Mit ‘Wind’ getaggte Beiträge

Calima über Teneriffa

Calima über Teneriffa

Open End Hiking hört sich irgendwie merkwürdig an. Doch am Samstag, den 3. Oktober, der hier auf Teneriffa  kein Feiertag war, hatte ich ein spezielles Wandererlebnis. Open End Hiking oder zielloses Wandern? Wandern ohne Ziel? Der Weg ist das Ziel? Oder auch: Calima, Berge, Schluchten und eine Bootsfahrt

Auf der Insel herrscht seit einigen Tagen Calima. Calima ist eine Wetterlage mit trockenem Ostwind. Der warme Sandwind kommt aus der Sahara in Afrika. Er sieht wie trockener Nebel aus und trägt feinen Sandstaub mit sich. Da der Calima bis zu einer Höhe von 500 Metern über dem Land liegt, ist die Sicht auf die Berge und das Meer zumeist getrübt. Das Atmen fällt schwer. Es ist heiß und auf der Zunge macht sich ständig – insbesondere bei Bewegung im Freien – ein sandiges Gefühl breit. Calima-Einbrüche gibt es auf Teneriffa und den anderen kanarischen Inseln im Sommer und im Winter, wobei sie im Sommer im Allgemeinen sehr heiß ausfallen. Und so sehen wir seit einigen Tagen kaum die Sonne, haben aber trotzdem um die 30 Grad.

Und genau wegen dem Calima wollte ich gestern der Küstenregion und der Hitze entkommen. Sehr früh am Morgen machte ich mich noch bei Dunkelheit mit Lasko zu einer Bergwanderung auf den Weg. Morgens in den frühen Stunden um 5 bis 7 Uhr weht ab und zu ein leichter Wind und die Temperaturen sind noch erträglich. Da die Wege, die von Los Gigantes aus in das Gebirge führen, nicht beleuchtet sind, musste ich bereits kurz hinter dem Ort die Taschenlampe benutzen. Ohne Licht ist die Gefahr über Steine und Geröll zu fallen, das überall auf dem Weg liegt, recht groß. Ich hatte kein festes Ziel. Ich wollte nur aus der Küstenregion „entfliehen“ und dorthin gehen, wohin es Temperatur mäßig ein wenig angenehmer sein würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, wohin mich diese Wanderschaft führen würde. Vielleicht ist das auch gut so, denn ansonsten wäre ich vielleicht gar nicht dazu aufgebrochen.

bergauf im Morgengrauen

bergauf im Morgengrauen

Der Gebirgsort Tamaimo liegt zwischen 400-600 Höhenmetern mitten im Barranco Santiago. Auf der halben Strecke dorthin wurde es langsam Tag und der Nachthimmel verwandelte sich von schwarz über dunkelblau nach hellgrau. Sehr schön, den neuen Tag auf Wanderschaft begrüßen zu können. Ich sah entfernt vor mir oben am Berg die Lichter von Tamaimo, die allerdings ausgingen als Lasko und ich uns dem Ort näherten. Es war noch früh am Tag. Durch den Calima neblig und bewölkt, so dass die Sonne nicht zu heiß auf uns herunter schien. Ich wanderte im Barranco Santiago entlang an Tamaimo vorbei und hielt mich immer weiter bergaufwärts. Der Anstieg zu dem kleinen Ort El Molledo wurde im letzten Stück richtig steil. Fast senkrecht ging es auf kleinen Serpentinen in die Höhe. Doch ich hatte ein neues Ziel vor meinen Augen. Ich schwitzte und Lasko hechelte. Von El Molledo bis zu dem Ort Santiago del Teide ist es nicht mehr weit. So beschloss ich in den Bezirksort, der bereits 1000 Höhenmeter hoch liegt, zu wandern. In Santiago del Teide angekommen, wanderte ich mit Lasko die Hauptstraße entlang und überlegte, was ich nun machen sollte. Die Uhr am Kirchturm zeigte erst 10 Uhr morgens. Zu früh, um einfach den gleichen Weg zurückzugehen, befand ich. Einfach zu früh, um nicht noch irgendwohin weiter zu wandern.

Wasser für Lasko

Wasser für Lasko

So machten Lasko und ich eine kleine Pause auf einem angelegten Picknickplatz in Santiago del Teide. Wir aßen Frühstück und tranken vor allen Dingen literweise Wasser. Für Lasko konnte ich hier sogar neues Wasser aus einem Wasserhahn zapfen. Frisch gestärkt, beschloss ich noch ein wenig höher ins Gebirge zu gehen. Von Santiago del Teide lassen sich die höchsten Berge des Tenogebirges, der Kleine und der Große Gala (ca. 1400 Höhenmeter) erreichen. Da es im Tenogebirge nicht höher hinaufgeht, machte ich mich Richtung der „Galaberge“ auf den Weg. Mir war bislang kein einziger Mensch auf der gesamten Wanderstrecke begegnet. Ich fragte mich, woran es wohl lag, dass ich heute anscheinend fast allein unterwegs war. Zu heiß? Nebensaison? Zufall? Gedanken kamen und gingen, während ich auf dem steilen Anstieg zum Galasattel mich Meter für Meter höher schraubte. Kein Mensch vor, hinter, über oder neben mir – Menschenleere und gute Gelegenheit zum Nachdenken. Wirklich kein Mensch schien  unterwegs zu sein. Über mir hörte ich Vögel und rechts und links vom Weg huschten Eidechsen davon. So kämpfte ich mich mit meinen Gedanken und Lasko allein weiter hoch.

Oben in einer Höhe von ca. 1300 Metern angekommen, war ich in Schweiß aufgelöst. Auch Lasko war fertig. Er kroch unter einen Busch und hechelte dort weiter. Ich flösste ihm viel Wasser ein. Schließlich hatte ich ja 5 Liter mit mir den Berg hochgeschleppt. Das merkte ich nun auch in den Schultern. Mit schwarzem Staub und Dreck auf der Zunge hechelte Lasko weiter vor sich hin, während ich mich ein wenig umschaute.

Lasko schwitzt

Lasko schwitzt

Leider gab es dort oben am Samstag nicht einmal eine schöne Sicht. Normalerweise sind von dieser Stelle der Teide und alle vor ihm liegenden Berge zu sehen. Zur anderen Seite eröffnet sich ohne Calima ein gewaltiger Blick auf den von diesem Standpunkt unten liegenden kleinen Ort Masca und einen großen Teil des Tenogebirges. Doch ich sah nur Dunst, Nebel und einige schwache Umrisse der Berge. Nun hatte ich fast 12 Kilometer und 1300 Höhenmeter bewältigt. Es war gegen 11 Uhr und ich hatte immer noch keine Lust den ganzen Weg zurückzugehen. Also konnte ich nur weiter gehen. Doch „weiter“ konnte jetzt nur bergab bedeuten.

Calima "vernebelt" die Sicht von der Degollada

Calima „vernebelt“ die Sicht von der Degollada

In die nordwestliche Richtung zeigte ein Schild zum Cumbre Bolíco. So ging ich denn auf der anderen Bergseite weiter. Es war nicht mehr ganz so anstrengend, da es immer leicht bergab ging. Ich persönlich gehe allerdings fast lieber bergauf. Da bergab für mich auf die Dauer auch auf „die Knie geht“ und zudem sehr viel Konzentration erfordert, um nicht ins Rutschen kommen. In einer warmen Nebelwelt stapften Lasko und ich durch Hänge voller Nebelwälder. Kilometer um Kilometer ging es über Berggrate und dann wieder durch Wälder bergab. Zwischendurch hatte ich durch die Wolkenlöcher eine fantastische Aussicht auf die Nordküste um Los Silos und Buenavista del Norte. Mir wurde klar, dass ich in diese Richtung nach Masca herunter wandern musste. Doch der Weg dorthin führt erst einmal kilometerweit fast parallel zur Nordküste bis zum Cumbre del Carrizal auf 920 Höhenmetern. Dort geht es in alle Richtungen steil hinunter. Zur einen Seite Richtung Norden und zur anderen Seite Richtung Masca. Ich folgte dem Weg nach Masca, der mich in weiten Serpentinen zunächst Richtung Cruz de Hilda und dann in den Ort Masca (600 Höhenmeter) hinunterführte. Auf diesem Streckenabschnitt begegnete mir ein britisches Ehepaar, die ersten Wanderer, denen ich an diesem Tag begegnete. Merkwürdig wie sehr ich mich über diese menschliche Begegnung in der Einsamkeit freute. Ich hatte mir so allein in der Höhe bereits ausgemalt, was wohl passieren würde, wenn ich einen Fehltritt hätte und mit gebrochenem Fuss da oben in den Nebelwäldern liegen würde. Zum Glück nur ein schwarzer Gedanke.

Und dann kamen Lasko und ich in Masca an. In dem kleinen Ort Masca war wie immer touristischer Hochbetrieb. Überall parkten Autos am Straßenrand und viele Leute schlenderten durch den Ort, um zumindest aus der Höhe einen Blick in den berühmten Barranco von Masca zu werfen. Lasko und ich benötigten dringend eine Rast. Ich ließ mich im Schatten eines großen Baumes auf einer kühlen Mauer nieder und Lasko streckte sich quer auf dem Kirchplatz aus. Ich gab Lasko meine mitgebrachten Thunfischkonserven, auf die ich gar nicht richtig Hunger hatte. Lasko schon. Doch Beide tranken wir Wasser und noch mehr Wasser. Auf dem Kirchplatz konnte ich auch von einem Imbissstand neues Wasser kaufen. Damit ausgerüstet ging es auf den letzten Wanderabschnitt. Die bekannte Mascaschlucht hinunter. Häufig ist allein dieser ca. 4 Kilometer lange Weg, der 600 Höhenmeter an den Strand von Masca hinunterführt, für viele Wanderer ein Tagesausflug. Für mich war es nun nur noch nach zurückgelegten 19 Kilometern der letzte Streckenabschnitt. Doch da Hunde auf Teneriffa nicht in Bussen mitfahren dürfen und auch von Taxifahrern nicht gerne und nur in Ausnahmefällen mitgenommen werden, hatte ich gar keine andere Wahl.

Barranco von Masca

Barranco von Masca

So ging ich die Mascaschlucht hinunter. Im Moment ist viel weniger Wasser als üblich im Barrancobett. Daher ließ sich die Schlucht an einigen Stellen, an denen es häufig wegen dem Wasser mit der Überquerung der Felsen ein wenig schwer wird, sehr gut durchwandern. Und an einigen Stellen reichte es sogar noch für ein kleines Laskobad. Die großen Wandergruppen waren wohl schon durch die Schlucht. So begegnete ich nur einzelnen Paaren und einigen spanischen Familien. Den Strand erreichte ich nach 2 Stunden und 15 Minuten um 15.15 Uhr. Das war früher als vermutet. Und ich hatte auch noch Glück mit der Bootsverbindung. Das nächste Boot nach Los Gigantes fuhr 15 Minuten später. Lasko und ich schmissen uns regelrecht auf die Liegefläche des Bootes. Und ich hatte das Gefühl, dass ich nie wieder dort aufstehen wollte. Ich war geschafft. Doch viel zu schnell war der Hafen von Los Gigantes erreicht und wir mussten noch einmal hoch und 50 Höhenmeter zur Wohnung bewältigen. Diese letzten 50 Höhenmeter waren wahrscheinlich die Schwersten der ganzen Wanderung. Um 16.30 Uhr ging für mich meine bislang größte Wander Rundtour auf Teneriffa zu Ende. Die Tour werde ich bestimmt so schnell nicht vergessen. Und ich bin mir auch nicht so sicher, ob ich genau diese Tour noch einmal wiederholen werde. Dann lieber noch einmal: Open End Hiking 🙂

PS: Wegen Calima heute auch nur wenige und leider auch keine besonders guten Bilder. Genießt den Sonntagabend!

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Zum Wochenanfang einige Wetterbilder vom letzten Wochenende. Im Süden der Insel Teneriffa ist es immer noch recht warm (19-24 Grad). Und auch die Sonne kam nach einigen grauen regnerischen Tagen wieder zum Vorschein. Da hielt uns nichts mehr zu Hause. Obwohl auf allen Inseln wegen des Sturms immer noch die Warnstufe rot ausgegeben war, machten wir einen langen Küstenspaziergang. Wir waren nicht allein. Viele Menschen hatten sich von der Sonne nach draußen locken lassen. Einige genossen ein Sonnenbad, andere zog es zum Wandern bereits wieder in die Berge. Ein langer Spaziergang zwischen Wind und Wellen machte den Kopf frei und blies alle trüben Gedanken davon. Der blaue Atlantik mit hohen Wellen vor uns und in der Ferne der schneebedeckte Teide. So macht das Wochenende Spaß.

Ich wünsche Euch allen eine wunderschöne Woche.

 

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Eine Schlechtwetterfront zieht seit dem letzten Dienstag über die kanarischen Inseln und hat mit Unwettern und viel Regen an einigen Orten für erhebliche Überschwemmungen und Schäden gesorgt. Auf Teneriffa wurde bereits am letzten Dienstag vorsorglich oranger Alarm ausgelöst. Von den Wassermassen betroffen war in erster Linie der Norden der Insel. In unserer kleinen Südwestecke sind wir weitgehend verschont geblieben. Ein Mix von Sonne und Regen über uns und jeden Tag ein neuer Regenbogen. Eine Freundin meinte, dass Teneriffa wohl das Regenbogenland sei. Das scheint – zumindest im Moment – richtig zu sein.

 

Regenbogen

Regenbogen

 

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Sonne und Regen

Sonne und Regen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

LIEBE GRÜSSE UND EIN SCHÖNES WOCHENENDE

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Letzten Sonntag war ich bei Wind und Wellen zwischen Sonne und Regen mit dem Schiff auf dem Limfjord unterwegs. Nach einer langen Schiffsfahrt trafen wir westlich von Loeckstoer  endlich auf eine Robbenkolonie. Auf solch einen Moment hatte ich bereits den ganzen Sommer über gewartet. Robben beim Sonnenbad zu beobachten – und das aus nächste Nähe.

Um die Tiere nicht zu stören, war der Schiffsmotor lange vor der Robbenbank ausgeschaltet worden. Wir konnten mit Ferngläsern aus einiger Nähe einen Blick auf die vor uns liegende Robbenkolonie werden. Mit dem Teleobjektiv gelangen mir dann trotz des schaukelnden Schiffes einige Schnappschüsse. Leider sind die meisten Aufnahmen etwas unscharf ausgefallen.

Im Norden der Sandbank lagen die Robben dichtgedrängt aneinander. Am Süden der kleinen Insel schienen die Robben keinen Gefallen zu finden. Dort machten sich die Komorane und Möwen einen guten Sonntag. Rund um die Insel schien genügend Fisch für alle da zu sein.

Auch wenn die Robben mir in Hagenbecks Tierpark gut gefallen haben – draußen auf dem Limfjord waren sie einfach beeindruckend. Ein Sonntag, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Bereits im Fernsehen hatte ich gesehen, dass im Norden von Spanien riesige Wellen vom Atlantik auf das Land trafen. Auch hier im Westen von Teneriffa waren die Strände in meiner Nähe zumeist für einige Tage abgesperrt, da ein sehr hoher und anscheinend gefährlicher Wellengang war. Wie hoch die Wellen tatsächlich hier vor Ort waren, vermag ich nicht genau zu sagen. Mit dem bloßen Auge sah es für mich sehr beeindruckend aus. Hier einige Fotos für Euch.

die Felsen vor Puerto de Santiago wurden von hohen Wellen überspült

auch das Naturschwimmbecken war gesperrt, da ständig Wellen hineinschlugen

mit Wucht donnerten die Wellen aufs Land zu

noch einmal das Naturschwimmbecken: vorne läuft noch die vorherige Welle ab, während im Hintergrund bereits die zweite Welle hinein gespült wird

auch an den Felsen krachten die Wellen mit ziemlicher Wucht heran

Ich wünsche Euch einen ruhigen und nicht so stürmischen Tag zum Jahresausklang.

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Es ist wieder soweit. Abgemähte Stoppelfelder laden zum Drachen steigen  lassen ein. Bei meinen letzten Hundespaziergängen habe ich einige begeisterte Kinder und auch einige jung gebliebene ältere Semester gesehen, die sich fröhlich mit ihren Drachen beschäftigten. Leider hatte ich in diesen Momenten immer keine Kamera dabei. Wenn ich steigende Drachen sehe, denke ich sofort an meine Kindheit. In Norddeutschland  bastelten wir die ersten kleinen Drachen bereits im Kindergarten. Dass diese nicht so ganz flugtauglich waren, hinderte uns nicht, es dennoch mit ersten Flugversuchen zu probieren. So erinnere ich mich daran, dass ich einmal einen Drachen vom Dach eines Gartenschuppens im direkten Gleitflug in die Regentonne  stürzen ließ. Leider konnte der Drachen nicht nur nicht fliegen, sondern zu meiner Überraschung auch nicht schwimmen.

Im Grundschulalter hatten wir dann unsere Fertigkeiten im Drachenbau ein wenig verbessert und ab und zu kamen bei unseren Bastelversuchen auch fliegende Drachen heraus. Nur noch ganz ganz selten war  elterliche oder großelterliche Unterstützung notwendig. Sobald die Felder abgemäht waren, ließen wir die selbstgebauten Drachen steigen. Und wenn sie dann wider erwarten doch nicht fliegen konnten, wurde weiter gebastelt. Welcher Drachen steigt am höchsten? Welcher Drachen ist der größte, schönste oder bunteste? Drachen waren in unserer Kinderwelt unheimlich wichtig. Wir liebten sie gerade zu.

Häufig verwickelten sich die Schnüre ineinander und ab und zu blieb auch mal ein Drachen in einer Leitung hängen. Herbstzeit und Drachen waren untrennbar miteinander verbunden.

Lasko und der Drachen

Als meine eigenen Kinder klein waren, hatten wir das große Glück an der Ostsee zu wohnen, wo es immer herrlichen Wind im Herbst gab. Für die ersten kleinen Kinderdrachen war es fast zu viel Wind. So ist uns auch schon mal ab und zu ein Drachen im Wind an dem langen Warnemünder Strand zerfetzt. Dann wurden unsere Jungs größer und begannen Lenkdrachen fliegen zu lassen. Die waren nicht mehr selbst gebaut, sondern aus besten Kunststoffen und biegsamen Stangen zusammengesteckt.

Nun dauerte es nicht lange, bis meine Kinder mir zeigten, wie ich den Drachen zu steuern hatte. Ich habe es jeden Herbst in Rostock und auch noch  im letzten Jahr im Dänemarkurlaub probiert. Zur Sicherheit der am Strand wandelnden Bevölkerung habe ich nach einigen fast erfolgreichen Flugübungen jedoch beschlossen, mich aufs zuschauen zu beschränken. Meine Männer entwickelten derweil ungeahnte Fähigkeiten, indem sie aus unseren Lenkdrachen die größten Loopings und Flugschleifen herausholten. Wenn ein Drachen dann doch einmal (zwangsläufig) herunter kam, war Hund als erster da und sicherte ihn vor allen Angriffen (welcher Art auch immer).

Drachen

Diesen Drachen habe ich vor einigen Jahren auf einem Spaziergang südlich von Bonn gesehen. Seitdem habe ich keinen Drachen mehr vor die Linse bekommen, denn meine Jungs haben im jetzigen Lebensabschnitt das Drachen steigen lassen vergessen.  Falls sie jemals Väter werden sollten, fällt es ihnen vielleicht wieder ein. Solange ruhen die Lenkdrachen nun auf unseren Kellerregalen und träumen vielleicht davon, eines Tages sich wieder in die Lüfte zu erheben……wo auch immer.

Ich werde jedenfalls aufpassen, ob es mir noch gelingt, einen Drachen 2011 abzulichten. Habt Ihr eigentlich aktuelle Drachenbilder? Ich würde mich sehr darüber freuen.

Ich wünsche einen guten Tag und gute Winde.

Und auch heute noch ein Spruch aus meinem kleinen Notizbuch.

ZIELE

Paragliding
Für einen Menschen, der weiß, welches Ziel er anstrebt, gibt es immer einen günstigen Wind.

Ab und zu habe ich das Gefühl, wenn ich ganz zielgerichtet auf eine Sache zusteuere, dass ich wie von selbst ein wenig von hinten geschoben werde. Nicht so einfach ist dagegen für mich, immer genau zu wissen, was ich will und welches Ziel ich gerade ansteuere. Wenn ich dann jedoch ein noch so kleines Zwischenziel fest vor Augen habe, geht es zumeist – wenn auch in kleinen Schritten – vorwärts. Wie geht es Euch mit den Zielen und dem günstigen Wind?

Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und einen guten Rückenwind.