Mit ‘Warteschlangen’ getaggte Beiträge

Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia – Gaudi – Großbaustelle

Die kulturelle Vielfalt und Schönheit Barcelonas hat mich positiv überrascht. Und obwohl ich viel über Barcelona und Gaudi gelesen habe und dieser Besuch lange auf meine Wunschliste stand, war einfach dort zu sein, doch etwas ganz Anderes. Die  große Vielfalt, die diese Stadt an Sehenswürdigkeiten und Kultur zu bieten hat, hat alle meine Erwartungen bei Weitem übertroffen.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia

Vielleicht war meine Zeit in Barcelona zu kurz. Sicherlich war sie zu kurz. Denn an eines konnte ich mich in diesen zwei Tagen wirklich nicht gewöhnen. Und das war das lange Anstehen in Menschenschlangen. Diese sich um die Sehenswürdigkeiten windenden Menschenketten schienen nur einen Sinn zu haben: Nach erfolgreicher „Durchstehung“ einer Schlange das Ticket zum Eintritt in die nächste Warteschlange zu besitzen.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia

Am Beeindruckendsten war für mich das Einlasssystem bei der bekannten Kirche Sagrada Familia. Der in weiten Teilen von Gaudi architektonisch entworfene und beaufsichtigte Bau ist der Anlaufpunkt Nummer 1 für Touristen aus aller Welt, die nach Barcelona kommen. Wir erreichten die Sagrada Familia zu Fuß. Bereits aus der Ferne war ich beeindruckt von der Großbaustelle, an der sich Kräne und Kirchentürme um die Wette in den Himmel zu strecken schienen. Vor der Sagrada Familia war neben einer Großdemonstration für ein Freies Katalonien erwartungsgemäß auch eine lange Schlange von Menschen, die vor den Ticketschaltern um ein Ticket anstanden. Das Ende der Schlange war für mich zunächst nicht zu sehen, denn die Warteschlange schien sich um den gesamten Bau zu winden. Doch nach drei weiteren Straßenecken hatten wir es erreicht und reihten uns in die lange Schlange der Wartenden an. Wir unterhielten uns nett und schauten uns die an uns vorbei hastenden Menschen an, die genau wie wir vor kurzer Zeit, nun auch das Ende dieser Schlange suchten.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia

Nach ungefähr einer Stunde standen wir vor dem Ticketschalter und ich bemühte mich schnell durch das für mich auf den ersten Blick sehr verwirrende Angebot an unterschiedlichen Eintrittsarten durchzufinden. Die freundliche Ticketverkäuferin wartete mit den Fingern gegen die Scheibe klopfend anscheinend brennend darauf, dass ich mich endlich entscheiden möge. Nur die Kathedrale oder mit Türmen oder auch noch das Gaudimuseum. „Nein, das ist nicht hier. Im Park Güell,“ informierte mich die freundliche Dame. „Nun denn, dann erst einmal nur Kathedrale und Türme“. „Türme kosten extra“. Ok, bei den horenden Eintrittspreisen hier in Barcelona kommt es auf die zusätzlichen 7 € auch nicht mehr an. So dachte ich und orderte ein Ticket. „Die Türme können nur um 15 Uhr besichtigt werden“, klärte die Dame mich auf. „Die Kathedrale um 13.00 Uhr“. Langsam verzog sich ihr Gesicht, da ich immer noch nicht zu verstehen schien und mich nach ihrer Ansicht wohl auch nicht entscheiden konnte. Doch dann fiel bei mir der Groschen.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia

Anscheinend konnte ich wegen zeitlich unterschiedlichen Einlässen kein gemeinsames Ticket kaufen. Jedenfalls nicht jetzt. „Ok, zwei Karten für die Kathedrale für 30 €“. Ich bezahlte und wollte geradeaus weitergehen. „Nein, nein..Einlass ist auf der anderen Seite der Kirche“, rief die Damen hinter mir her. Und zwei Sicherheitsbeamte kamen sofort hinzu gesprungen, um uns auf den richtigen Weg zu geleiten.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia

Warum eigentlich Einlass auf der gegenüberliegenden Seite? fragte ich mich. Das Hauptportal des Gotteshauses liegt doch auf dieser Seite gleich hinter den Ticketschaltern? Die Frage konnte ich mir nicht beantworten. Auch gut. So wanderten wir dann noch einmal rund um die Kirche herum und waren erstaunt, dass am Tor 2 und 3 sechs arbeitslose Ticketkontrolleure etwas gelangweilt herum standen. Außer den am Handy spielenden Ticketkontrolleuren war kein Mensch zu sehen. Schnell wollte ich  die anscheinende Gunst der Stunde nutzen und zückte eifrig die Eintrittskarten und hielt sie schnell dem nächstbesten Kontrolleur unter die Nase. “ Tor 2 und 3 sind VIPS vorbehalten“, informierte uns der Mann in Uniform lässig. “ Benutzen Sie bitte Tor 1″. “ Ach so, danke“. Wir trotteten weiter an der Kirche entlang bis zum nächsten Tor. Am Tor 1 befand sich fast erwartungsgemäß eine lange Menschenschlange, in die wir uns einreihten. Als wir nach zwanzig Minuten die Ticketkontrolleurin erreicht hatten, schaute die auf die von mir zum zweiten Mal eifrig vorgezeigten Tickets. “ Das sind Tickets für 13.00 Uhr“, stellte sie sachlich fest. „Ja und?“ fragte ich zerknirscht und bereits nichts Gutes ahnend. “ Jetzt können Sie hier nicht herein. Es ist erst 12 Uhr. Kommen Sie in einer halben Stunde wieder“.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia – Portal

An uns strömten Menschenmassen vorbei und durch die strenge Kontrolle in die Kirche. Haben die etwa alle das richtig Zeitticket? fragte ich mich selber entnervt. Es blieb uns nichts anderes übrig als zu weichen und uns in Geduld zu üben. Letzteres ist nicht wirklich meine größte Stärke. So gingen wir eine halbe Stunde im Park spazieren und reihten uns danach noch einmal in die heilige Warteschlange  vor dem Tor 1 ein. Ungefähr um 5 Minuten vor 13. Uhr erreichten wir die Kontrolleurin, die uns nun mit anderen Personen, die über ein ähnliches Ticket wie wir zu verfügen schienen, an die Seite winkte.  “ Für Sie geht es noch nicht weiter. 5 Minuten müssen Sie bitte hier warten“. Nach 5 Minuten öffnete sie dann das Band der Absperrung für uns und die Menschenkette, die sich hinter uns gebildet hatte. Zusammen mit einer spanischen Familie wanderten wir entlang von Absperrungsbändern bis wir plötzlich auf eine neue neue Absperrung stießen. „Sicherheitskontrolle“, ließ der militärisch anmutende Herr verlauten. Klar, dass das sein muss. Bereitwillig zeigten wir Rucksäcke und Taschen samt deren Inhalt vor.
Sagrada Familia - Gaudi - Schulraum

Sagrada Familia –  Schulraum

Wir durften passieren bis wir auf eine neue Absperrung stießen. „6 Minuten Wartezeit“, verlautete es von einer Ticketkontrolleurin. Ich hatte es zu diesem Zeitpunkt innerlich bereits aufgegeben, mir weitere Gedanken über das Einlasssystem hier zu machen. Hätte man nicht Kauf, Ticket- und Sicherheitskontrolle in einem Abwasch erledigen können? Müßige Gedanken über ein nicht vorhandenes Organisationssystem. Ich wollte nur noch endlich in die Kirche.
Sagrada Familia - Gaudi - Schulraum

Sagrada Familia  – Schulraum

Der spanische Familienvater, der mit seiner Großfamilie hinter uns wartete sprach die etwas gelangweilt ausschauende Ticketkontrolleurin an. „Es handelt sich doch um eine geweihte Kathedrale. Müssen Personen, die nur in das Gotteshaus und beten wollen jedes Mal 20 € zahlen und diese Prozedur über sich ergehen lassen? “ fragte er leicht genervt. Die Ticketwächterin zuckte nur über so viel Unverständnis mit den Schultern und blieb eine Antwort schuldig. Dann gähnte sie ausgiebig und blickte gelangweilt auf ihre Uhr.
Sagrada Familia - Gaudi

Sagrada Familia – Studierzimmer

Nach genau sechs Minuten Wartezeit sperrte sie das uns von der Kathedrale trennende Band auf und endlich durften wir auf den Vorplatz der Kirche treten. Hier konnten wir uns in die lange Schlange einreihen, an deren Ende es den ersehnten Kopfhörer mit sprachlichen Erklärungen abzuholen gab. Diese Schlange wies eine Besonderheit auf. Es durfte sich nur je Paar oder Gruppe ein Gruppenmitglied einreihen, um die Audiohörer für die Gruppe in Empfang zu nehmen. Die Minuten bis ich den ersehnten Audiohörer in der Hand hielt, habe ich nicht gezählt. Doch dann. Ja dann….wirklich gleich danach konnte die Besichtigung der Sagrada Familia beginnen. Wenn das Gaudi wüsste!

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In meiner Kindheit hatten wir zu Hause viele kleine Hefte liegen, in denen meine Schwester und ich Rabattmarken einkleben durften oder besser gesagt: mussten. In der Zeit war es üblich, dass alle möglichen Geschäfte in unserer Kleinstadt diese Hefte ausgaben und auch gleich beim Bezahlen die kleinen Rabattmarken mit aushändigten. Zu Hause sammelte meine Mutter von ungefähr fünf Geschäften diese Rabattmarken in einer Glasschüssel. Wenn die Schüssel voll war, wurden wir Kinder angehalten, nun die Marken zu sortieren und in die entsprechenden Hefte zu kleben. Die vollen Hefte wurden dann beim nächsten Einkauf eingelöst. Wenn ich mit richtig erinnere, gab es eine Mark oder fünfzig Pfennig pro Heft, die gut geschrieben wurden.

Ich hatte das Ritual  aus der Kindheit des Einklebens der Marken längst vergessen. Doch am letzten Wochenende wurde ich bei meinem Lebensmitteleinkauf in einem Supermarkt wieder daran erinnert. Ich stand ausnahmsweise einmal in der richtigen Warteschlange vor der Kasse 🙂 und näherte mich fast mit rasantem Tempo der Kassiererin. Da hörte ich, wie die Kassiererin zu der zweiten Kundin vor mir sagte: „Möchten Sie Märkchen?“ Die Frau wußte anscheinend nicht, was die Kassiererin meinte und erkundigte sich ausführlich nach den Märkchen. Ihr wurde erklärt, dass es pro fünf Euro Einkauf ein Märkchen gäbe und dass sie die Märkchen in ein Heft einkleben könne. Wenn das Heft voll sei, könne sie damit zurzeit verbilligt Handtücher erwerben. Letztens habe es Messer gegeben und ein anderes Mal Kochtöpfe.

Während ich noch darüber nachdachte, wie clever doch heute den Kunden zusätzliches Geld aus der Tasche gezogen wird, indem keine Gutschriften für die Märkchen gemacht werden, sondern nur angeblich verbilligte Teile zusätzlich verkauft werden, konnte sich die Kundin nicht entschließen. Im Ergebnis stand ich also doch wieder mal in der falschen Schlange bis die Kundin sich endlich zu einem klaren Nein zu den Märkchen entschieden hatte. Die Kundin vor mir erklärte gleich von sich aus der Kassiererin, dass sie Märkchen wünsche. Sie drehte sich zu mir um und fragte, ob ich auch Märkchen wolle. Ehrlich gesagt hatte ich darüber noch nicht nachgedacht und meinte nur, dass ich die bislang noch nicht sammele.

Nun war ich fast an der Reihe und sah mich schon in greifbarer Nähe, diesen Ort endlich zu verlassen. Da fing die Kundin vor mir doch tatsächlich mit der Kassiererin eine Diskussion über das Thema an, ob diese ihr nicht die Rabattmarken der Kundin vor ihr, die diese nicht gewollt habe, aushändigen könne. Das konnte die Kassiererin anscheinend alleine nicht entscheiden und fing umfangreiche Diskussionen mit zwei anderen Kassiererinnen an. Nun war ich wenigstens nicht mehr allein in der falschen Warteschlange, denn auch die anderen Reihen stockten nun, da die Kassiererinnen das Problem so schnell nicht lösen konnten. Da kam mir die Idee und ich bot „unserer“ Kassiererin an, dass sie doch meine Marken, die ich ja vielleicht endlich gleich bekommen würde, der Dame aushändigen könne. Das schien für sie eine gute Lösung und an den anderen Kassen wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die Dame vor mir drehte sich zu mir um. Vielleicht hatte ich erwartet, dass sie sich nun bedanken würde. Und was kam? Sie sagte doch tatsächlich:“Wegen Ihrer Marken hätte ich sie ja sowieso noch gefragt. Ich wollte doch auch noch die Marken der Dame vor mir.“.

Ich war sprachlos und überlegte kurz, ob ich ganz spontan mit dem Sammeln von Rabattmärkchen anfangen sollte. Da ich jedoch den Ausgang im Visier hatte und keinerlei weitere Verzögerungen durch irgendwelche Rabattmärkchen mehr in Kauf nehmen wollte, bezahlte ich und überließ die weitere Diskussion über meine Rabattmärkchen der Kundin und der Kassiererin.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und rate dringend dazu, sich Rabattmärkchen aushändigen zu lassen – was immer man denn damit macht :-).

BuGa Koblenz

Um die Bundesgartenschau in Koblenz zu besuchen, hatte ich mir extra einen sonnigen Tag ausgesucht, da ich das Blumenmeer, das mich dann auch tatsächlich erwartete, gerne in der Sonne besichtigen wollte. Meine letzte Bundesgartenschau hatte ich vor vielen Jahren in Cottbus besucht. Damals hatte ich mir in Cottbus leider einen Regentag ausgesucht und fand es gar nicht so schön, in dem grauen und kalten Wetter durch die Pfützen zu laufen und mich darauf zu freuen, möglichst schnell wieder in eine Halle zu kommen. Später war ich dann häufig auf der Internationalen Gartenschau in Rostock, da ich zu der Zeit als diese stattfand, dort wohnte. Einen ganzen Sommer lang war ich oft auf dem Gelände und habe mich sehr an den schönen Blumenanlagen an der Warnow erfreut.

BuGa Koblenz

Nun war es wieder soweit. Endlich konnte ich einen ganzen Tag Blumen sehen und wunderschön angelegte „Blumenmeere“ besuchen. Doch ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, lief es nicht. Zunächst mußte ich nach Koblenz kommen und hatte mich mit dem Auto wohl für das falsche Verkehrsmittel entschieden, denn ich landete kurz vor Koblenz im Stau. Als der schließlich überwunden war und ich nach einigem suchen den Park und Ride Parkplatz erreicht hatte, mußte ich dort zunächst mit dem Wagen in einer Schlange anstehen, bis ich auf den Parkplatz durfte. Das war jedoch erst der Anfang. Vor der Bushaltestelle am Park und Ride Parkplatz wartete eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange und ich stand fast eine Stunde in derselben. Mit den anderen Wartenden machte ich Witze in der Art, dass wenn wir wohl die Gartenschau endlich erreicht haben würden, es langsam Zeit sein würde, an den Rückweg zu denken. Da noch sehr viele Menschen hinter mir standen, die wahrscheinlich noch mehrere Stunden warten mußten, kann ich zur Organisation festhalten, dass hier wirklich eine Schwachstelle ist. Hier hätten eindeutig mehr Busse eingesetzt werden müssen, denn der Besucherandrang konnte ja schließlich für die Stadt Koblenz nicht völlig unerwartet kommen.

BuGa Koblenz - Deutsches Eckmit der Seilbahn von dem Ausstellungsgelände am Deutschen Eck über den Rhein auf die Festung Ehrenbreitstein

BuGa Koblenz - EhrenbreitsteinBlick auf die Festung Ehrenbreitstein

Ganz so schlimm – wie schon vermutet – wurde es jedoch für mich persönlich nicht, denn am späten Vormittag erreichte ich den ersten Teil des Ausstellungsgeländes und konnte mit meiner Besichtigungstour beginnen. Da ich so viele Bilder gemacht habe, habe ich mich entschlossen, diese ein wenig zu sortieren und lieber mehrere Teile zu schreiben. Heute beginne ich daher mit meinem ersten Teil über die Bundesgartenschau, der unter anderem auch viel Geduld und Langmut beim langen Warten verlangte. Als ich mit dem Shuttlebus am Deutschen Eck angekommen war und mir die Kassenschlange durch einen glücklichen Zufall (ein Mann hatte eine Karte zuviel, die er mir verkaufte) erspart hatte, ging es durch die Pforten hinein ins Blumenmeer. Zunächst mußte ich mir einen ersten Eindruck über das Gelände verschaffen, auf dem die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz stattfindet.

BuGa Koblenz - Warteschlangen                        lange Warteschlangen auch vor der Rückfahrt mit der Seilbahn

Es gibt drei große Ausstellungsflächen. Die beiden kleineren befinden sich auf der linken Rheinseite am deutschen Eck und am Schloss. Mit der Seilbahn geht es über den Rhein auf die Festung Ehrenbreitstein, um den dritten und größten Teil der Bundesgartenschau zu sehen.

BuGa Koblenz - SchlossBlick auf das Schloss

Mir haben alle drei Teile sehr gut gefallen, denn überall gibt es viele Blumen und auch viele sehr schön angelegte künstlerische Gestaltungsräume zu sehen. In den Schlossgärten sind die Blumen in einer großen Kronenform gepflanzt, die wohl nur aus der Luft zu sehen ist.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und hoffe, dass mögliche Warteschlangen heute nicht allzu lang sind.