Mit ‘Zeit’ getaggte Beiträge

Lasko denkt

Lasko denkt

...und schläft

…und schläft

Gestern: Ich kann es gar nicht glauben, wie schnell der Februar an uns vorbei gerauscht ist. Nur noch wenige Tage und der März beginnt. Die Tage verflogen wie das wechselnde Wetter – einfach so an mir und Leonie vorbei. Die Zeit zog – zumindest gefühlt (sagt Leonie)  – schneller Richtung März als das wechselvolle Wolken- und Wetterspiel auf unserer Insel. Sonne, Sturm und Schnee – es fehlte uns im Februar  wettermäßig an gar nichts. Habe ich zu viel gearbeitet oder habe ich den Februar verschlafen? Oder wieso ist der nun schon wieder vorbei? Als Hund kann es mir eigentlich egal sein. Doch Leonie scheint sich sehr über die dahin rauschende Zeit aufzuregen. Beängstigt schaut sie ständig auf den Kalender, als wenn sie die Tage festhalten wollte. Ich weiß schon, warum ich mir in diesem Jahr erst gar keinen Kalender angeschafft habe.

Wasser und Wellen

Wasser und Wellen

Was war denn da noch im Februar? Eines morgens sichtete Leonie den Großsegler Alexander von Humboldt in der Bucht von  Los Gigantes. Sie freute sich und wollte ein Foto machen. Doch als sie ihre Kamera geholt hatte, hatte das Schiff bereits die Anker gelichtet und war in Richtung La Palma davon gesegelt. „Wie schade“, meinte Leonie. „Ich hätte doch so gerne ein Foto von dem schönen Schiff gemacht“. Ich habe keine Kamera und mache auch keine Fotos. Ich habe meine Erinnerungen im Kopf. Leonie reicht das nicht. Ich verstehe gar nicht, warum sie sich mit der vielen Fotografiererei noch mehr Arbeit macht. Im Kopf sind die Bilder doch gut aufgehoben. Und wenn sie mal weg sind – na dann können sie auch nicht so wichtig gewesen sein.

Als  wir eine Woche später unseren Morgenlauf machten, war die Alexander von Humboldt wieder in der Bucht. Dieses Mal lief Leonie ganz schnell nach Hause  zurück und holte den Fotoapparat. So, nun muss sie sich nicht mehr erinnern, denn sie hat das Schiff jetzt digital eingefangen.

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Alexander von Humboldt vor Los Gigantes

Was war denn da noch im Februar? Leonie saß viel am Schreibtisch. Für meinen Geschmack viel zu lange. Ich lag zu ihren Füßen und schlief. Vielleicht habe ich deswegen den halben Monat verschlafen. Ich wartete, dass sie aufstehen und mit mir spazieren gehen würde. Das hat sie auch immer brav gemacht. Irgendwann.

Gewandert sind wir auch. Nicht so viel wie im Januar auf La Gomera. Aber wir waren mit unserem Besuch in der Masca Schlucht. Es war ein heißer Tag und so haben die meisten Bergwanderer nach der harten Wanderung erst einmal ein erfrischendes Bad in der Badebucht genommen. Auch wir hatten unser Bad. Der kleine Fels, an dem die Boote anlegen, war bis auf den letzte Platz mit Menschen gefüllt. Als wir dort standen und auf das Boot warteten, kam plötzlich eine Riesenwelle von vorne auf uns zugerauscht. Leonie sagte noch gerade: „Oh, die ist aber groß“. Doch ehe wir irgendwohin flüchten konnten, schwappte eine ganze Menge Wasser einfach über uns hinweg. Ich war erfrischt und Leonie war ein wenig erschrocken und von oben bis unten nass. Ich schüttelte mich. Leonie auch. Das half ihr aber nicht. Gut, dass uns die Riesenwelle nicht ins Meer gezogen hat.

vor der Mascaschlucht

vor der Mascaschlucht

Masca Badefels

Masca Badefels – hier wurden wir ordentlich nass

Gigantische Felsen

Gigantische Felsen

Finger und Felstore

Felstor und „Finger“

Auf der Rückfahrt wurde Leonie von der Sonne ein wenig getrocknet. Wir fuhren an den großen Felsen vorbei und schauten zu dem Felsen, der wir ein Finger aussieht und zu dem großen Felstor empor. Die Gegend kennen wir gut da gehen wir oft spazieren.

Ja, wir waren im Februar auch auf dem Großen und dem Kleinen Gala und recht häufig auf der Guama Spitze. Das sind alles Berge, die wir von zu Hause aus erreichen können. Unsere Sonntagsspaziergänge.  Doch einen Sonntag sind wir zu dem Vulkan Chinyero über Santiago del Teide gewandert. Das war recht beeindruckend, da der Spaziergang über riesige große dunkle Lavafelder ging. Blauer Himmel, der Teide im Hintergrund und der dunkle Chinyero vor uns. Allerdings meinen Pfoten hat das Vulkangestein nicht so gut gefallen. Das war ziemlich kratzig. Das nächste Mal ziehe ich meine Outdoorschuhe an. Ich fand die Runde um die blühenden Mandelbäume weitaus schöner.

Chinyero

Chinyero

Das Leonie im Februar viel zum Flughafen unterwegs war und im Kreis geritten ist, hatte ich ja schon erzählt. Das Kreis reiten hat sie nicht wiederholt. Ich hatte ihr doch gleich gesagt, dass das überhaupt nichts bringt. Manchmal scheint sie ja sogar auf mich zu hören. Sie war  noch einmal reiten. Und dieses Mal konnte ich mit reiten. Natürlich nicht auf dem Pferd, aber ich konnte raus aus dem Wagen und neben dem Pferd herlaufen. Die Pferde hießen Gomero und Sandokan. Mit Gomero, der von La Gomera stammt, konnte ich mich sogar ein wenig auf Spanisch unterhalten. Leonie übt und lernt auch jeden Tag mehr und mehr Spanisch. Oft meint sie, dass ihr dennoch immer noch alles Spanisch vorkomme. Was soll das heißen? Hat sie nicht genügend Spanisch gelernt? „Nee, leider noch nicht“, meint sie. Aber das Warten auf den Klempner, der die Wasserspülung reparieren soll, zieht sich schon wieder über Wochen hin. „Manana, manana…und wann kommt endlich jemand?“ stöhnt Leonie. Das kommt mir sehr sehr Spanisch vor!

Blick auf den Atlantik

Blick auf den Atlantik

Doch Leonie hat diesen Monat nicht nur Western reiten ausprobiert. Sie ist auch Rennrad gefahren. Mit Freunden aus ihrem Spanischkurs ist sie 50 Kilometer über die Insel gesaust und hat dabei über 1000 Höhenmeter gemacht. „Wie gut, dass ich da nicht mit musste“. Ich habe ein wenig auf dem Sofa gelegen und nachgedacht. Als Leonie zurück kam hat sie mir erzählt, dass sie über die halb fertige Autobahn oben über die Berge gefahren sei. „Dort gibt es keine Autos, aber eine fantastische Aussicht“, meinte sie. „Doch von dem schmalen Rennradsattel spüre ich ganz gut mein Hinterteil.“ Ich spüre mein Hinterteil nicht. Jedenfalls nicht schmerzhaft. Ich hatte auf meinem Sofa auch eine fantastische Aussicht. Ich schaute auf den Kühlschrank, der von Zeit zu Zeit geöffnet wurde. Und darin gibt es zurzeit ganz viel Fleisch. Und das Fleisch ist nicht für Leonie. Nein, das Fleisch ist für mich. Es hat sich in der Nachbarschaft langsam herum gesprochen, dass nun in der Straße neben vielen Katzen ein immer hungriger Labrador wohnt. Und wenn jemand Grillfleisch übrig hat oder andere Fleischreste, die er selber nicht mehr benötigt, bringt er sie zu Leonie. So habe ich fast täglich eine kleine Extraportion. Wie schön, dass es liebe Nachbarn gibt.

Und dann gab es im Februar noch ganz viele Geburtstagskinder. „Die sind alle unter dem Sternzeichen Fisch geboren“, sagt Leonie. Gibt es für Hunde auch Sternzeichen? Bin ich vielleicht ein Widderhund? Ich glaube nicht. Sternzeichen sind etwas für Menschen. Menschen scheinen etwas zu brauchen, mit dem sie sich über ihre Person hinaus identifizieren können. Über diesen Satz habe ich lange auf meinem Sofa nachgedacht .-). Hunde nicht. Hunde brauchen Fressen, einen warmen Lagerplatz, Auslauf und ein liebes Rudel. So genügsam sind wir. Dennoch noch einmal an alle Februargeburtstagskinder: HERZLICHE GLÜCKWÜNSCHE VON LASKO UND LEONIE

Heute: Ich habe auf der Terrasse geschlafen und dabei mit einem Auge die Papageien beobachtet, die krächzend auf der Palme saßen und anscheinend auf mein Futter aus waren. „He Jungs, das ist mein Fleisch. Riskiert ja keinen Sturzflug auf den Balkon“, habe ich ihnen zugebellt. Ich hoffe, dass sie sich daran halten. Ansonsten belle ich nicht. Ich bin ein recht ruhiger Hund. Ganz anders unsere beiden Nachbarhunde. Die regen sich den ganzen langen Tag über jede Bewegung im Garten auf. Sie kläffen und bellen und machen viel Radau. Die sind fast so laut wie die Bagger  und Lastwagen auf der Großbaustelle im Ort. Dort wird ein neuer Supermarkt gebaut. Der wird nun schon fast zwei Jahre lang gebaut. Ob der auch mal irgendwann fertig wird? Dann könnte Leonie mein Hundefutter gleich vor Ort kaufen und müßte dafür nicht immer 25 Kilometer weit fahren.

Baustelle im Ort

Baustelle im Ort

Morgen: Nun dauert es nicht mehr lange und wir bekommen wieder Besuch. Ob ich wohl einen Knochen bekomme?

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Blick von den Steilklippen über Vallehermoso auf den Teide, Teneriffa und in die Tiefe

Blick von den Steilklippen über Vallehermoso auf den Teide, Teneriffa und in die Tiefe

Als das Jahr gerade einen Tag alt war setzten wir mit der Autofähre von Los Christianos nach San Sebastian auf die Nachbarinsel La Gomera über. Im Vorfeld gab es einige Komplikationen mit den Schiffskarten, die sich nicht ausdrucken ließen und schließlich 100% teurer als gebucht bezahlt werden mussten. Auch hatten wir uns den kleinen Ausflug spät überlegt und so war es weder über Internet noch über Reiseagenturen möglich, eine gute und günstige Unterkunft zu finden. Erst in allerletzter Minute erhielt ich vor der Abfahrt noch eine Mail, dass jemand ein Apartment auf einer Bananenplantage abgesagt hatte und wir den Raum haben könnten. Ich beschloss mir den Beginn des Jahres nicht durch die kleinen Mißgeschicke vermiesen zu lassen und genoss die Überfahrt auf der großen Fred Olsen Schnellfähre. Hinter uns wurde Teneriffa mit dem Teide immer kleiner und vor uns nahm La Gomera mit der Hauptstadt San Sebastian langsam Form an.

Dunkle Wolken über San Sebastian

Dunkle Wolken über San Sebastian

Als wir in San Sebastian ankamen mussten wir zunächst die Bananenfarm suchen. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, denn wir hatten nur die Koordinaten. Eine Adresse gab es nicht. Die Suche stellte sich mehr als kompliziert heraus und ich konnte mehr als nur einmal meine Spanischkenntnisse zum Einsatz bringen, um nach dem Weg zu fragen. Dabei stellte ich sehr schnell fest, dass die Einwohner von La Gomera sehr freundlich und hilfsbereit sind. Ein Ehepaar fuhr sogar eine Strecke mit dem Wagen vor uns her, um uns den weiteren Weg zu weisen. Doch erst kurz vor Einbrechen der Dunkelheit erreichten wir unser Domizil. Die Plantage lag sehr einsam oben auf einem Berg. Eine Infrastruktur gab es im Umkreis von 10 Kilometern nicht. Willkommen in der Wildnis. Der Besitzer, der zu unserer Ankunft kurz vorbei schaute, war sehr freundlich und erlaubte uns, uns im Garten frische Bananen, Orangen und andere Früchte zu pflücken. „So viel wie Ihr möchtet“, meinte er lachend bevor er sich wieder in Richtung Stadt aufmachte. Wir waren mit unseren Nachbarn, einem irischen sehr netten Ehepaar, das hier zwei Monate überwinterte, allein. Die Behausung war sehr einfach, schlicht und natürlich ohne Internet. Doch die Räumlichkeiten waren gemütlich und „sechs  Tage offline“ stellte sich im Nachhinein auch einmal als gute Erfahrung heraus. Und da wir die gesamten Tage von morgens bis abends wanderten machte uns der mehr als schlichte Zustand des Apartments überhaupt nichts aus.

der obere Teil des Valle Gran Rey

der obere Teil des Valle Gran Rey

Wir wanderten insgesamt 90 Kilometer an den unterschiedlichsten Stellen der Insel. Wir sahen die Nebelwälder hoch oben in den Bergen, Stränd und einsame Barrancos. Ich stellte sehr schnell fest, dass La Gomera tatsächlich das reinste Wanderparadies ist. Es gibt überall auf der Insel wunderschöne Wanderwege, die sehr gut ausgeschildert und sehr unterschiedlich sind. So kletterten wir an einen Tag zu den weißen Höhlen (cuevas blancas) und stiegen am nächsten Tag in einen tiefen Barranco. Auch die Erklimmung der Fortaleza und des Garajonay (Dach Gomeras) durften nicht fehlen.

Castillo del Mar in Vallehermoso - La Gomera

Castillo del Mar in Vallehermoso – La Gomera

Für mich war der Gomera Aufenthalt die Entdeckung einer neuer Insel. Und doch war die Insel für mich nicht neu, denn ich war schon einmal da. Doch das ist lange her. Das erste Mal besuchte ich La Gomera im Jahr 1987. Wie die gesamte Welt hat sich natürlich seitdem auch La Gomera verändert. Als wir 1987 mit Rucksack in San Sebastian von der Fähre stiegen, die übrigens noch viel länger für die Überfahrt brauchte als die heutigen Schnellfähren, gab es nur eine große Straße, die über die Insel in das Valle Gran Rey führte. Und „große Straße“ ist relativ. Im Verhältnis zu heute war es eine kleine Straße, die sich in vielen Windungen über die Inselmitte hoch und im Valle Gran Rey wieder herunterschraubte. Reste von dieser Straße sind teilweise noch erhalten. Heute ist ein sehr neues und gut erhaltenes Straßennetz mit den Hauptstraßen GM 1,2 und 3 auf der Insel vorhanden. Die Straßenführung ist durch viele Tunnel begradigt und überall laden große Parkplätze zum Verweilen und zum „Aussicht genießen“ ein.

Strandkunst

Strandkunst

An einem Tag führte uns eine Wanderung auch in das Valle Gran Rey, das ich wirklich kaum wiedererkannte. Die Felsen und die großartige Natur sind geblieben. Das ist aber auch schon fast alles. Damals gab es auf La Gomera noch keinen Pauschaltourismus. Die Zeitung Musical Express berichtete in den 70ger Jahren über das abgeschiedene Tal der Hippies. Ende der 80ger waren diese Zeiten vorbei. Und dennoch ging es im Valle sehr ruhig und beschaulich zu. Die wenigen Rucksackreisenden kamen privat und in kleinen Pensionen unter. Gebadet wurde unweit des Valle am Playa mit dem schwarzen Strand – natürlich nakt. Und abends versammelte sich die Travellergemeinde zum Sundowner auf dem Dorfplatz. Ab und zu verirrte sich eine Jeepsafari, die von Teneriffa mit Touristen einen Tag die einsame Insel bereiste, in das Valle. Ansonsten lebten hier die Einwohner und die Individualtouristen ruhig und abgeschieden von der Welt in den Tag hinein. Das war die alte Insel und die alte Zeit.

Dorfplatz im Valle - noch fast wie früher

Dorfplatz im Valle – Informationsaustauschplatz zur alten Zeit

Der Valle Bote

Heute gibt es das Internet und den Valle Boten

Nun fand ich ein mit breiten Straßen und vielen Ansiedlungen zugebautes Valle Gran Rey vor. Am Anfang hatte ich tatsächlich Schwierigkeiten, mich überhaupt zu orientieren. Appartmenthäuser und Hotels wohin mein Auge blickte. Doch dann entdeckte ich den damaligen Dorfplatz, der sich gar nicht so sehr verändert hatte. Und zu meinem großen Erstaunen stand selbst die Pension Casa Maria stand noch am alten Platz. Casa Maria, fast das einzige Haus, das noch wie damals aussah. Die Zeit schien an dem Haus spurlos vorbei gegangen zu sein. Damals im jahr 1987 waren wir spät in der Nacht dort angekommen. Die Wirtin Maria und Namensgeberin des Hauses hatte für uns und die anderen Spätankommer noch eine ihre wunderbaren Paellas auf den Tisch gezaubert. Wie magisch zog mich das Haus an. Ich musste einfach dort hinein gehen.

Casa Maria im Valle Gran Rey

Casa Maria im Valle Gran Rey

fast wie früher

fast wie früher

Ich ging in den Speiseraum und fand ihn tatsächlich noch so vor, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Eine schöne kleine persönliche Reise in die Vergangenheit. Und ein wenig später stellte ich zu meiner Freude fest, dass auch der kleine schwarze Sandstrand noch existierte. Er ist jetzt ein wenig angelegt und heißt Playa de Ingles, aber es wird weiterhin in den hohen Wellen nakt gebadet.

am schwarzen Strand

am schwarzen Strand

Lasko am Strand

Lasko liebt den Strand

Vor dem alten Dorfplatz existiert heute ein großer neu angelegter Strand mit vielen kleinen Cafes, in denen WiFi angeboten wird. Während ich meinen Café con leche inmitten der internationalen Touristengemeinde genoss, konnte ich kurz meine Mails anzuschauen. Das war meine kurze online Zeit auf La Gomera. Schön, noch einmal im Valle Gran Rey gewesen zu sein. Doch danach freute ich mich, wieder in ruhigere Gegenden von La Gomera zu kommen.

Valle Gran Rey - der neue Strand

Valle Gran Rey – der neue Strand

Heute ein paar erste Fotos von La Gomera und das nächste Mal berichte ich über unsere Wandertouren.

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Lasko allein in Dänemark

Lasko allein in Dänemark

Gestern – die letzten Tage im August sind hier in Dänemark recht warm. „So kennen wir das ja  gar nicht oder nur aus der Sauna“, witzelt Leonie. Und so kam es in der letzten Woche tatsächlich ab und zu vor, dass ich nicht allein im Limfjord baden musste. Auch Leonie konnte ihre Füße in die (für sie) recht kalte Nordsee stecken und im warmen Limfjord schwimmen gehen. Ich liebe schwimmen. Und Leonie schwimmt auch gerne. Manchmal schwimmt sie anscheinend auch ein wenig in ihrem Leben. Ich kann mir darunter zwar nichts vorstellen, aber Leonie sagt: „Hilfe, auf dem Gebiet habe ich keine Ahnung. Da schwimme ich“. Das kann mir natürlich nicht passieren. Ich habe schließlich auf meinen Hundegebieten überall Ahnung und bin ein gestandener Hund.

Wenn das Wasser warm genug ist, schwimmt Leonie nicht nur im Leben, sondern auch gerne im Nass. Und besonders gut finden wir es zusammen schwimmen zu gehen. Erinnert Ihr Euch noch an die Fotos aus München? Ich und Leonie bei Hitze im kühlen Nass. So lieben wir das.

bei der Hitze bleiben wir im Wasser

Schwimmen aus Leidenschaft 🙂

Heute – Doch nun weiß ich, dass Leonie mich in ein paar Tagen tatsächlich verlassen will. Stellt Euch vor, sie will nach Vietnam reisen. „Und nach Vietnam Lasko, da kann ich Dich nicht mitnehmen“. Warum eigentlich nicht? Ich würde mit Leonie überall hin gehen. Das habe ich ihr doch schon oft gesagt. „Nee Lasko, abgesehen von den ganzen Zollformalitäten, die Jahre dauern würden. In Vietnam gelten Hunde als Delikatesse. Und gelbe Hunde gelten als besondere Delikatesse. Das will ich auf keinen Fall riskieren“. Was für ein Land, in dem Hunde gegessen werden. Und da will Leonie Urlaub machen. Ich versteh das nicht. Was soll das denn? Ich fahr ja auch nicht in ein Land, in dem Menschen gefressen werden. Gibt es so etwas eigentlich auf der Welt?

Doch Leonie hat sich schon vor Jahren in den Kopf gesetzt, einmal in ihrem Leben nach Vietnam und nach Kambodscha zu fahren und dort zum Beispiel die großen Tempel von Anchor Wat anzusehen. Und wenn Leonie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann auch ein Lasko Labrador sie nicht davon abbringen. Das könnt Ihr mir glauben.

Zu meiner Beruhigung hat Leonie jedoch dafür gesorgt, dass ich in dieser Zeit hier gut in Dänemark untergebracht bin. Ich kann bei meinem großen Freund Shinouk bleiben und mit ihm zusammen weiter Bootsdienst machen. Doch ich merke, dass auch Leonie der bevorstehende Abschied von mir, ziemlich nahe geht. Wir waren schließlich seit Jahren immer zusammen und haben so viel gemeinsam erlebt. Nun müssen wir wohl eine Zeit lang  etwas Getrenntes erleben. Aber was ist schon Zeit? Ich habe Euch ja schon des Öfteren erzählt, dass Zeit für mich etwas anders verläuft, als für Euch. Und wenn Leonie weg ist, dann ist sie weg. Ich werde sicher häufig nach ihr Ausschau halten. Aber wenn sie weg ist, ist sie weg. Und wenn wir uns dann wiedersehen, wird die Freude groß sein. Und wenn für Euch Menschen 6 oder 8 oder 10 Wochen vergangen sein werden, werde ich mich genauso freuen, als wenn Leonie gerade  fünf Minuten weg war. Und so ist der Abschied wahrscheinlich für Leonie, die viel besser die lange Zeit spüren kann, weitaus schlimmer als für mich.

Morgen – wir werden die vorerst letzten Tage hier gemeinsam genießen und dann wird Leonie am Sonntag nach Bonn zurückfahren und ich bleibe hier. Ich höre nun auch erst einmal auf zu bloggen. Das muss Leonie die nächsten Wochen allein machen. Und ich werde vielleicht Ihren Blog, in dem sie sicher über ihre Vietnamreise berichten wird, mit Interesse in Dänemark lesen.

„Lasko, magst Du auch mit mir Skypen?“ fragt Leonie. Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann nicht dauernd auf einen Bildschirm starren, der nicht wie Leonie aussieht, nicht nach ihr schmeckt oder riecht. Doch eines weiß ich sicher, ich freu mich heute schon auf den Tag, an dem wir wieder zusammen sein werden.

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Gestern  Wir sind nun seit über einer Woche in Bonn und das Wetter wird immer besser. Jedenfalls meint das Leonie, die sich jeden Morgen über den blauen Himmel und den Sonnenschein freut. Wenn wir morgens los laufen, ist es draußen noch frisch und ich freue mich an den nassen Gräsern, die ich gerne abschlecke. Während ich schlecke und schnüffle, erfreut sich Leonie an der grünen Natur um uns herum und bereitet sich mental (wie sie sagt) auf den Tag vor. Am Nachmittag wird es mir im Moment wirklich ein wenig zu heiß. Wenn die Hitze über Bonn drückend wird, mag ich nicht mehr aus dem Haus gehen, sondern haue mich lieber auf die kühlen Fliesen im Flur.

Wenn ich so relaxt und ausgestreckt auf dem Flur liege, sehe ich so aus, als wenn ich schlafe. Doch der Eindruck trügt. Ich bin voll da und bewache das Haus. Ich kann schlafen und wachen. Das ist Multitasking Hund. Dabei richte ich  meine Schlabberohren gerne ein wenig auf und lausche, was die Zweibeiner um mich herum sich so erzählen. Ihr seht ich bin ein wahrer Multitasker (schlafen, träumen, liegen, wachen, hören). Das mit dem Multitasking dachte ich jedenfalls. Doch dann toppten mich die jugendlichen Zweibeiner.

Leonie hatte gekocht und sass mit ihren Söhnen am Mittagstisch. Beide Söhne hatten ihre Handys dabei und konzentrierten sich auf das Eintippen von Nachrichten an Freunde, nebenbei spielten sie anscheinend, hörten Musik, aßen und schienen sich ab und zu auch noch zu unterhalten. Das ist Multitasking Zweibeiner. Viele Dinge zugleich machen. Ich denke, dass „viele Dinge zugleich machen“ grundsätzlich gut ist. Das spart Zeit und Kosten. Für einen Hund nicht unbedingt notwendig :-). Aber, wenn ich Multitasking Mensch nachmachen würde, würde ich zugleich Knochen fressen, Geräusche anhören, markieren, schnüffeln, bellen und wild im Kreis hinter einen Ball herlaufen. Ergibt das einen Sinn? Ich glaube, dass ich so etwas nicht wirklich brauche.

Mehrere  Dinge mit verschiedenen Sinnen zugleich tun, ist doch eigentlich dumm. Dann kann ich nicht richtig schmecken, genießen, verliere den Ball und wenn ich mich nicht richtig auf das Markieren konzentriere, falle ich am Ende auf meinen drei Beinen noch um. Nee, so ein Multitasking a la Zweibeiner ist absolut nichts für Hunde. Und meiner Meinung nach und nichts für Zweibeiner. Denn es scheint, dass die Zweibeiner häufig viel machen, aber in Wirklichkeit machen sie nichts richtig. So, nun wisst Ihr es. Das musste einfach mal gesagt werden.

Leonie diskutierte mit ihren Söhnen, über den Sinn oder Unsinn, ob es notwendig oder überhaupt möglich sei, zur gleichen Zeit zu essen und auf Facebook aktiv zu sein, daneben Mails zu beantworten und Musik zu hören, während gerade eine Unerhaltung stattfindet. Die Jugend bejahte dies mit einem kurzen Kopfnicken, da sprechen anscheinend bei den anderen vielen Beschäftigungen gerade nicht mehr möglich war. Als die Handys nach einiger Zeit beiseite gelegt wurden, fragte der jüngere Sohn Leonie: „Sag mal, was habt Ihr in Eurer Jugend eigentlich ohne Internet und Facebook gemacht? War das nicht total langweilig?“

Die Frage hätte er mir stellen sollen. Ich muss seit meiner Jugend ohne Facebook leben und das geht eigentlich ganz gut. Kann er das nicht sehen? Aber zugegeben: Ganz ohne das große WWW  auch ein Lasko nicht leben. Denn was würde ich ohne meinen Blog machen?

Ja, was hat Leonie eigentlich ohne Internet in Ihrer Jugend gemacht?

Heute Leonie hat sich lange mit ihren Söhnen unterhalten und ihnen erzählt, wie das früher so war. Leonie saß mit ihren Freundinnen und Freunden im Zimmer, trank Tee und hörte Musik von Schallplatten. Ab und zu war Leonie auch allein im Zimmer und spielte Gitarre, las Bücher, schrieb oder zeichnete irgendetwas. Es gab Zeiten da hörte sie auch allein Musik und träumte vor sich hin. Was hat sie wohl geräumt? „Das ist so lange her. Das weiß ich gar nicht mehr“, sagt sie Augen zwinkernd. Soll ich ihr das glauben?

„Und Deine Freunde? Die konntest Du doch gar nicht per Phone oder Internet erreichen. Musstet Ihr Euch jedes Mal richtig verabreden, um Euch zu treffen? Was habt Ihr denn gemacht, als es keine Playstation gab?“ So viele Fragen. Mir wurde ganz schwummerig. Leonie erzählte sehr lange und ausführlich von ihrer Jugend. Ungläubig hörten die Jungs zu. Ich döste auf den Fliesen vor mich hin und dachte mir meinen Teil.

Auf einmal fragte Leonie: „Was würdet Ihr denn machen, wenn auf einmal kein Strom mehr da wäre? Was würdet Ihr machen ohne Facebook und Internet?“ Ich weiß, was ich machen würde, ich würde genauso auf diesen Fliesen liegen, schlafen, dösen, wachen und lauschen – eben Hundemultitasking.

Morgen –   Was würdet Ihr machen ohne Internet?

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Leonie war – wie sie sagte – immer noch mit der Materie am Kämpfen. Das bedeutete, dass sie viel telefonierte, mailte und sich nach Lösungen für unser Elektrik- und das Antennenproblem umsah. „Die Zeit läuft mir einfach davon“, stöhnte sie. Das ist ja witzig. Wie kann denn Zeit davon laufen? Ich setzte ein breites Hundelachen auf. Also wirklich Leonie – Zeit ist immer da und läuft niemals davon. Das müsstest Du doch eigentlich wissen.

Ich habe eher den Eindruck, dass ihr Zweibeiner ab und zu, zu viele Dinge auf einmal machen wollt, zu ungeduldig seit oder hektisch ohne Nachdenken durch die Gegend rennt. So vergesst ihr die Zeit und vor allen Dingen vergesst Ihr, Eure Zeit im hier und jetzt zu genießen. Am Abend, am Ende der Woche oder besonders am Ende eines Jahres merkt ihr ganz plötzlich, dass die Zeit, die eben noch da war und für Euch bereit stand, weg ist. Und dann sagt ihr, dass Euch die Zeit davon rennt. Das ist doch eine ganz billige Ausrede. Ihr rennt der Zeit davon. Das ist die Wahrheit.

Schaut mich an. Ich genieße die Zeit, mache mir keine Gedanken über die Zeit und mache seelenruhig eine Sache nach der anderen. Und das machen alle Hund so. Oder habt Ihr schon mal einen Multi Tasking fähigen Hund gesehen? Nein? Das ist richtig und das ist auch gut so. So dumm, zu viel auf einmal zu machen, können nämlich nur Zweibeiner sein. Ich habe immer genügend Zeit. Und wenn hier einer wegrennt, dann bin ich das – und nicht die Zeit.

Heute – Leonie hat mich – wie immer – mit zum Friseur genommen. Nee, ich muss keine Haare schneiden lassen. Haarmäßig bin ich ein automatisierter Labrador. Meine Haare schüttele ich ständig und überall ab und dann wachsen sie wieder nach. So habe ich einen absolut pflegeleichten stylischen Look. Bei Leonie funktioniert das leider nicht. Sie muss daher von Zeit zu Zeit zum Friseur. Das ist hier auf Teneriffa für Leonie immer ein kleines Abenteuer. Zunächst muss sie hoffen, dass ihr Spanisch ausreicht, um zu erklären, wie die Haare geschnitten werden sollen. Da ihr das nicht immer gelingt, werden ihre Haare im Moment von Monat zu Monat kürzer :-).

Hinzu kommt, dass Leonie für einen Friseurbesuch ordentlich Zeit einzuplanen hat. Heute waren wir allerdings bereits nach drei Stunden wieder zu Hause. Das ist nicht unbedingt immer so. Leonie macht in dem kleinen Friseurgeschäft in der Altstadt immer rechtzeitig einen Termin aus. Doch wenn wir dann pünktlich zum Termin erscheinen, sitzen  meistens noch knapp 12 Leute dort, die vor uns dran sind und auch auf einen Haarschnitt warten. Am Anfang mochte Leonie das gar nicht glauben und dachte, wenn sie einen Termin hätte, dann würde sie auch zu dem Termin dran kommen. Aber das scheint hier irgendwie anders zu funktionieren. Der Termin scheint lediglich die Eintrittskarte für den Friseursalon zu sein.

Mit Termin darf der Kunde auf Wink der freundlich ausschauenden korpulenten Friseurin drinnen Platz nehmen und warten. Das Warten ist dann für lange Zeit die Hauptbeschäftigung. Leonie nutzt die Zeit zum Spanisch lernen.  Da niemand in großer Eile zu sein scheint, geht es sehr gesprächig, laut und langsam zu. Das letzte Mal als Leonie die Haare schneiden ließ, hatte sie einen Termin um 16.30 Uhr. Um 18.00 Uhr wurden ihr die Haare gewaschen und um 19.00 Uhr begann der Haarschnitt. Leider kam dann der Ladenbesitzerin etwas dazwischen. Sie musste telefonieren und danach auf der Straße sich mit einigen – vielleicht sehr wichtigen – Leuten unterhalten. Um 20.00 Uhr nahm sie ihr Werk freundlich lachend wieder auf, obwohl um diese Zeit eigentlich Geschäftsschluss wäre.

Um 21.00 Uhr verließ Leonie noch mit nassen Haaren den Laden, weil das Fönen dann wohl bis 22.00 Uhr gedauert hätte. „Das lohnt sich heute nicht mehr. Ich gehe sowieso gleich ins Bett“, gähnte sie müde. Ich war nicht so müde, denn ich hatte seit 16.30 Uhr im Schatten vor dem Friseursalon geschlafen. Aber hungrig – das war ich.

Morgen – vielleicht sollte Leonie mal über ein besseres Zeitmanagement nachdenken. Eigentlich kann sie sehr gut organisieren. Aber andere Länder, andere Sitten – und natürlich ein anderes Zeitmanagement.  Aber bevor ich weiter über unsere Anpassung an das spanische Zeitmanagement nachdenke, drehe ich mich erst einmal auf die andere Seite. Alles weitere: manana.

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Ich war den ganzen Tag allein in der Wohnung, da Leonie mit ihrem Spanischkurz nach Puerto de la Cruz in den Botanischen Garten gefahren ist. Und wie üblich hier auf Teneriffa – natürlich sind Hunde im Bus und im Botanischen Garten verboten. Ich finde das richtig gemein. Ich wäre so gerne Bus gefahren und noch lieber durch den Botanischen Garten getrollt. Da soll es sogar einen kleinen See geben. Wie gerne wäre ich da hinein gesprungen. So musste ich ohne Botanik und ohne See ganz viele Stunden allein zu Hause bleiben. Zum Glück hatte Leonie die Terrassentür aufgelassen. So konnte ich an die Luft auf die Terrasse gehen und durch das Geländer nach Leonie Ausschau halten.

Leonie hatte mir erklärt, dass sie um 16.00 Uhr wieder da sein wollte. Allerdings wurde es dann tatsächlich 19.00 Uhr, da der Bus, der die Gruppe zurück bringen sollte, einfach nicht kam. Leonie war sehr besorgt und musste ständig an mich denken. Und sie erzählte mir später, dass sie alle möglichen Leute gefragt hätte, wann denn der Bus nun endlich käme. Aber es nützte nichts. Sie musste sich in Geduld üben und meine Blase, die mich schon ein wenig drückte, auch.

Als Leonie sich der Wohnung näherte, erwartete sie das „Schlimmste“, wie sie mir später sagte. Denkt sie denn ich randaliere noch wie ein kleiner Welpe? Nee, als sie den Schlüssel in die Tür steckte und die Tür aufschloss, lag ich friedlich auf dem Sofa. Ich habe mich aber dann doch mächtig gefreut, dass sie wieder aufgetaucht war. Ich lief schwanzwedelnd auf sie zu und wäre am liebsten an hier hoch gesprungen. Habe mich gerade noch rechtzeitig daran erinnert, dass ich das ja nicht tun soll. Ich freute mich sehr  über Leonies Erscheinen, denn auch als Hund kann man ja nie wissen, was so alles passieren kann.

Wir freuten uns Beide riesig und ich war auch nicht mehr sauer, dass ich nicht in den Botansichen Garten mit durfte, denn als Ausgleich machten wir am Abend einen besonders langen Spaziergang am Meer.

Heute – als wir  früh morgens aus dem Haus zu unserer morgendlichen Laufrunde aufbrachen, saß ein Mann mit Koffer auf der Bank vor unserem Haus. Als wir nach einer Stunde zurück kamen, saß der Mann immer noch dort. Mir war der Mann noch nie aufgefallen, aber Leonie meinte, dass derselbe Mann gestern schon dort gesessen hätte, als sie in den Botanischen Garten fuhr und auch als sie zurück kam. Heute morgen musste sie ihn deshalb wohl ansprechen. Sie fragte, ob mit ihm alles in Ordnung sei oder ob er irgendwie Hilfe benötigte.

Er antwortete nur: „wieso?“. Leonie sagte ihm, dass er ja schließlich nun schon fast zwei Tage auf der Bank gesessen habe und sie sich gedacht hätte, dass vielleicht etwas nicht stimmen würde. Der Mann blickte uns an, als wenn er Leonies Sorgen gar nicht verstehen könnte und sagte nur:“Das ist nett, dass sie fragen. Aber es ist alles in Ordnung. Ich sitze hier gerne auf der Bank, denn ich habe viel Zeit.“ Mehr sagte er nicht. Wir liefen weiter und Leonie schien darüber nachzudenken, was einen Menschen bewegen kann, zwei Tage auf einer Bank zu sitzen. Auch ich dachte darüber nach. Mir als Hund könnte das jedenfalls nicht passieren. Nicht einmal zwei Tage auf dem Sofa :-).

Morgen – wir werden schauen, ob der fremde Mann immer noch auf der Bank vor unserem Haus sitzt.

Auch wenn ich in diesem Jahr viel weniger zum Bloggen gekommen bin, als ich mir das eigentlich gewünscht hätte, habe und hatte ich meinen Blog immer im Hinterkopf. Es gibt so viele wunderschöne Wandertouren auf der Insel, die ich teilweise auch fotografisch festgehalten habe und über die ich gerne schreiben möchte. Ob die Zeit in 2013 reichen wird? Mit zunehmenden Alter erscheint es mir, dass mir ab und zu die Zeit einfach davon läuft.

Es gibt so viele Menschen, mit denen ich mich noch intensiver austauschen und mit denen ich Kontakt halten möchte.

Es gibt so viele Projekte, die ich noch angehen möchte.

Es gibt so viel, das ich noch lernen möchte.

Es gibt so viel, das ich noch sehen möchte.

Es gibt so so viel auf dieser Welt…über das ich schreiben, das ich fotografieren, das ich erleben möchte. Geht es Euch auch so?

Ich wünsche mir für 2013, dass ich die Ruhe und Gelassenheit finde, die Dinge, die wirklich wichtig sind, zu erkennen. Und ich wünsche mir die Energie diese Dinge auch umzusetzen und damit anderen Menschen und mir eine Freude machen zu können.

Zum Jahresabschluss einige Fotos aus dem Dezember. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und ein gutes Neues Jahr 2013.

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Hiking Tenerife

Veröffentlicht: 14. Dezember 2012 in Reisen 2012
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Z E I T – as time goes by – Z  E I T – as time goes by – Z E I T

Vier Monate sind nun seit meinem letzten Lebenszeichen hier im Blog vergangen. Vier Monate – eine kurze und eine lange Zeit. Mein Leben war etwas bewegt und ich habe dabei anscheinend den Anschluss an meinen eigenen Blog verloren :-).  Ich bin nun wieder auf Teneriffa und hoffe inständig, dass es nicht wieder vier Monate dauert, bis ich zum nächsten Blogeintrag komme. Ein erster kleiner Eindruck von der Insel mit diesen Bildern.

Hiking Tenerife

Leonie

In Deutschland hatte ich gerade eine Woche Zeit mich an die Winterzeit zu gewöhnen. Dann flog ich nach Teneriffa und konnte die Zeit wieder eine Stunde zurück drehen. Eigentlich macht diese eine Stunde ja nun wirklich nichts aus. Ein Jetlag ist nicht zu befürchten. Dennoch komme ich im Moment ab und zu genau mit dieser einer Stunde durcheinander. Zum Beispiel rufe ich zu Hause an und verstehe nicht, warum alle ein wenig angesäuert sind. Bis mir klar wird, dass ich versprochen habe, mich um 19.00 Uhr zu melden und dann um 19.00 Uhr Teneriffa Zeit feststelle, dass es zu Hause bereits 20.00 Uhr ist. Auch mein Computer zeigt noch die deutsche Zeit und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich ihn umstellen soll oder ihn mit der deutschen Zeit lassen soll. Das hätte den Vorteil, dass ich immer weiß, was die Stunde in Deutschland geschlagen hat. Wenn der Computer in Deutschzeit bleibt,  hätte ich eine gute „Zeithilfe“ für Deutschland, könnte mich hier vor Ort bei wichtigen Abfahrtszeiten jedoch ein wenig vertun.

Den mitgebrachten Navigator habe ich umgestellt, weil mit der deutschen Zeit und einer veralteten Software gab es so viel durcheinander, dass ich bereits meinte, dass ich anstelle von Schuhen dieses Mal den Navigator auf der Insel lassen würde. Tief im Meer. Nein, nun ist die Zeit richtig eingestellt und irgendwie, irgendwann werde ich auch eine neue Software besorgen. Bis dahin muss ich halt virtuell ein wenig „offroad“ fahren.

Ganz anders mein IPad. Das Teil ist anscheinend intelligent und hat sich zeitmäßig selber umgestellt. Leider bin ich anscheinend nicht intelligent genug für das IPad. Als ich am ersten Morgen hier aufwachte, zeigte es sieben Uhr an. Ich dachte, dass es deutsche Zeit anzeigen würde. „Ach, wenn es erst sechs Uhr ist, kann ich ja noch ein bisschen schlafen“, dachte ich mir und blieb liegen. Als ich dann später vor die Tür trat und auf die Armbanduhr schaute, staunte ich nicht schlecht, dass es bereits 9.00 Uhr war. So spät waren Hund und ich noch nie aus dem Haus gekommen.

Eine kleine Stunde kann ab und zu doch etwas ausmachen, auch wenn es heißt, dass dem Glücklichen keine Stunde schlägt (oder so ähnlich?).

Ich wünsche Euch einen guten Tag und viele glückliche Stunden.

Mehr als die Vergangenheit
interessiert mich die Zukunft,
denn in ihr gedenke ich zu leben.

Albert Einstein

Umso mehr ich an Jahresringen zulege, desto länger wird zwangsläufig auch die Vergangenheit, die hinter mir liegt. Die Zeit rennt und ich staune immer wieder, wie schnell die Jahre mit zunehmenden Alter vergehen. Manchmal möchte ich einfach die Handbremse ziehen und die Zeit ein wenig langsamer ablaufen lassen. Leider habe ich den Bremsgriff noch nicht gefunden:-).

Die Zukunft, die vor mir liegt, wird höchst wahrscheinlich parallel zur Vergangenheit entsprechend kürzer. Wie kurz oder lang weiß ich zum Glück nicht. Und die wirkliche Gegenwart existiert nur in Bruchteilen von Sekunden. Sie ist die Nahtstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Häufig denke ich in letzter Zeit über schöne Zeiten, die längst vergangen sind und nicht mehr wiederkommen werden, nach. Schöne und weniger schöne Zeiten ziehen an mir vorbei. Ab und zu erfaßt mich auch ein wenig Wehmut. Denn vieles vergeht und wird niemals wiederkommen. Es existieren teilweise Fotos, die jedoch die Vergangenheit nicht wieder zur Gegenwart zurück bringen können. Vieles an passierten Dingen läßt sich auch nicht rückgängig machen.

Dann fällt mir ein, was ich alles noch gerne machen möchte, welche Träume ich habe und dass es so viele Dinge gibt, die vielleicht noch für mich bestimmt sind. Mein Gemüt wird heiterer. Und ich versuche jede Minute des Tages intensiv zu genießen. Ganz selten – wirklich nur ganz selten, wenn ich intensiv an einer Sache arbeite und wirklich ganz und vollkommen dabei bin – dann habe ich das Gefühl, dass die Zeit nur für mich ein wenig stehen bleibt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viiieeellll Zeit.