tritte und Hiebe in Richtung des Videorekorders abzugeben.

 

Doch – oh Wunder, der Bus fuhr. Vollgequetscht mit Menschen, Vidiogeräuschen und dem immer wieder gern gehörten Nokiaton ging es mit Tempo 10 bis 30 durch die Schlaglöcher.

Eine halbe Stunde nach Abfahrt übersah der Busfahrer ein großes Schlagloch und es gab einen heftigen Knall. Dann standen wir auf der Landstraße. Der Busfahrer und seine vier Hilfskräfte bemühten sich den Bus mit Holzpflöcken und einem Werkzeug, das an einen Wagenheber erinnerte, hochzubocken. Leider funktionierte das Werkzeug auch nicht. Irgendetwas war unter dem Bus abgebrochen.

 

„10 Minuten“, beruhigte der Fahrer uns auf Nachfrage. Ich war ein wenig beunruhigt, da wir den Anschlussbus in Phnom Penh bekommen mussten. Aus den 10 Minuten wurde eine Stunde. Dann gaben die fünf Männer die weitere Reparatur auf und bedeuteten uns einzusteigen. Wir fuhren weiter. An jedem Schlagloch auf der Piste erwartete ich den Zusammenbruch der Hinterachse. Doch der Bus hielt tatsächlich bis Phnom Penh.

Spinnengericht

Spinnengericht

Da der Fahrer jedoch an fast allen Raststätten eine ausgiebige Mahlzeit und einen kleinen Schlaf brauchte und zudem der Motorbus abkühlen musste, hielten wir auf vielen Raststätten an.  Während der Busjunge auf den Raststätten einen Wassereimer nach den anderen über dem heißen Motor ausleerte, schaute ich mir die für die Reisenden angebotenen Gerichte und kleinen Snacks an. Statt Chips hätte ich geröstete Spinnen erwerben können. Auch nicht schlecht, aber so recht hatte ich auf diesen Snack keinen Appetit. Durch die Panne und die vielen Pausen kamen wir mit 2 Stunden Verspätung in Phnom Penh an.

 

Das, was ich die ganze Zeit befürchtet hatte, dass der Anschlussbus nach Saigon abgefahren war, war eingetreten. Wir stiegen in Phnom Penh aus und wurden von Tuk Tuk Fahrern überfallen, die uns in wunderschöne Gästehäuser bringen wollten. Mit meinem Ticket lief ich zum Schalter an der Busstation und der Ticketverkäufer bedeutete mir, einem Kollegen zu folgen. Was ich nicht erwartet hätte: Wir wurden tatsächlich zusammen mit einem Koreaner, der unser Schicksal teilte, in einen Minibus gesetzt. Der Fahrer sollte hinter dem seit einer halben Stunde abgefahrenen Bus hinterher fahren.

 

Eben noch wütend auf den Busfahrer, war ich nun über diesen Service fast verblüfft. Wir fuhren durch die Rush Hour von Phnom Penh. Plötzlich stoppte unser Fahrer. Er schien keine Ahnung zu haben, wo er den Bus suchen sollte. Ein funktionierendes Handy hatte er jedenfalls nicht. So hielt er an einem Stand und erwarb eine Prepaidkarte. Fünf Minuten versuchte er die Geheimnummer aufzurubbeln und sein Handy funktionsfähig zu machen. Es glückte ihm aber aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund zunächst nicht.

 

Uns bot derweil ein fliegender Händler „Northface“ Rucksäcke für 10 Dollar an. Da ich mittlerweile wusste, dass die meisten sehr günstigen Dinge „Fake“ sind, fragte ich: „Es fehlt doch die Echtheitsmarke. Ist das wirklich ein Original?“. „Nein, kein Original, aber Level A nach dem Original“, ließ der Händler verlauten. Das war eine großartige Antwort, die ich noch nie gehört hatte. Level A hinter dem Original – was immer das sein soll. Halten wird der Rucksack nicht lange, wie ich an meinem eigenen Einkauf der ersten Tage bereits festgestellt habe.

 

Doch ich musste nicht weiter über einen neuen Rucksack nachdenken, denn mittlerweile war unser Fahrer mit dem Rubbeln fertig. Ihm war  sogar eine Telefonverbindung geglückt, denn er war eifrig am Reden. Mit wem er telefonierte und was er sagte, wussten wir nicht. Wir fuhren weiter und trafen nach 10 Minuten auf einen großen Bus, der auf uns am Straßenrand wartete. Und welche Freude. Wenn die Busse hier normalerweise bis auf den letzten Platz vollgestopft sind und selbst in der Gangmitte noch Leute auf einem Hocker sitzen, war dieser Bus fast leer. Nur 10 junge Traveller auf dem Weg nach Saigon saßen weitverstreut im Bus. So gönnten auch wir uns jeder eine Doppelbank und streckten uns gemütlich aus.

 

an der Fähre

an der Fähre

Ich konnte in Ruhe meine Erlebnisse aus Siem Reap im Bus aufschreiben. Die anfängliche Pechsträhne des Tages schien durchbrochen. Als wir an die Fähre kamen, an der wir auf dem Hinweg sechs Stunden warten mussten, waren nur wenige Fahrzeuge in Wartestellung. In kürzester Zeit setzten wir mit der Fähre über den Mekong und weiter ging es in Richtung kambodianische vietnamesische Grenze. Ganz so einfach wie der kleine schwarze Hund, der hier ständig zwischen Vietnam und Kambodia hin und her lief, hatten wir es nicht. Wieder gab es ein wenig Warterei und Papierkrieg. Doch dann rollten wir durch die Nacht weiter in Richtung Saigon.

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